Coole Kids in warmer Ökomode

Trödeln auf dem Schulweg, Schlittenfahren oder einen Schneemann bauen – viel draußen sein, macht im Winter nur dann Spaß, wenn man schön warm angezogen ist. Der Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN) präsentiert nachhaltige Kindermode für kalte Wintertage und gibt Hintergrundinformationen, was Naturtextilien, die unter strengen ökologischen und sozialen Kriterien hergestellt wurden so besonders macht.

Nachhaltige Kindermode mit Wohlfühl-Faktor

„Bäh, der kratzt aber!“ – für Kinder gibt es nichts Schlimmeres, als unbequeme, kratzige Klamotten. Kuschelweich und gemütlich sollen sie sein. Nicht zu warm und nicht zu kalt. Und sie dürfen auf keinen Fall beim Spielen und Toben stören. Naturfasern haben dabei viele Vorteile, denn sie sind angenehm auf der Haut und haben einen hohen Tragekomfort. Beispiel Wolle: Die Wollfaser an sich ist ein kleines Wunder. Produkteigenschaften, die man sonst häufig durch chemikalienintensive Ausrüstungsprozesse erzielt, bringt sie schon von Natur aus mit. So können die Fasern durch ihre spiralförmige Struktur Luft einschließen und werden zum perfekten Wärmeisolator. Wolle hat eine Art biologisches Gedächtnis. So kommt es, dass die Faser immer zu ihrer ursprünglichen Form zurückfindet. Beim Toben geraten die Kleinen nicht so schnell ins Schwitzen, da die Faser höchst atmungsaktiv ist. Wenn sie es doch einmal tun, ist das auch kein Problem, da Wolle sehr viel Feuchtigkeit aufnehmen kann und sie auch schnell wieder abgibt

Natürliche Intelligenz

Durch Weiterverarbeitung der Fasern kann man die Eigenschaften der Wolle noch verstärken: Beim Walken zum Beispiel werden Millionen von Luftbläschen in den Stoff eingeschlossen und es entsteht eine Art Wärme-Luft-Polster. Das Wollwalken ist die Spezialität der Marke disana, die auf der Schwäbischen Alb aus dem besonders feinen Haar der Merinoschafe GOTS-zertifizierte Stoffe herstellt. Sie schützen nicht nur gegen Wind und Regen, sondern sind auch richtig schön flauschig. Die tollen Eigenschaften der Wolle können regelrecht zu Innovationen beflügeln. So hat das Kindermodelabel macarons in einem aufwändigen Entwicklungsprozess ihren unverwechselbaren „IQ Fabric“ kreiert. Die Gewebeinnovation besteht aus Biomerinowolle (kbT) außen und Biobaumwolle (kbA) innen. Der entstandene Doubleface-Strickstoff wird durch Walken miteinander verbunden und so zu einer funktionalen Outdoor-Bio-Neuheit.

MACARONS

Kleidchen und Mantel von maracrons aus Biomerinowolle (kbT) außen und Biobaumwolle (kbA) innen. Der entstandene Doubleface-Strickstoff wird durch Walken miteinander verbunden und so zu einer funktionalen Outdoor-Bio-Neuheit.

Ökologischer Schmutz-Schutz

Draußen toben bedeutet volle Wäschekörbe. Pflegeleichte Kleidung, die sich leicht waschen lässt, steht bei Eltern deshalb hoch im Kurs. Noch besser sind Kinderkleider, die gar nicht erst dreckig werden. Das Nonplusultra: Schmutz- und wasserabweisende Textilien. Hier kommen in der Regel funktionale Stoffe, hydrophobe Ausrüstungen und wasserundurchlässige Membrantechnologien zum Einsatz. Dagegen wäre nichts zu sagen, wenn Ausrüstungen und Membrane nicht häufig umwelt- und gesundheitsschädliche Fluor-Verbindungen enthalten würden. Dabei sind textile High-Tech-Stoffe im Alltag eigentlich nicht nötig. Wolle hat nämlich schon von Natur aus einen Schmutz-Schutz: Lanolin. Das natürliche Wollfett hat eine bakterienhemmende Wirkung und legt sich wie ein Film um die Fasern, so dass Wasser und Schmutz bis zu einem gewissen Grad abperlen. Im Matsch suhlen kann man sich damit nicht, aber zum Spielen im Wald oder auf dem Spielplatz reicht das allemal. Der Schmutz lässt sich im trockenen Zustand einfach abklopfen. Wichtig ist, dass die Wolle bei der Herstellung besonders sanft behandelt wird, so dass das Lanolin nicht herausgewaschen oder zerstört wird. Darauf achten ökologische Kindermodelabels.

Das Berliner Label CharLe verwendet für seinen Dufflecoat deshalb zum Beispiel unbehandelte Rohwolle, die zu einem besonders festen Stoff gewebt wird. Die Mäntel sind übrigens nicht nur durch ihr Material besonders langlebig, sondern auch durch das „Mitwachs-Prinzip“: Die Schnitte und Passform der Kleidungsstücke von CharLe werden so entwickelt, dass sie mit dem Kind „mitwachsen“ und so mehrere Jahre lang getragen werden können.

Dufflecoat_braun_Image_Fotocredit_CharLe

Garantiert ohne gefährliche Schadstoffe

Auch beim Kauf von Fleece-Produkten lohnt es sich, etwas genauer hinzuschauen. Auf der Suche nach Kinderprodukten aus flauschigem Fleece, hält man nämlich meistens Mützen, Schals und Jacken aus 100% Polyester in der Hand. Das heißt nicht zwangsläufig, dass sie Schadstoffe enthalten. Sicher ist aber, dass die Fasern mit einem chemischen Verfahren hergestellt und oft mit schädlichen Dispersionsfarben gefärbt sind. Anders zum Beispiel bei den GOTS-zertifizierten Woll- Fleece-Mützen von pure-pure by Bauer oder den Schiebermützen von PICKAPOOH. Sie bestehen komplett aus Biowolle (kbT) und das Aufrauen der Fasern, das den Fleece so flauschig macht, erfolgt rein mechanisch.

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Fleece-Mützen von pure-pure by Bauer

„kbT“ und „kbA“, was heißt das eigentlich?

kbT bedeutet „kontrolliert biologische Tierhaltung“, kbA „kontrolliert biologischer Anbau“. Das Siegel IVN BEST und der Global Organic Textile Standard (GOTS) garantieren, dass Pflanzenfasern ökologisch angebaut werden, das heißt keine künstlichen Spritz- und Düngemittel eingesetzt werden. Denn diese sind hochgradig umweltbelastend und gefährden die Gesundheit der Bauern. Bei tierischen Fasern wiederum steht das Tierwohl im Mittelpunkt: Es beinhaltet vor allem die artgerechte Tierhaltung im Stall und auf der Weide sowie den Verzicht auf einen präventiven Einsatz von Medikamenten. Bei der Weiterverarbeitung der Fasern spielen außerdem der Verzicht auf schädliche Chemikalien und ein anspruchsvolles Umweltmanagement hinsichtlich der Punkte Abfall, Abwässer und Energie eine entscheidende Rolle. Genauso wie Sozialstandards zur Einhaltung von Menschenrechten bezüglich Arbeitssicherheit und gerechter Bezahlung durch die gesamte Produktionskette hindurch große Bedeutung haben. Das Resultat sind schadstofffreie Textilien und Schuhe – gut für Mensch, Tier und Natur! Eines der wenigen Unternehmen, dessen Prozesskette nach IVN NATURLEDER zertifiziert wurde, ist POLOLO. Bekannt geworden ist POLOLO mit seinen Kinderkrabbel- und Lauflernschuhen aus chromfreiem, allergikerfreundlichem Naturleder. Passend für den bevorstehenden Winter bietet POLOLO wohlig warm gefütterte Winterboots zum Schnüren an.

POLOLO Winterboots für Kids

POLOLO Winterboots für Kids

Warum sind Kinder empfindlicher als Erwachsene?

Warum schadstofffreie Textilien und Lederprodukte insbesondere für Kinder so wichtig sind?

„Kinder reagieren viel empfindlicher als Erwachsene. Schadstoffbelastungen in Textilien gelangen über die Hautoberfläche in den Körper. Ein kleiner Baby- oder Kinderkörper hat im Verhältnis zum Körpervolumen viel mehr Haut als ein Erwachsener. Dadurch ist die Belastung für Kinder deutlich höher. Es ist nachgewiesen, dass Textilchemikalien Verursacher von Allergien sein können, die bei direktem Hautkontakt sofort oder aber auch erst im späteren Leben auftreten können“, sagt IVN Geschäftsstellenleiterin Heike Scheuer.

Ein Grund mehr, bei Kindermode auf nachhaltige Naturtextilien zu setzen.


Kindermode der genannten Marken ist unter anderem in folgenden Shops zu kaufen:

– Bio Textilien im Allgäu, Altusried
– BooBooBootique, Frankfurt
CharLe – sustainable kids fashion, Berlin
– Der Babyschlafsack, Bonn
– Engelchen flieg, Bonn
– Foster Naturkleidung, Marburg
– Glore Fashion + Baby, München
GoodsHouse, Heidelberg
Greenstories
– Hans Natur, Süderbrarup
– Havebabies, Frankfurt
Hess Natur
– Hug & Grow, Berlin
– Impulse, Osnabrück
– Kokopelli, Potsdam
Maas Naturwaren
– Macarons Atelierverkauf, Stuttgart
– Marienkäfer Naturtextilien, Saarbrücken
– Minime – Designed4Kids, Hamburg
MyToys
– Naturata, Köln
– Naturkaufhaus In der Galeria, Berlin
– Naturkinderladen, Weimar
– Okki Dokki, Köln
Pinokids
Primel Untrasried
– Rundum, Hamburg
– Snugata, Berlin
– Strampelwicht, Mainz
– Tiny, Berlin

Fotocredit_André_Gawanka

Fotocredit_CharLe

Titelfoto:PICKAPOOH/F.Lochschmidt

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