Die grüne Lüge – Kathrin Hartmann

Es gibt sie glücklicherweise immer häufiger, Bioläden und Biobauernhöfe, Biokosmetikhersteller und Modelabel, die nachhaltige Produkte für einen nachhaltigen Lifestyle anbieten. Denn immer mehr Menschen in Deutschland und weltweit wollen aus Gründen des Umweltschutzes nachhaltig konsumieren. Deswegen werden News über Produkte, die nach ökologischen Standards hergestellt sind, mit Begeisterung aufgenommen.

Fast sieht es so aus, als ob sich immer mehr Großkonzerne dieser Bewegung anschließen würden und sich die Vernunft gegen Profitstreben durchgesetzt hätte. Wenn nicht dieses Buch „Die grüne Lüge“ wäre, das ganz schnell die gewonnene Zuversicht, alles könne im Sinne von Umwelt- und Klimaschutz besser werden, zerrinnen lässt. Greenwashing nennt die Autorin Kathrin Hartmann das Bemühen der Konzerne, ein Umweltversprechen umzusetzen. Denn sie verfolgen  ihr schmutziges Kerngeschäft weiterhin.

Weltreisen sind für den ökologischen Fußabdruck schädlich, und doch gibt es Reiseunternehmen, die versichern, ihre Reisen in die weite Ferne tun etwas für die Umwelt, durch Projekte vor Ort, die den Menschen dort nützen. Ähnlich versucht Nespresso seine unerträgliche Umweltverschmutzung mit jährlich 8000 Tonnen Alu-Kapseln schön zu reden durch den Versuch, über eine Nachhaltigkeitsvision Gutes für die Umwelt zu bewirken. Doch das Umweltproblem ist nicht allein die Entsorgung der Kaffeekapseln, die Nespresso ohnehin ihren Kunden überlässt. Viel schlimmer ist  die Aluminiumproduktion selbst, und die will das Unternehmen in Zusammenarbeit mit anderen noch weiter vorantreiben.

Ein anderes Kapitel, ein anderer Name: Der große Ölkonzern BP und die Ölpest, die im April 2010 passierte. Im Golf von Mexiko explodiert die Ölbohrplattform Deepwater Horizon. 780 Millionen Tonnen Öl ergießen sich ins Meer. Eine ungeheure Umweltverschmutzung. Fünf Jahre danach behauptet BP, dass die Folgen dieses Unglücks spurlos geblieben und das Ökosystem wiederhergestellt seien. Doch das ist falsch, und die Autorin kann dies durch ihre gründlichen Recherchen und Interviews vor Ort mit ihrem Buch belegen. Doch der Konzern zimmert dennoch weiter an seinem grünen Image.

Und der Verbrauch pflanzlicher, mineralischer und fossiler Rohstoffe geht weiter. Er hat sich in 20 Jahren zwischen 1980 und 2010 von 40 auf 80 Milliarden Tonnen verdoppelt. Damit nicht genug, auch die Artenvielfalt nimmt stetig ab. Regenwälder werden weiter ausgebeutet. Stattdessen gibt es immer mehr Palmöl-Monokulturen, die für verarmte Dorfgemeinden sorgen. Und die scheinbar nachhaltige Palmölproduktion geht weiter.

Die Journalistin Kathrin Hartmann hat umfangreich und gut recherchiert. Detalliert und kenntnisreich berichtet sie über ein großes Problem – Greenwashing. Dabei bringt sie Tatsachen ans Licht, die normalerweise nicht an die Öffentlichkeit dringen. Dieses wichtige Buch klärt uns auf und macht uns klüger.

„Die grüne Lüge“ entstand aus der Zusammenarbeit mit Werner Boote, mit dem die Autorin  gemeinsam das Drehbuch für seinen Film „The Green Lie“ (ab 22. März 2018 in den Kinos) verfasste, in dem sie auch selbst mitwirkt.

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Die grüne Lüge
Kathrin Hartmann

ISBN: 978-3-89667-609-2
Verlag: Blessing

Webseite & Blog von Kathrin Hartmann

www.ende-der-maerchenstunde.de

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