Brustkrebs – Prävention ist machbar – so geht’s

Achtsam mit seinem Körper umzugehen, bedeutet auch, Risiken zu vermeiden, die Brustkrebs erzeugen könnten. Dazu gehört auch eine bewusste Ernährung.

Eine Reihe von neuen Analysen, die in den Annals of Internal Medicine veröffentlicht wurden, stellten die bisherigen und weitverbreiteten Empfehlungen infrage, den Konsum von rotem und verarbeiteten Fleisch zu reduzieren. Die Assistenzprofessorin Beth Kitchin, Ph. D., University of Alabama in Birmingham, gibt dazu folgenden Kommentar:

Rotes Fleisch in Maßen ist nicht das Problem. Furchterregende Schlagzeilen, die rotes Fleisch mit einem erhöhten Risiko für Brustkrebs in Verbindung bringen, müssen zurechtgerückt werden. Das heißt nicht, dass es keinen Zusammenhang gibt. Frauen, die gerne Fleisch essen, sollten kluge Entscheidungen darüber treffen, wie viel Fleisch sie konsumieren wollen.

Es bleibt weiterhin eine gute Idee, den Verzehr von rotem Fleisch einzuschränken. Schließlich ist es nicht nur mit Brustkrebs, sondern auch mit Darmkrebs in Verbindung gebracht worden. Die zusätzlich enthaltenen gesättigten Fettsäuren, können das Risiko für Herzerkrankungen erhöhen.

Photo by Jason Leung

Hier einige Tipps zum Verzehr von rotem Fleisch:

  • Zwei Portionen rotes Fleisch pro Woche. Versuchen Sie, die Aufnahme von Rindfleisch, Schweinefleisch und verarbeitetem Fleisch auf zwei Portionen pro Woche zu begrenzen.
  • Wenn Sie bisher mehr Fleisch konsumiert haben, versuchen Sie so viel wie möglich zu reduzieren – setzen Sie sich dabei aber erreichbare Ziele.
  • Wählen Sie gesündere Proteinquellen. Ersetzen rotes Fleisch durch Fisch, Hühnchen-, Putenfleisch und Sojaprodukte.
  • Wählen Sie magere Sorten wie Schweine-, Rinderlende, Filetfleisch, Steak oder andere magerere Fleischsorten.
  • Und natürlich sollten die Portionen nicht so groß sein – nicht mehr als 85-100 Gr. -IMK-

Problematisch ist auch ein hoher Alkoholkonsum

Brustkrebs verhindern
Risikofaktor Alkohol – Photo by Michael Discenza

Bonn (chw) – Vom Sektfrühstück bis zum abendlichen Wein, vom Bier auf der Grillparty bis zum Cocktail beim Feiern: Es gibt zahlreiche Gelegenheiten, die zum Trinken von Alkohol einladen. Während die Gefahren des Rauchens als hoher Risikofaktor für Krebserkrankungen hinlänglich bekannt sind, werden dem Alkohol häufig sogar gesundheitsfördernde Wirkungen nachgesagt.

Dabei ist Alkohol vor allem eins: ein Zellgift, das fast alle Körperzellen und Organe schädigen kann. Regelmäßiger Konsum steigert das Risiko für verschiedene Krebserkrankungen, darunter auch Brustkrebs.

„Der sorglose Umgang kann nur bedeuten, dass der Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Krebs zu wenig bekannt ist oder verdrängt wird“, so Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. „Wir nehmen den Brustkrebsmonat daher zum Anlass, zu einem bewussteren Umgang mit Alkohol zu ermutigen.“

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) empfiehlt Frauen, nicht mehr als einen Achtelliter Wein oder 0,3 Liter Bier pro Tag zu trinken. Dies entspricht einer Menge von 12 Gramm Reinalkohol. Männer sollten nicht mehr als die doppelte Menge zu sich nehmen – jeweils bei mindestens zwei bis drei alkoholfreien Tagen pro Woche.

Aber: Einen sicheren Grenzwert gibt es nicht, denn jeder Konsum erhöht das Krebsrisiko. Der Europäische Kodex zur Krebsvermeidung rät deshalb: Reduzieren Sie Ihren Alkoholkonsum. Der völlige Verzicht auf Alkohol ist noch besser für die Verringerung Ihres Krebsrisikos. „Wenn es um Alkohol geht, ist weniger tatsächlich immer besser“, betont Professor Dr. Ulrich John, Direktor des Instituts für Sozialmedizin und Prävention der Universitätsmedizin Greifswald. John ist zudem Mitglied des Fachausschusses Primärprävention der Deutschen Krebshilfe. „Aber es ist kein Verzicht im eigentlichen Sinne. Denn wer sich bewusst für ein alkoholfreies Leben entscheidet, gewinnt viel, vor allem Energie und Gesundheit.“

Riskante Trinkgewohnheiten bei Frauen

Frauen trinken zwar insgesamt weniger Alkohol als Männer, aber sie vertragen aufgrund ihrer Körperzusammensetzung und des langsameren Alkoholabbaus auch nicht so viel. So überschreitet etwa jede fünfte Frau – und damit ein ähnlicher Anteil wie bei den Männern – den Grenzwert der DHS. Insbesondere die Gruppe der 45- bis 54-Jährigen entwickelt häufig riskante Trinkgewohnheiten.

Krebsrisikofaktor Alkohol

Wissenschaftliche Studien belegen, dass der Konsum alkoholischer Getränke das Brustkrebsrisiko – neben weiteren Tumorarten, insbesondere im oberen Verdauungstrakt – nachweislich erhöht. Ursache für die krebsfördernde Wirkung ist unter anderem Acetaldehyd. Die Substanz entsteht beim Abbau von Alkohol im Körper und wird von Wissenschaftlern als krebserregend eingestuft. Darüber hinaus erhöht Alkohol den Östrogenspiegel – es entsteht ein hormonelles Ungleichgewicht, das auf andere Zellen wachstumsfördernd wirken und dadurch die Krebs-entstehung begünstigten kann.

Prävention ist machbar

„Alkohol ist nicht der einzige Risikofaktor für die Entstehung von Krebs, den wir selbst beeinflussen können“, erklärt Nettekoven. „Nichtrauchen, eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, Normalgewicht und der Schutz vor UV-Strahlung können Krebserkrankungen ebenfalls vorbeugen.“ Auch wenn es im Einzelfall keine Garantie gibt: Experten schätzen, dass rund 40 Prozent aller Tumore durch eine gesunde Lebensweise vermeidbar wären.

TIPPS FÜR EINEN GERINGEREN ALKOHOLKONSUM

Führen Sie ein Trinktagebuch, um Ihren Konsum zu beobachten. Dies ist ein einfacher, aber sehr wirksamer Schritt zu einem bewussteren Umgang mit Alkohol.

  • Lagern Sie keine Alkoholreserven zu Haus
  • Trinken Sie Alkohol nie aus Langeweile, Frust oder Einsamkeit.
  • Wenn Sie etwas trinken möchten, tun Sie dies zu den Mahlzeiten.
  • Trinken Sie Wasser statt Alkohol gegen den Durst.
  • Trinken Sie ein großes Glas Wasser bevor Sie zum Alkohol greifen.
  • Nehmen Sie zwischen zwei alkoholischen Getränken immer ein alkoholfreies Getränk zu sich.
  • Für Bier, Sekt und Cocktails gibt es leckere alkoholfreie Alternativen.
  • Trinken Sie langsam und nehmen Sie kleine Schlucke.
  • Trauen Sie sich, freundlich und bestimmt „Nein“ zu sagen – es ist vollkommen in Ordnung,
  • wenn Sie nichts trinken möchten und Sie müssen sich nicht dafür rechtfertigen.

Informationen über Brustkrebs auf der Website der Krebshilfe

Titelfoto: Photo by Michael Discenza

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