Auch zur Advents- und Weihnachtszeit gesund essen

Weihnachtszeit ist Schlemmerzeit. 78 Prozent der Deutschen gaben an, dass sie an Weihnachten nicht auf Kalorien achten. Und diese Sorglosigkeit, die sich bei vielen Deutschen nicht nur auf die „besinnlichen Tage“ beschränkt, spiegelt sich im alarmierenden Anstieg der sogenannten nicht-alkoholischen Fettleber (NAFL) wider:

Jeder vierte Bundesbürger über 40 ist bereits betroffen und auch bei Kindern ist das lebenswichtige Organ Leber immer häufiger krankhaft verändert. Diese Entwicklung nimmt die Deutsche Leberstiftung zum Anlass, zum Beginn der Adventszeit auf die Gefahren des allzu sorglosen Verzehrs von Süßem, Fettem und Alkoholischem hinzuweisen.

Für die Süßwarenindustrie sind die Monate September und Oktober starke Umsatzmonate – im Bereich Weihnachtssüßigkeiten. In diesen Monaten kaufen und verzehren die deutschen Konsumenten bereits große Mengen an Spekulatius, Dominosteinen und anderen Weihnachtsleckereien. Damit den Supermarkt-Kunden die Diskrepanz zwischen Außentemperatur, Baumbelaubung und dem verfrühten weihnachtlichen Süßwarenangebot nicht allzu deutlich vor Augen geführt wird, verzichten die Hersteller bei der Verpackung auf die Abbildung von Weihnachtssymbolen. Dieses von den Produzenten neuerdings als „Herbstgebäck“ deklarierte Angebot ist kalorienreich und kann bei übermäßigem Verzehr die Leber schädigen. Dazu kommt – bedingt durch die kältere Jahreszeit – die Tendenz, sich weniger zu bewegen und lieber in der warmen Wohnung zu bleiben.

„Die Produktion von Stopfleber bei Enten und Gänsen, wobei durch Zwangsfütterung die Leber der Tiere auf etwa das Zehnfache ihres Gewichtes anschwillt, ist in Deutschland zu Recht verboten. Doch beim Menschen ist genau diese krankhafte Veränderung des lebenswichtigen Organs die häufigste Lebererkrankung in Deutschland. Neben Bewegungsmangel ist falsche Ernährung – und dazu zählen insbesondere auch Süßigkeiten und fettes Essen – eine der wesentlichen Ursachen für die Entstehung einer nicht-alkoholischen Fettleber. Eine verfettete Leber kann sich entzünden und zur Leberzirrhose oder zum Leberzellkrebs führen“, warnt Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung.

„Süße Weihnachten“ verzeichnen in Deutschland eine steigende Tendenz: Laut der im Oktober 2017 europaweit angelegten Studie „Christmas Survey 2017“ zählen in Deutschland Süßigkeiten, Bargeld und Gutscheine zu den beliebtesten Geschenken bei Männern; bei Frauen sind es Süßigkeiten, Bücher und Kosmetikartikel. Ohne Süßwaren geht es hierzulande beim Fest der Liebe offensichtlich gar nicht!

„Besonders besorgniserregend ist, dass bereits etwa jedes zehnte Kind in Deutschland an einer Fettlebererkrankung leidet. Wir raten dringend, bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen immer auch eine Fettlebererkrankung abzuklären. Eine einfache Ultraschalluntersuchung kann Leberveränderungen sichtbar machen. Auch die Leberwerte (GPT, GOT und GGT), die im Rahmen einer Blutuntersuchung beispielsweise beim Kinderarzt festgestellt werden, können auf die Erkrankung hinweisen“, sagt Professor Manns.

Bislang gibt es keine zugelassenen Medikamente zur Behandlung einer nicht-alkoholischen Fettleber. Therapien zielen in erster Linie auf eine Lebensstil-Veränderung, die mehr Bewegung und eine Ernährungsumstellung umfasst. Mit dieser Veränderung kann viel für die Lebergesundheit erreicht werden. Dabei muss nicht auf alles verzichtet werden – aber es sollte in Maßen und nicht ständig genossen werden.

Für die Weihnachtszeit 2017 empfehlen die Leber-Experten daher Spaziergänge anstelle des Sitzens im Fernsehsessel, öfter einen Salat anstatt der Currywurst vom Weihnachtsmarkt und die Frage, ob jedes Weihnachtspräsent tatsächlich zusammen mit einer „Hohlfigur“ aus Schokolade überreicht werden muss.

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