Die Anziehungskraft des Lächelns

Frauen finden glückliche Männer weniger sexy als arrogante oder mürrische. Dies ergab eine Studie der Universität von British Columbia – die gleichzeitig auch erklärt, warum die Anziehungskraft der „bad boys“ und anderer Männerikonen immer noch wirksam ist. Werden die Ergebnisse jetzt dazu führen, dass Männer nun bei einem Date weniger häufig lächeln und ihr Profilfoto bei Facebook und Twitter updaten? Die Studie hat auf jeden Fall Geschlechtsunterschiede zwischen Männern und Frauen feststellen können, wenn es um die Rangordnung sexueller Anziehungskraft von gefühlsmäßigen Ausdrucksformen geht.

Viele vorherige Untersuchungen hatten die Beziehung zwischen Gefühl und Attraktion schon untersucht, doch dies ist die erste Studie, die über einen signifikanten Unterschied bei der Beurteilung solcher Gefühle zwischen den Geschlechtern berichtet. Die Ergebnisse sind im Fachjournal „Emotion“ erschienen.

Normalerweise reagieren Menschen auf ein Lächeln positiv, es lädt sozusagen zur Kommunikation ein und wird als wesentlich bei der menschlichen Interaktion betrachtet. Aber wirkt es auch auf beide Geschlechter gleichermaßen sexuell anziehend? Männer und Frauen reagieren unterschiedlich, so die Leiterin der Studie Prof. Jessica Tracy. Durch eine Reihe von mit insgesamt 1000 Probanden durchgeführten Untersuchungen wurde die Stärke der Attraktivität von mehr als hundert Fotos mit Frauen – oder Männergesichtern von jeweils gegengeschlechtlichen Testpersonen eingestuft. Die Fotos zeigten Emotionen wie Glück, Stolz oder Scham.

Die Studie fand heraus, dass Frauen weniger angezogen waren von glücklich lächelnden, dafür umso mehr von Männern, die stolz und selbstbewußt wirkten. Aber auch den traurigen oder beschämten Männern war eine sexuelle Anziehungskraft durch die Frauen sicher.
Die männlichen Testpersonen dagegen fühlten sich von glücklich lächelnden Frauen angezogen. Stolze, selbstbewusst wirkende Frauen fielen dagegen bei den meisten Männern durch.

Wie können diese Ergebnisse interpretiert werden?
Stolz gilt als männlich – auch durch eine körperliche Haltung, die akzentuiert wird durch einen muskulösen Körperbau. Die meisten Frauen bewerten diese körperliche Eigenschaft als besonders attraktiv. Lächeln dagegen wird als fehlende Dominanz empfunden und darum zumeist Frauen zugeschrieben, die damit Verletzlichkeit und Unterordnung signalisieren. Diese Phänomene sind aus evolutionspsychologischer Sicht nachvollziehbar sowie ebenfalls als soziokulturelle Geschlechternorm zu verstehen.

Allgemein scheinen die Ergebnisse tradierte Geschlechternormen und kulturelle Werte widerzuspiegeln, die sich im Laufe der Geschichte herausgebildet, entwickelt und verstärkt haben, so Tracy. Viele beurteilen sie mittlerweile als altmodisch und überholt.
Scham wird dagegen assoziiert mit sozialem Bewusstsein und besänftigenden Verhalten, das Vertrauen bei anderen auslöst. Das mag erklären, warum beide Geschlechter dies als attraktiv bewerten, denn Männer als auch Frauen bevorzugen Partner, denen sie vertrauen können.
Darüberhinaus fanden die Forscher noch heraus, dass Männer Frauen häufiger als attraktiv einstuften als Frauen die Männer. –Ingrid Mosblech-Kaltwasser –
Quelle: newswise.com
 

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