Alfredo Jaar – The way it is . Eine Ästhetik des Widerstands

Die Neue Gesellschaft für Bildende Kunst (NGBK) zeigt in Kooperation mit der Berlinischen Galerie die deutschlandweit erste Retrospektive des international renommierten Künstlers Alfredo Jaar (* 1956 / Santiago de Chile). Der in New York lebende Künstler hielt sich vor 20 Jahren für ein DAAD-Stipendium in Berlin auf (1991) und machte sich in Deutschland mit spektakulären Einzelprojekten einen Namen – etwa mit der DAAD/NGBK-Präsentation im Pergamonmuseum (1992) oder der zweifachen documenta-Teilnahme (1987 und 2002).

Der Ausstellungsschwerpunkt in der Berlinischen Galerie umfasst Werke, die in und für Berlin entstanden sind. Dazu zählt “A New World”, eine Serie von fünf großformatigen Fotografien, die kurz nach dem Mauer-fall am Brandenburger Tor aufgenommen wurden und zum ersten Mal überhaupt präsentiert werden.

Die Berliner Projekte werden ergänzt um Arbeiten zu Afrika-bezogenen Themen, die den langjährigen Schwerpunkt von Alfredo Jaars Schaffen bilden. Seine beeindruckenden Werke zum Völkermord in Ruanda, zur Politik Nelson Mandelas und zu der Tragik des südafrikanischen Fotojournalisten und Pulitzer-Preis-Gewinners Kevin Carter werden erstmals in Berlin vorgestellt. Wenig bekannte frühe künstlerische Arbeiten, hochpolitische Interventionen in den öffentlichen Raum, die in Chile zwischen 1974-1981 entstanden, werden anlässlich der Retrospektive parallel dazu in den Räumen der NGBK gezeigt und um eine pointierte Inter-vention in der Alten Nationalgalerie ergänzt.

In der NGBK liegt der Ausstellungsschwerpunkt auf Jaars selten gezeigten frühen künstlerischen Arbeiten: Hochpolitische Interventionen in den öffentlichen Raum, die zwischen 1974-1981 in Chile entstanden sowie spätere Werke, die sich mit dem Land und der Zeit der Militärjunta beschäftigen. In der Berlinischen Galerie werden vier komplexe Werkgruppen kombiniert und miteinander in Beziehung gesetzt:

    1.) In und für Berlin entstandene Werke – dazu zählt die Rekonstruktion des Pergamon-Projekts „Eine Ästhetik zum Widerstand“ und die Fotoserie „A New World“, die zum ersten Mal überhaupt präsentiert wird;
    2.) Arbeiten zu Afrika-bezogenen Themen, die einen Schwerpunkt von Alfredo Jaars Schaffen bilden – insbesondere seine beeindruckende Serie zum Völkermord in Ruanda;
    3.) Installationen in denen Licht und Blendung eine zentrale Rolle spielen, wie z.B. „Lament of the Images“, die Rekonstruktion des Beitrages zur Documenta11 im Jahr 2002,
    oder die Installation „The Sound of Silence“;
    4.) eine Auswahl der sogenannten „Press Works“, in denen Alfredo Jaar sich immer wieder pointiert mit der Aktualität von Presseberichterstattungen und deren Interessen auseinandersetzt.

»1+1+1«, 1987, Courtesy: The Art Institute of Chicago, Gift of Lannan Foundation - zu sehen in der Alten National Galerie Berlin -

In der Alten Nationalgalerie wird die Ausstellung ergänzt durch zwei Interventionen in die Sammlung des 19. Jahrhunderts: Hier wird „1+1+1“ gezeigt, ein für die documenta 8 (1987) entstandenes Werk, mit dem Jaar internationale Bekanntheit erlangte. Die Arbeit wird nach 25 Jahren erstmalig wieder in Deutschland präsentiert und um die ebenfalls 1987 entstandene, konzeptuell ähnliche Installation „Persona“ ergänzt, die noch nie vorher ausgestellt wurde.

In der NGBK: 15. Juni – 19. August 2012
In der Berlinischen Galerie: 15. Juni – 17. September 2012
In der Alten Nationalgalerie: 15. Juni – 16. September 2012

Neue Gesellschaft für
Bildende Kunst (NGBK)
Oranienstraße 25
10999 Berlin
www.ngbk.de
Täglich 12-19 Uhr
Do-Sa 12-20 Uhr

Berlinische Galerie
Landesmuseum für Moderne
Kunst, Fotografie und Architektur
Alte Jakobstraße 124-128
10969 Berlin
http://www.berlinischegalerie.de
Mi-Mo 10-18 Uhr
Di geschlossen

Alte Nationalgalerie
Staatliche Museen zu Berlin,
Preußischer Kulturbesitz
Bodestraße 1-3
10178 Berlin
http://www.smb.museum/smb/standorte
Di-So 10-18 Uhr

Foto: »A New World« (Detail), 1990, Courtesy: The Artist

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