Braucht leichter Bluthochdruck Medikamente?

Die Bluthochdruck-Grenzwerte zu senken, könnte Millionen Menschen mit einem geringen Krankheitsrisiko unnütze Medikamentenverschreibungen bescheren und unnötige Kosten verursachen, darum geht es auch auf der Konferenz „Preventing Overdiagnosis“, die vom 15.-17. September 2014 in Oxford, UK stattfindet.
Dr. Stephan Martin und Kollegen argumentieren in ihrem Strategie-Papier, das anlässlich der Konferenz vorgestellt wird, dass dieses Vorgehen Patienten nicht helfen und immense Gesundheitskosten verursachen könnte.

Bluthochdruck in den USA häufigster Grund für Arztbesuch

40% der Erwachsenen weltweit haben einen Bluthochdruck. Über die Hälfte wird als leichte Form klassifiziert. Das bedeutet, dass sie kein großes Risiko haben,  Herzerkrankungen, Diabetes oder Nierenerkrankungen zu bekommen. Trotzdem werden diese Patienten mit Medikamenten versorgt, um sie vor diesen Krankheiten zu bewahren.

Allein in den USA, wo Bluthochdruck der häufigste Grund ist, eine ärztliche Praxis aufzusuchen, belaufen sich die Kosten der medikamentösen Behandlung auf schätzungsweise 32 Milliarden Dollar pro Jahr. Das entspricht mehr als 1% der jährlichen Gesundheitskosten und mehr als ein Drittel der gesamten US-Ausgaben für die öffentliche Gesundheit.
Die Autoren warnen auf BMJ today, dass eine Überbewertung der medikamentösen Behandlung mit nachteiligen Nebenwirkungen verbunden ist wie erhöhte Gefahr von Stürzen. Zudem werden alternative Methoden wie Lifestyle-Änderungen verpasst:  Gewichtsreduzierung, Raucherentwöhnung, verringerter Alkoholkonsum und mehr Bewegung.

Sie fordern Ärzte auf, die Unsicherheit bei der medikamentösen Behandlung von leichtem Bluthochdruck den Patienten mitzuteilen, sie zu ermuntern, den Blutdruck zu Hause zu messen. Auch die Genauigkeit von Messungen in Kliniken sollte verbessert werden und die Förderung der öffentlichen Investitionen in die Gesundheit. –  IMK

Quelle: The BMJ

www.bmj.com/too-much-medicine

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