Der zweite Code

Epigenetik – oder wie wir unser Erbgut steuern können

Als Bill Clinton mit den beiden Molekularbiologen Francis Collins und Craig Venters am 26. Juni 2000 der Weltöffentlichkeit auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus die Rohfassung des menschlichen Gencodes vorstellt, sind sich alle Wissenschaftler und Politiker einig: Dies ist ein wichtiger Schritt, um Krankheiten wie Krebs, Parkinson, Diabetes oder Alzheimer zukünftig heilen oder sogar verhindern zu können.
Doch schnell wird klar, dass es allein mit der Entschlüsselung des Codes nicht getan ist, und Gene bestimmen nicht alles. Ein neuer Begriff taucht auf, die Epigenetik.
Sie gibt Antworten auf Fragen, wieso nicht jeder Raucher Lungenkrebs bekommt und nicht jeder Übergewichtige an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung stirbt. Hier liefert der „zweite Code“ wissenschaftliche Ansätze zur Erklärung.
Gene bedürfen der Regulierung, denn erst durch die Fähigkeit der Gene, hochkomplexe Netzwerke zu bilden, entsteht ein menschlicher Organismus, der aber entsprechende Genregulierungsmuster benötigt. Eines dieser Systeme bilden auch die epigenetischen Schalter. Sie sind für den „Phänotyp“ verantwortlich, dem der Genotyp zugrundeliegt.
Und entscheidend und wichtig für uns, er ist durch Umwelteinflüsse veränderbar.
Vermeidung von Stress, dafür viel Liebe, eine gesunde Ernährung, all dies ist gesund und führt zu einem langen und glücklichen Leben. Nicht neues werden viele vielleicht sagen, doch dieses Buch erklärt auf verständliche Weise die biologischen Zusammenhänge nach dem heutigen wissenschaftlichen Stand. Mehr noch, es kann uns zu verantwortlichen Operatoren unserer epigenetischen Schalter machen und damit uns und unseren Nachkommen ein langes Leben bescheren.

Autor: Peter Spork
Verlag: Rowohlt
www.rowohlt.de
ISBN 978 3 498 06407 5

Biografische Notiz:
Der Autor ist promovierter Neurobiologe. Seit 1991 arbeitet er als freier Journalist und Autor.

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