Der König aller Krankheiten – Krebs, eine Biografie

In Deutschland werden immer mehr Brust- und Hautkrebserkrankungen diagnostiziert, dies geht aus gerade veröffentlichten Zahlen der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister (GEKID) hervor. Krebs gilt zwar als moderne Krankheit, doch litten schon Jahrtausende vor unserer Zeit Menschen an Krebs. Um 400 v. Ch. bereits tauchte der Name in medizinischen Schriften auf: karkinos, das auf Griechisch Krebs bedeutet. Hippokrates nannte die ihm zu Gesicht gekommenen Geschwüre so, weil ihn die Blutgefäße dieser Geschwulste an die kreisförmig abgespreizten Beine eines Krustentiers erinnerten.
Doch das klinische Bild ist vielfältig. Hippokrates hatte eine Unterscheidung zwischen bös- und gutartigem Krebsgeschwür damals noch nicht machen können. Diese Vielschichtigkeit der Natur von Krebs stellt auch bis heute noch eine Herausforderung dar und erhöht die Schwierigkeit, die Krankheit zu behandeln und zu heilen. Denn Krebs ist auch innerhalb seiner verschiedenen Arten von Temperament, Verhaltensweisen und Persönlichkeit unterschiedlich.
Darum hat es viele Irrtümer, Versuche, Fehlurteile bei der Erforschung dieser ungeheuren Krankheit gegeben. Aber auch viel Erfindungsreichtum, Mut und Geduld sind investiert worden, um die Ursache zu erforschen und Behandlungsformen zu entwickeln, wie sie uns heute zur Verfügung stehen.
Lange tabuisiert, hatte Krebs seinen großen Auftritt in den Medien erstmals 1969. Damals appellierten Wissenschftler an Richard Nixon, der Wissenschaft mehr Geld zur Bekämpfung der Krankheit zu gewähren.Seither tauchen in zahlreichen TV-Serien, Filmen und Büchern Protagonisten mit Krebserkrankungen auf. Krebs war aus den Krankenhäusern und Laboren hinaus in die Welt der Medien getreten, lange nachdem er schon so viele Menschen krank, einsam und verzweifelt gemacht hatte.
Von all diesen Geschichten rund um den „König aller Krankheiten“ handelt dieses Buch, es ist also kein Fachbuch. Der Autor hat vielmehr durch die ausführliche Beschäftigung mit dem Phänomen Krebs eine umfangreiche, detallierte und faszinierende Biografie des „Königs aller Krankheiten“ geschaffen.
Doch der Mediziner liefert auch eine Zukunftsperspektive. Wie verläuft die Karriere dieses Ungeheuers Krebs weiter? Kommt es zu einem Wendepunkt, ab dem wir die Krankheit nur noch in historischen Medizinbüchern finden werden? Wir, die durch die Erfindung des Penicillins und geeigneter Hygiene die längste Lebenserwartung seit Menschengedenken erreicht haben.

Ein faszinierendes und spannendes Buch, wunderbar anschaulich geschrieben, so dass man es unbedingt lesen sollte.

Siddhartha Mukherjee
ist Krebsforscher und praktizierender Onkologe. Er ist Assistenzprofessor an der Columbia University und arbeitet am New York Presbyterian Hospital. Mukherjee studierte an der Stanford University, der University of Oxford, der Harvard Medical School und ist ein Rhodes Scholar. Regelmäßig veröffentlicht er Artikel in Nature, The New England Journal of Medicine, The New York Times und The New Republic.
Für Krebs. Biografie einer Krankheit erhielt er 2011 den Pulitzer-Preis.
Mit seiner Frau und den gemeinsamen Töchtern lebt er in New York.

Siddhartha Mukherjee
Der König aller Krankheiten
Krebs – eine Biografie
Aus dem Englischen von Barbara Schaden
Mit einem Vorwort von Fritz Pleitgen
erschienen am 22. Februar 2012
ca.760 Seiten, gebunden
Format 24 x 16,5 cm
ca. € 26,– [D] / sFr. 36,50

Verlag: Dumont

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