Baby-led Weaning kann schaden

Es ist ein wichtiger Schritt im Leben eines Babys, wenn Muttermilch oder Säuglingsmilch nicht mehr ausreicht, um es satt zu bekommen. Eltern können nicht selten lesen, dass an diesem Punkt der Entwicklung unter Umständen schon der Weg zum späteren Übergewicht ihres Kindes geebnet wird.  Sechs Lebensmonate etwa deckt die Muttermilch den Nährstoffbedarf. Dann sollte die Beikost auf den Speiseplan treten. Das Baby zeigt, wann es bereit für den Brei ist, denn es gibt den einzig richtigen Starttermin nicht, der für alle Babys optimal ist. Hier ist entscheidend, auf welcher Reisestufe sich das Kind befindet. Und das Gute daran ist, aufmerksame Eltern bemerken, wann das Baby bereit dazu ist.

Diese Reifezeichen weisen auf einen günstigen Zeitpunkt für den Beikost-Start hin:

  • Das Baby kann mit Hilfe aufrecht sitzen und den Kopf selbstständig halten.
  • Es interessiert sich dafür, was Eltern, Geschwister und andere Personen essen.
  • Es verlangt nach dem, was andere essen.
  • Es öffnet den Mund, wenn der Löffel kommt.
  • Es drückt den Brei nicht mehr mit der Zunge aus dem Mund.

Das Zeitfenster von rund 60 Tagen gibt Eltern die Möglichkeit, gelassen abzuwarten, bis das Kind die Bereitschaft für feste Nahrung zeigt, so Maria Flothkötter, Leiterin des Netzwerks Gesund ins Leben. Quelle:Gesund ins Leben

 

Baby-led Weaning

Baby-led Weaning – vom Baby gesteuertes allmähliches Abstillen – heißt ein neuer Trend in der Beikost. Der Säugling wird nicht wie bisher mit Brei und Babynahrung aus dem Gläschen gefüttert, sondern greift auf in kleine Stücke geschnittene Lebensmittel zu, die es sich selbst vom Familientisch nimmt und in den Mund führt. Damit soll dem Baby die ersten Schritte  zum langfristigen gesunden Essverhalten ermöglicht werden. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) rät vom Baby-led Weaning ab.

Dr. Josef Kahl, BVKJ-Pressesprecher: „Wenn im zweiten Lebenshalbjahr der Energie- und Nährstoffbedarf des Säuglings steigt, reicht Muttermilch oder Säuglingsmilch allein nicht mehr aus. Die Milch muss durch feste Lebensmittel ergänzt werden. Damit beginnt die Beikostzeit. Den Säugling dabei liebevoll zu begleiten, sich Zeit für die Mahlzeiten zu nehmen, die Signale des Kindes wahrzunehmen, richtig zu interpretieren und angemessen zu beantworten, all das fördert ein gesundes Essverhalten und ist wünschenswert. Ebenfalls wünschenswert ist, dass das Kind lernt, Lebensmittel eigenständig zum Mund zu führen, einen Becher zu halten etc. Für eine gute Versorgung ist aber auch ein ausgewogenes Nahrungsmittelangebot wichtig. Dieses kann bei Säuglingen, die „von der Hand in den Mund“ leben, auf der Strecke bleiben. So kann es zum Beispiel sein, dass das Kind nicht genug Eisen aufnimmt. Denn die Eisenspeicher der Babys sind schon kurze Zeit nach dem Abstillen praktisch leer. Wenn das Kind dann nur an einem Stück Fleisch saugt, bekommt es kaum Eisen. Außerdem kann es sein, dass ein motorisch ungeschicktes Kind bei dem Fingerfood-Konzept nicht richtig satt wird. Oder dass es sich an einem Stück Gemüse oder Obst verschluckt.

Eltern sollten sich in der Beikost daher weiterhin an dem bewährten und sicheren Ernährungsplan orientieren, wie ihn etwa das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) empfiehlt. Unter dem Schutz der Muttermilch sollen ab Beginn des fünften Monats nach und nach zunächst Brei, dann neue Nahrungsmittel wie Getreide, Gemüse, Obst, und Fleisch eingeführt werden. Das Risiko, eine Allergie zu entwickeln oder eine Zöliakie zu bekommen, bei der man das in verschiedenen Getreidesorten enthaltene Klebereiweiß Gluten nicht verträgt, lässt sich dadurch senken. Diese Form der Ernährung schließt „Fingerfood“ nicht aus. Eltern können dem Säugling zusätzlich zur Beikost Brot, Gemüse oder Obst in Stückchen anbieten, sobald er sie kauen kann, so kann er Lebensmittel mit allen Sinnen erfahren und spielerisch entdecken. Und ab dem zehnten Lebensmonat sollten Eltern dazu übergehen, das Kind an den Familienmahlzeiten teilnehmen zu lassen. Wenn es dabei noch die Hilfe der Eltern braucht, können sie es dabei ruhig noch füttern.“

www.kinderaerzte-im-netz.de

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