DIE LIEBENDEN – VON DER LAST, GLÜCKLICH ZU SEIN // FilmTipp

‚Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins’‚ – laut Regisseur Christophe Honoré hatte auch dieser Titel für DIE LIEBENDEN – VON DER LAST, GLÜCKLICH ZU SEIN (OT: „Les bien-aimés“) gepasst. Tatsächlich ist sein Film in der Tradition der großen Romane über die Liebe zu sehen. Leichtfüßig und tragisch zugleich erzählt er von den verwirrenden Verstrickungen und Verwerfungen der Gefühle und beleuchtet dabei die spannungsreiche Entwicklung des Beziehungslebens von der sexuellen Revolution bis ins neue Jahrtausend:

Paris 60er Jahre:
Die junge Schuhverkäuferin Madeleine (Ludivine Sagnier) lässt nach Ladenschluss ein Paar eleganter roter Roger Vivier Absatzschuhe mitgehen. Als sie damit stolz auf der Straße hin und her läuft, wird sie von einem Mann prompt für eine Prostituierte gehalten. Zuerst ist Madeleine pikiert, doch dann bietet ihr der Freier gleich 70.000 Francs, und mit einem Blick auf die sündhaft teuren Schuhe lässt sie sich darauf ein. So avanciert sie zum Mädchen für gewisse Stunden, die sich mit ihrem Nebeneinkommen Geld für den für sie sonst unerschwinglichen Luxus im Leben sichert. Bis einer ihrer Kunden ihr Geliebter wird – der junge Arzt Jaromil (Rasha Bukvic) aus der Tschechoslowakei, der sich zur Ausbildung in Paris befindet. Als er wieder in seine Heimat zurückkehrt, macht er ihr einen Heiratsantrag – und nach einigem Zögern willigt Madeleine ein.

Prag 1968:
Das junge Paar lebt mit Tochter Véra in der tschechischen Hauptstadt, doch der Familiensegen ist längst gestört – Jaromil hat eine Affäre. Schließlich kann Madeleine diesen Zustand nicht mehr ertragen. Sie sucht ihren Mann bei seiner Geliebten – auf dem Weg dorthin sieht sie die sowjetischen Panzer einfahren. Sie fordert ihren Mann auf, mit ihr zurück nach Paris zu kommen, doch er will nicht auf sie hören.

Paris 1978:
Madeleine hat den Gendarmen François (Guillaume Denaiffe) geheiratet –ein plötzlicher Anruf von Jaromil, der sich zu einem medizinischen Kongress in Paris aufhält, weckt ihre nie vergessenen Gefühle. Trotz anfänglicher Skepsis kommt sie mit ihm in sein Hotel und schläft mit ihm – er selbst beteuert seine Liebe: „Ich lebe, weil du an mich denkst.“ Im Aufwallen der Emotionen beschließen beide, wieder ein gemeinsames Leben anzufangen. Madeleine bringt Jaromil nach Hause – zu seiner 14jährigen Tochter (Clara Couste), die ihn seit der Rückkehr nach Paris nicht mehr gesehen hat. Doch bevor alle drei das Haus verlassen können, kehrt François zurück. Jaromil versteckt sich in Véras Zimmer. Ihr erklärt er seine moralischen Prinzipien. Während dessen schläft Madeleine mit François. Jaromil, aus seinem Versteck getreten, sieht die beiden und zieht enttäuscht davon. Madeleine erklärt ihrer Tochter tief unglücklich, warum sie François heiratete: Weil sie alleine in Paris nicht zurechtkam, sondern jemand zur Unterstützung brauchte. Doch Véra kämpft mit ihren eigenen Problemen – sehnsüchtig nach Liebe zieht sie ziellos durch Paris.

London/ Paris 1997:
Véra (Chiara Mastroianni) ist mit ihrem Kollegen und Ex-Lover Clément (Louis Garrel) nach London gekommen, wo dieser ein Buch präsentieren soll. In einem Club flirtet sie – zum Leidwesen Cléments – mit verschiedenen Männern und tanzt ekstatisch, bis sie den Drummer Henderson (Paul Schneider) erblickt. Für Véra ist es Liebe auf den ersten Blick. Als die Band die Bühne verlassen hat, sucht sie nach ihm und findet ihn vor dem Club. Sie landen bei Henderson zu Hause und erzählen sich von ihren beiden Leben – Véra berichtet offen von der amourösen Vergangenheit ihrer Mutter. Henderson ist ein amerikanischer Arzt, der sich im selbstgewählten Exil in London befindet. Als die sichtlich angetrunkene Véra mit ihm schlafen will, gesteht er ihr, dass er schwul ist. Beschämt verlässt Véra fluchtartig das Appartement und kehrt zurück in ihr Hotel, wo Clément, der immer noch in sie verliebt ist, schon lange wartet. Véra lässt sich von Clément verführen – als plötzlich Henderson vor der Tür steht. Er ohrfeigt Clément und verlässt das Hotel.
Am nächsten Tag kommt es bei der Buchpräsentation zum Eklat: Henderson erscheint überraschend bei der Lesung; auf einer Toilette befriedigt er spontan Véras Verlangen und wird danach vom eifersüchtigen Clément niedergeschlagen.

Catherine Deneuve und Chiara Mastroianni,Ludivine Sagnier und Milos Forman
in einem Film von Christophe Honoré
Kinostart: 3. Mai 2012
Senator Filmverleih

[youtube_sc url= 2N70RCYIKHE]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.