“Der Sohn” und “Nur eine Ohrfeige” – Buchtipps

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Es ist Hochsommer in Australien. Aisha und Hektor haben Freunde und Verwandte zu einer Grillpartie eingeladen. Hektor liebt seine aus Indien stammende schöne Frau, die als Tierärztin arbeitet, eine liebevolle Mutter ist und es immer versteht, solche Grillpartys zu einem Erfolg zu führen. Und auch an diesem Abend kommen Verwandte mit ihren Kindern und vielen Freunden, um gemeinsam zu feiern.
Die anfangs zwanglose Atmosphäre wird jedoch plötzlich von Kindergeschrei unterbrochen. Der dreijährige Hugo hat eine Ohrfeige verpasst bekommen von Harry, der bekannt für seine gewalttätigen Ausbrüche ist. Ist diese Ohrfeige tolerabel? Diese Frage spaltet die Partygäste in zwei Lager. Von nun an ist nichts mehr so, wie es einmal war. Wird dieser Vorfall auf lange Sicht den traditionellen Zusammenhalt der Familie auflösen oder die langjährigen Freundschaften der Romanfiguren belasten?

Der Autor liefert mit dokumentarischer Treffsicherheit ein Portrait der australischen Gesellschaft.
Psychologisch tief nähert er sich seinen Romanfiguren, die mit ihren Konflikten und Sehnsüchten auf der Suche nach Sinn und Lebensglück sind.
Ein eindrucksvoller und sehr lesenswerter Roman von erzählerischer Brillanz.

Christos Tsiolkas, geboren 1965 im australischen Melbourne als Sohn griechischer Immigranten, arbeitet u.a. fürs Theater und Fernsehen. Mit »Nur eine Ohrfeige« legte er sein bislang erfolgreichstes Buch vor, das auch über Australien hinaus für Furore sorgte und mit dem »Commonwealth Writers‘ Prize« bedacht wurde sowie für den »Man Booker Prize« nominiert war. Tsiolkas lebt in Melbourne.

Nur eine Ohrfeige
Christos Tsiolkas
Roman, aus dem Englischen von Nicolai von Schweder-Schreiner (Orig.: The Slap)
2. Aufl. 2012, 510 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-93902-6
Verlag: Klett Cotta

Der Sohn

Er hegte und behütete seine Töchter wie zarte Pflänzchen, die Liebe, Pflege und Schutz benötigen. Als der Vater dann mit achtzig Jahren stirbt, fühlen sie sich schutzlos: Der optimistische, schützende Vater war auf dem Kranken- und Sterbebett wieder der Sohn geworden, der nach der Mutter ruft. Der ganzen Familie ist ihr sorgloses Leben abhanden gekommen. Insbesondere Saar lassen die letzten Worte ihres Vaters nicht mehr los. Sie hat die Großmutter, die von den Nazis verfolgt wurde und deren Mann in Bergen Belsen sterben mußte, nie kennengelernt. Nun möchte sie sich auf die Spur der Großmutter begeben.
Doch plötzlich wird sie selbst bedroht. Nach und nach erkennt sie, dass da ein Täter waltet, der selbst in eine uralte Geschichte von Hass, Schuld und Opferrolle verstrickt ist.
Zudem will ihr Sohn, eigentlich in Berkley um zu studieren, sich nun in den USA zum Afghanistan-Kämpfer ausbilden lassen. Dies will sie nicht einfach akzeptieren, denn dann könnte sie ihren Sohn nicht mehr beschützen.
Ein mitreißender, spannender Roman, der dennoch feinfühlig und literarisch brillant die Geschichte einer modernen Frau erzählt.

Jessica Durlacher
Der Sohn
Aus dem Niederländischen von Hanni Ehlers
Roman, Hardcover Leinen, 416 Seiten
Erscheint im März 2012
ISBN 978-3-257-06811-5
€ (D) 22.90 / (A) 23.60
sFr 38.90*
Verlag: Diogenes

Autorin

Jessica Durlacher, 1961 in Amsterdam geboren, ist mit ihren preisgekrönten Romanen ›Das Gewissen‹, ›Die Tochter‹ und ›Emoticon‹ in den Niederlanden eine Bestsellerautorin. Für ›Der Sohn‹ erhielt sie bereits den Opzij-Literaturpreis 2010 als bestes Buch des Jahres. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Bloemendaal und in Kalifornien.

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