Ach, die Frauen // Buchtipp

Die Liebe kommt in verschiedenen Ausprägungen und Paarungen daher, doch in Moravias Erzählungen ist sie immer leidenschaftlich, auch wenn die Liebenden sich nicht immer bewusst sind, wie groß ihre Liebe zueinander wirklich ist. Erst wenn der geliebte Mensch verschwindet, verzehrt sich der Verlassene und erlebt den Verlust auf dramatische Weise. Die große Liebe kommt nicht wieder und das Leben entgleitet.

Die Liebe macht aber auch blind oder gaukelt dem Verliebten etwas vor, sie erhöht die Einbildungskraft und verringert den Realitätssinn.
Frauen können sich im Liebesschmerz verlieren. Sie sind es, die die Liebe kompliziert machen, weil sie nur „beinahe unkompliziert“ sind. Ach, die Frauen, die der Autor auf eine so sensible und empathische Art beschreibt und sich damit zum Kenner der Frauen und der Liebe gemacht hat.

Dieser Erzählband ist eine wunderschöne Auswahl aus den über dreihundert Erzählungen Alberto Moravias, die zeigt, dass er in die Reihe der größten italienischen Erzähler gehört.
Sehr zu empfehlen!

Alberto Moravia
Ach, die Frauen
Die schönsten Erzählungen
Ausgewählt von Klaus Wagenbach.
Wagenbach SALTO. 2012
144 Seiten. Rotes Leinen. Fadengeheftet
15,90 €
ISBN 978-3-8031-1214-9

Alberto Moravia, 1907 in Rom geboren, begann 1925 nach schwerer Krankheit zu schreiben. Bereits sein Erstlingsroman »Die Gleichgültigen« (1929) fand große Beachtung. Seit 1941 von der Zensur stark behindert, erhielt er wenig später wegen seiner immer offener demonstrierten antifaschistischen Haltung Schreibverbot. Nach 1944 war Moravia politisch und literarisch eine der wichtigsten und einflußreichsten Persönlichkeiten Italiens. Er starb 1990 in Rom

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