Die andere Seite des Mondes – Künstlerinnen der Avantgarde

Im Mittelpunkt der Ausstellung Die andere Seite des Mondes in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen im K20 stehen acht Künstlerinnen, die in den 1920er und 1930er Jahren maßgeblich an den ästhetischen Neuerungen in Europa beteiligt waren. Hohes künstlerisches Niveau und ihr unbedingtes Engagement für die unterschiedlichsten ästhetischen Richtungen vom Dadaismus über den Konstruktivismus bis hin zum Surrealismus wurden zum Bindeglied für Claude Cahun, Dora Maar, Sonia Delaunay, Florence Henri, Hannah Höch, Sophie Taeuber-Arp und die weniger bekannten Katarzyna Kobro und Germaine Dulac.

Die andere Seite des Mondes stellt mit mehr als 230 Ausstellungsstücken die acht Pionierinnen der Avantgarde erstmals in dieser Zusammenstellung vor und beleuchtet Werk und Leben der Frauen, die oft zeitweise eng miteinander befreundet waren oder sich indirekt durch die Arbeiten kannten. Ebenso vielfältig wie die Kunststile sind ihre künstlerischen Mittel: Sie umfassen Malerei und Fotografie, Collage, Film und Skulptur, Marionetten und Mode-entwürfe.
Beispielhaft für die Künstlerinnen-Riege ist Sophie Taeuber-Arp (1889-1943). Mit ihrem umfassenden Werk, das den Dadaismus und die geometrisch-abstrakte Kunst miteinander verknüpft und sogar in Randbereichen den Surrealismus berührt, gilt sie als die ‚Verbindungen Schaffende‘ par excellence. Neben Piet Mondrian und Theo van
Doesburg trägt sie zur Etablierung der konkreten Kunst in Europa bei und ist als Mitarbeiterin der französisch-amerikanischen Zeitschrift Plastique eine frühe Networkerin
in Sachen avantgardistischer Kunst.
Zum Kreis dieser einflussreichen Pionierinnen zählen ebenso Hannah Höch (1889-1978), die mit ihren Collagen zu den Begründern des Berliner Dadaismus gehörte, sowie Sonia Delaunay (1885-1979). Letztere bereitete in Paris den Weg zur reinen Malerei und revolutionierte die Modeindustrie mit ihrem eigenen Label. Von Germaine Dulac (1882-1942) stammt der erste surrealistische Film, der 1928 – ein Jahr vor Luis Buñules legendärem Andalusischen Hund – produziert worden ist. Ihr Streifen La coquille et le clergyman wird während der Ausstellung zu sehen sein, die von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet wird.
Eine „Klanginsel“ präsentiert in der Ausstellung Musik von sechs internationalen Komponistinnen aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Ein eigens produzierter Dokumentarfilm vertieft die Thematik von Die andere Seite des Mondes.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Louisiana Museum of Modern Art, Dänemark

Abb.: Hannah Höch, Siebenmeilenstiefel, um 1934, Hamburger Kunsthalle/ bpk, © VG Bild-Kunst, Bonn 2011, Foto: Christoph Irrgang
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ab 22.10.2011 zu sehen im K20 GRABBEPLATZ

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen
Grabbeplatz 5
40213 Düsseldorf

BuchTipp
Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen,, Susanne Meyer-Büser (Hg.)
Die andere Seite des Mondes. Künstlerinnen der Avantgarde
Die Künstlerinnen der 1920er und 1930er Jahre

Die andere Seite des Mondes‹ erzählt von acht Künstlerinnen, die die ästhetischen Neuerungen im Europa der 1920er und 1930er Jahre maßgeblich mitprägten. Das zeigt sich in vielen Medien und Richtungen: Malerei, Fotografie, Collage, Film, Skulptur, vom Dadaismus über den Konstruktivismus bis hin zum Surrealismus. Durch ihr hohes künstlerisches Niveau, ihre zielstrebige Kontaktsuche und unbedingtes Engagement vernetzten sie sich stets im Zentrum der Avantgarde. Einige der Künstlerinnen waren eng befreundet, andere kannten sich durch ihre Werke. Die faszinierenden, zumeist noch unbekannten Wege und weiten Netzwerke dieser Frauen zeichnet das Buch nach.
In enger Verbindung von Leben und Werk macht dieser Katalog die vielschichtigen Korrespondenzen und Verwandtschaften in den Werken der Malerinnen, Collagistinnen, Designerinnen, Fotografinnen, Filmemacherinnen und Bildhauerinnen sichtbar. Damit wird aber auch ein ganz neues Licht auf die künstlerische Entwicklung dieser Jahre geworfen.

Die andere Seite des Mondes. Künstlerinnen der Avantgarde
Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen,, Susanne Meyer-Büser (Hg.)
288 Seiten,
H27,0 x B23,0 Hardcover
EUR 39,95 [D] / 53,90 sFr.
Erstverkaufstag: 17.10.2011
ISBN 978-3-8321-9391-1
Verlag: Dumont

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