Die 100 besten ECO HACKS – einfach nachhaltig leben

ECO

Umweltbewusst und ökologisch zu leben – ein Lifestyle, der sich zum Glück stets weiter verbreitet und in vielen Haushalten angekommen ist. Doch oftmals weiß man gar nicht, was man als Individuum noch alles tun kann, um nachhaltiger zu leben. Das Buch „Die 100 besten Eco Hacks: Tipps und Tricks für den Alltag“ liefert ganz konkrete alltagsnahe Tipps, um nachhaltig und ökologisch sinnvoll zu konsumieren. So erfährt man, wie man Lebensmittel richtig lagert und Haushaltsgeräte kostensparend nutzt. Oder wie es gelingt, bei der kommende Grillzeit nachhaltiger zu grillen und was mit „Green Washing“ gemeint ist.

Sicher, es gibt eine Vielzahl von Sachbüchern, die sich diesem Thema widmen, das ja von seiner Dringlichkeit noch zugenommen hat. Dieses Nachschlagwerk hat jedoch den Vorteil, da es sich direkt auf unser Konsum-, Essverhalten und unseren Umgang mit Energie bezieht. Es zeigt, dass es dort ein großes Potenzial gibt, um noch stärker und nachhaltiger den ökologischen Fußabdruck zu verbessern. Und dies gelingt mit kurzen und präzisen Informationen und Tipps, die tatsächlich motivieren, von zu Hause aus zu helfen, die Welt zu retten. Ein sehr empfehlenswerter Guide für einen nachhaltigeren Alltag.

Aus dem Inhalt
• Lebensmittel richtig lagern
• Vegan die Welt retten
• Besser grillen
• Verlässliche Mikroplastik-Siegel
• Bye, bye SUV
• Flüge richtig kompensieren
• Haushaltsgeräte kostensparend nutzen
• Die ökologisch korrekte Corona-Maske
• Der ökologische Pfotenabdruck
• u.v.m.

Die 100 besten ECO HACKS von Katarina Schickling ist bei Goldmann erschienen.

Katarina Schickling ist Dokumentarfilmerin, Ernährungsexpertin und Autorin mit einem Schwerpunkt auf Nahrungsmitteln und der dazugehörigen Industrie. Als Expertin wird sie in zahlreichen Medien immer wieder zurate gezogen, wenn es ums Essen und umweltbewusste Leben geht. Sie lebt und arbeitet in München.

Auszüge aus einem umfangreichen Interview mit Katarina Schickling zu ihrem neuen Buch

Wer sollte Ihr Buch die „Die 100 besten Eco Hacks“ lesen?

Das Buch richtet sich an alle, die möglichst einfach zu einem nachhaltigen und ökologisch sinnvollen Konsum kommen wollen, ohne dass sie dabei allzu tief in wissenschaftliche Studien einsteigen wollen – oder sich mit der komplexen Errechnung von CO2-Bilanzen befassen. Die „Eco Hacks“ liefern ganz konkrete alltagsnahe Tipps.

Welche fünf Eco Hacks sind Ihre Favoriten?

Ganz generell gefällt mir alles gut, wo Gegenstände ein neues Leben bekommen: abgelegte Kleider, die vielleicht eine Freundin glücklich machen, ausgelesene Bücher, die im öffentlichen Bücherschrank einen neuen Besitzer finden. Und die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung ist mir ein besonderes Anliegen!

Warum wissen wir eigentlich so wenig über die Zusammenhänge im Umweltbereich?

Ich glaube, dass Wachstum und Fortschritt so lange mit einem „Mehr“ an Konsum und Technik gleichgesetzt waren, dass wir da einfach erstmal umgepolt werden müssen. Gerade was unser Konsumverhalten angeht, müssen wir an vielen Stellen zurück zu den Gewohnheiten unserer Vorfahren. Das ist für uns fortschrittsgläubige Erdbewohner erst mal gewöhnungsbedürftig, dass gerade darin plötzlich der Fortschritt liegen soll.

Was könnte helfen, damit wir die Erkenntnisse der Wissenschaft endlich ernst nehmen?

Nun ja, vorrangig müssen wir Bewohner der entwickelten Welt umdenken, wir sind es ja, die so überproportional Ressourcen verbrauchen. Man darf auch nicht vergessen, mit welcher propagandistischen Wucht etwa die Energieerzeuger, aber auch Teile der Industrie und Politik über Jahrzehnte den Klimawandel geleugnet haben. Ich glaube, dass inzwischen die meisten begriffen haben, dass wir in unserer Lebensweise etwas verändern müssen. Jetzt braucht es ein einfaches Instrumentarium für uns Verbraucher:innen, etwa eine CO2-Bilanz auf jedem Produkt, damit wir auch mündige Entscheidungen im Laden treffen können.

Sie schreiben, unsere gesamte Gesellschaft habe die Folgekosten für nicht-nachhaltiges Leben zu zahlen. Wie ist das zu verstehen?

Beispielsweise führt die konventionelle Tierhaltung zu einer massiven Nitratbelastung – das macht das Trinkwasser teurer – für alle, auch für die Vegetarier. Unter der Umweltbelastung durch den städtischen Autoverkehr leiden auch die Fahrradfahrer, und die Kosten der Beseitigung von Umweltschäden durch Abgase tragen über die Steuern alle, nicht nur die Autonutzer. Der Unterhalt eines Parkplatzes am Straßenrand kostet die Kommune viel Geld, das Geld aller Bürger. Diese Liste lässt sich beliebig fortsetzen.

Nachhaltiger Lebensstil scheint nicht für alle finanzierbar zu sein. Den Einkauf im Bioladen kann sich nicht jeder leisten. Welche Maßnahmen könnten Abhilfe schaffen?

Biolebensmittel sind ein gutes Beispiel: Ich bin ein großer Fan des Verursacherprinzips. Wären etwa die Kosten, die durch die Nitratbelastung durch Gülle entstehen, ins konventionelle Fleisch eingepreist, wäre der Preisunterschied zu Bio gar nicht mehr so groß. Streng genommen müsste „Bio“ der Normalfall sein. Dass wir Erzeugern staatlich erlauben, Raubbau an Natur und Tiergesundheit zu betreiben, ist ja kein ehernes Gesetz.

Das sog. „Green Washing“ ist derzeit Trend. Wie lassen sich Falsch-Behauptungen von Unternehmen aufdecken? Was kann der Verbraucher tun?

Das ist ein großes Problem. Und die Politik lässt uns da leider ziemlich im Regen stehen. Wer weiß schon, dass es etwa bei Biokosmetik keine festen Regeln gibt? Oder das „Meeresplastik“ nicht zwingend aus dem Meer oder wenigstens vom Strand stammen muss, sondern auch Plastik sein kann, dass theoretisch irgendwann im Meer hätte landen können. Leider gibt es im Umweltbereich kaum gesetzlich geschützte Begriffe. Und selbst da, wo es Normen gibt, führen sie in die Irre. So ist „kompostierbares“ Plastik zwar gemäß einer EU-Norm in bestimmten Anlagen verrottbar, diese Anlagen existieren aber in ganz Europa praktisch nicht. Da hilft nur sehr genau hinschauen. Und natürlich in den „Eco-Hacks“ nachschlagen 😉

Auf was könnten wir verzichten, ohne dass unser Leben wirklich „schlechter“ wird?

Ich würde das gerne etwas anders formulieren: Wir können auf Dinge verzichten, wenn das Ziel, das wir dadurch erreichen wollen, groß genug ist. Natürlich fehlen mir seit der Pandemie Restaurantbesuche und Konzerte. Aber wenn ich dadurch Menschenleben rette, kann ich das. Also kann ich auch weniger fliegen und bewusster einkaufen, wenn ich dadurch die Zukunft menschlichen Lebens auf der Erde retten kann, oder? Denn genau um dieses noch viel größere Ziel – als bei Corona – geht es. Jetzt. Nicht erst in ein paar Jahrhunderten.

Flüge fallen aus, das Meer erholt sich, der „Earth Overshoot Day“ wurde um ca. drei Monate nach hinten verschoben etc. Wäre es nicht sinnvoll, wenn der Pandemie bedingte Ausnahmezustand der Umwelt zuliebe in vielen Bereichen zum Normalzustand würde?

Ich hoffe, dass wir ein paar Dinge in die Nach-Pandemie-Zeit mitnehmen: Weniger Dienstreisen für nur ein Meeting, mehr Homeoffice, gestaffelte Schulzeiten, um die Verkehrsstoßzeiten zu entlasten – alles schon mal gut. Und was die privaten Reisen angeht: Auch da sind wir – hoffentlich – künftig etwas bewusster unterwegs. Sich eine tolle, weite Reise gönnen ist ok. Aber fünf Wochenendtrips mit dem Flieger eher nicht.

Das Gespräch mit Katarina Schickling führte Julia Meyn.

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