Brustimplantate erschweren Brustkrebsdiagnose

Kosmetische Brustimplantate werden immer populärer, doch können sie offenbar die Diagnose von Brustkrebs im Frühstadium erschweren und damit das Überleben der betroffenen Frauen gefährden. Die Implantate führen zu Verschattungen einer vorgenommenen Mammografie und machen das Brustgewebe nur undeutlich sichtbar.

Ein kanadisches Wissenschaftlerteam stellte sich die Frage, ob sich das Brustkrebs-Stadium und die Überlebensrate nach der Diagnose bei Frauen mit und ohne Brustimplantaten unterscheiden. Deshalb analysierten sie die Resultate vorangegangener Beobachtungsstudien, die alle nach 1993 und hauptsächlich in den USA, Nordeuropa und Kanada durchgeführt worden waren. Sie fanden heraus, dass Frauen mit Brustimplantaten ein um 26 Prozent höheres Risiko hatten, in einem späteren Brustkrebsstadium diagnostiziert zu werden als Frauen ohne Brustimplantate.
Im Anschluss daran analysierten sie die Ergebnisse fünf weiterer Studien. Die Analyse ergab, dass Frauen mit kosmetischen Brustimplantaten ein um 38% höheres Risiko haben, an der Brustkrebserkrankung zu sterben als Frauen ohne Brustimplantate.
Dennoch geben die Wissenschaftler zu bedenken, dass bei einigen der Studien Faktoren wie Übergewicht und andere Variablen nicht bereinigt worden waren. Zudem gab es einige andere Punkte, die die Aussagen der Studien begrenzten. Dennoch lässt sich aufgrund der Anhäufung der Daten vermuten, dass bei Frauen mit kosmetischen Brustimplantaten häufiger ein nichtlokalisierter Brustkrebs diagnostiziet wird als bei Frauen ohne Brustimplantate. Weitere Studien sind erforderlich, um die langfristige Wirkung von Brustimplantaten zu erforschen, die das Erkennen von Brustkrebs erschweren, und um andere Störfaktoren auszuschließen. –I. Mosblech-Kaltwasser
Die Studie ist in bmj.com today veröffentlicht.
Quelle: BMJ

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