Computergestützte Therapie wirksam bei depressiven Jugendlichen

Jugendliche, die an Depressionen leiden, profitieren auch von computergestützter Therapie. Dies ergab eine Studie an der Universität Auckland, Neuseeland. Demnach sind immer mehr Jugendliche von Depressionen betroffen, doch viele suchen keine professionelle Hilfe auf. Die Forscher wollten wissen, ob „SPARX“, eine spezielle, auf Computersoftware basierende, kognitive Verhaltenstherapie in gleichem Ausmaß depressive Symptome reduzieren kann wie eine Standard-Therapie.
SPARX ist ein interaktives 3D-Phantasiespiel, bei dem ein einzelner User eine Reihe von Herausforderungen bewältigen muss, um in einer von negativen Gedanken (Gloomy Negative Automatic Thoughts) geprägten, virtuellen Welt ein Gleichgewicht herzustellen. Es beinhaltet sieben Module, die einen Zeitraum von vier bis sieben Wochen umfassen. Dagegen werden Therapiesitzungen normalerweise von ausgebildeten Therapeuten durchgeführt.

Die Wissenschaftler hatten 187 zufällig ausgesuchte Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren für insgesamt 24 Versuche in zwei verschiedene Gruppen eingeteilt. Die Jugendlichen beiderlei Geschlechts litten an leichten bis mittelschweren Depressionen, die als behandlungsbedürftig angesehen wurden: Eine Gruppe wurde standardmäßig behandelt, die zweite benutzte das Computerspiel SPARX.

Die Teilnehmer wurden nach drei Monaten mit den üblichen Standardtest nochmals untersucht, um die Qualität ihrer seelischen Gesundheit zu überprüfen.
Die Ergebnisse zeigten, das SPARX ebenso effektiv war wie herkömmliche Therapien, um Depressionen und Ängste zu reduzieren:

Die Autoren schließen daraus, dass SPARX für Jugendliche eine effektive Hilfe bietet. Der Gebrauch des Computer-Therapie-Programms brachte signifikante Ergebnisse: Angst als auch Depressionen waren bei den Anwendern deutlich reduziert. SPARX stellt damit eine potentielle Alternative zur üblichen face-to-face Therapie dar, die kostengünstiger ist und auch von Jugendlichen leichter akzeptiert wird. -Ingrid Mosblech-Kaltwasser-

Quelle: BMJ 2012;344:e2598 doi: 10.1136/bmj.e2598

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