FILMTIPP – EIN RUSSISCHER SOMMER

Der Film erzählt die bewegende, faszinierende Geschichte der letzten Tage des ersten weltbekannten Bestseller- Autors und Medienstars Leo Tolstoi. Eine Geschichte, die von Leidenschaft, Liebe, Ehe, Familie, Geiz, Intrigen und Revolution handelt. Und die auf mal humorvolle, mal dramatische Weise zeigt, wie schwierig es ist zu lieben; und gleichzeitig wie unmöglich, ohne die Liebe zu leben.
Das Drehbuch zu EIN RUSSISCHER SOMMER, geschrieben von Regisseur Michael Hoffman (Ein Sommernachtstraum, Tage wie dieser…), basiert auf dem Roman „Tolstojs letztes Jahr“ von Jay Parini, der sich auf Tagebucheinträge von Tolstois engsten Freunden und Verwandten stützt.
Die Geschichte spielt im Jahr 1910 – im Tolstoi-Jubiläumsjahr 2010 jährt sich der Tod des großen Schriftstellers zum 100. Mal.Für die Verfilmung konnte Michael Hoffman ein beeindruckendes Ensemble internationaler Stars vor der Kamera versammeln, das durch darstellerische Meisterleistungen glänzt: Neben Oscar®-Preisträgerin Helen Mirren (Die Queen) als Tolstois Ehefrau Sofia sind Hollywood-Legende Christopher Plummer (Oben, The Sound of Music, Insider) als Leo Tolstoi, Oscar®-Nominee Paul Giamatti (Sideways) als Wladimir Tschertkow, Anne-Marie Duff (Tagebuch eines Skandals) als Sascha, Kerry Condon (Unleashed – Entfesselt) als Mascha und Shooting-Star James McAvoy (Abbitte, Wanted) als Privatsekretär Walentin Bulgakow zu sehen.
Produziert wurde EIN RUSSISCHER SOMMER von Chris Curling und Jens Meurer, der in Vergangenheit u.a. mit Russian Ark und 27 Missing Kisses schon umfangreich in Russland Filme gemacht hat.


INHALT
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Nach fast 50 Jahren Ehe, in denen sie Leo Tolstoi (Christopher Plummer) treu ergebene Ehefrau, leidenschaftliche Liebhaberin, Muse und Sekretärin war – das Manuskript von „Krieg und Frieden“ hat sie sechs Mal abgeschrieben…eigenhändig! -, steht Gräfin Sofia Tolstois (Helen Mirren) Welt plötzlich Kopf. Im Namen seiner neuen Glaubenslehre hat sich ihr Mann, der weltweit gefeierte Schriftsteller, seines Adelstitels, seiner Besitztümer und sogar seiner Familie entledigt – zu Gunsten von Armut, einer vegetarischen Lebensweise und sexueller Enthaltsamkeit. Und das, nachdem sie ihm 13 Kinder geboren hat!
Als Sofia dann auch noch entdeckt, dass Tolstois engster Vertrauter, der von ihr so verachtete Wladimir Tschertkow (Paul Giamatti), ihren Mann hinter ihrem Rücken dazu überredet hat, ein neues Testament aufzusetzen, ist sie außer sich. Nicht mehr ihr und den gemeinsamen Kindern, sondern dem russischen Volk will er die Rechte an seinem Werk vermachen – das bringt das Fass zum Überlaufen. Mit jeder noch so kleinen List und Verführungskunst, die sie in ihrem eindrucksvollen Arsenal bereithält, kämpft sie voller Leidenschaft für ihr gutes Recht. Doch je mehr Sofia wie eine Furie durch den herrschaftlichen Familiensitz fegt, desto leichter wird es für Tschertkow, Tolstoi davon zu überzeugen, welchen Schaden sie seinem glorreichen Erbe zufügen wird.

Genau zwischen die Fronten dieses Minenfelds – das sich im übrigens vor den Augen und Kameras der Weltpresse abspielt, (Michael Jackson lässt grüßen) – gerät Tolstois neuer Sekretär, der junge und ein wenig naive Walentin (James McAvoy), ein glühender Verehrer des Schriftstellers. Er wird zum Spielball des intriganten Tschertkow und der gekränkten, rachsüchtigen Sofia, die beide versuchen, ihn verschwörerisch für ihre Zwecke einzuspannen. Als Walentin dann auch noch auf die schöne und temperamentvolle Mascha (Kerry Condon) trifft und sich voller Leidenschaft in sie verliebt, wird sein Leben bei den Tolstois immer komplizierter.
Zwar ist auch sie eine Anhängerin der tolstoischen Ideen, zum Erstaunen Valentins äußert – und lebt! – sie ihre
unkonventionellen Gedanken über freie Liebe und Sex jedoch völlig offen und unbekümmert.
Angetan von Tolstois Idealen der bedingungslosen Liebe, gleichzeitig jedoch verstört von seiner turbulenten Ehe, lernt Walentin in diesem Sommer, welche Komplikationen die Liebe in der wirklichen Welt bereithalten kann…


Für Jens Meurer erzählt EIN RUSSISCHER SOMMER „von unserer Unfähigkeit, weder mit noch ohne Liebe leben zu können. Er zeigt, welch schwere, bittersüße Erfahrung die Liebe sein kann.“
Und auch Regisseur Michael Hoffman sieht in EIN RUSSISCHER SOMMER nicht eine der sonst üblichen Leinwandbiografien: „Es ist kein Film über Tolstoi, sondern ein Film über die Herausforderungen der Liebe. Er stellt alte und neue Liebe gegenüber und zeigt zugleich den immensen Konflikt zwischen Idealismus und Realismus. Jeder von uns hat doch in seiner Jugend nur eine Vorstellung von Liebe. Und wer wird nicht ernüchtert vom krassen Gegensatz dieser Vorstellung zur realen Liebe.“
Er fügt hinzu: „EIN RUSSISCHER SOMMER verfolgt auch die Entwicklung Valentins, dem Mittelpunkt der Geschichte. Er ist zunächst ein Jüngling, der vernarrt ist in die Vorstellung platonischer, spiritueller Liebe. Aber er entwickelt sich zu einem erwachsenen Mann, der erkennt, dass wir uns glücklich schätzen dürfen, überhaupt das Durcheinander realer Liebe zu erleben.“
Auch Tolstoi selbst ist weit von rein ’spiritueller‘ Liebe entfernt. Im Gegenteil. Jens Meurer: „Er trug so viele Widersprüche in sich. Als Autor von ‚Anna Karenina’ verfasste er die größte Liebesgeschichte aller Zeiten. Er propagierte später im Leben Keuschheit, hat sich aber selbst nie daran gehalten. Das wird den Zuschauer berühren, denn wir alle haben Erwartungen, die wir niemals erfüllen können.“ Der große Autor hat als Ehemann seine Sofia mehr als einmal betrogen und schwärmt noch kurz vor seinem Tod von vergangenen, amourösen Abenteuern mit einer jungen Frau auf der Krim. Michael Hoffmann legt den Finger in die Wunde: „Sogar Tolstoi, den lebenden Heiligen, einen Propheten der perfekten Liebe, suchen die Schwierigkeiten der realen Liebe heim. Im eigenen Wohn- und Schlafzimmer gerät der Prophet ins Schlingern.“
Produzent Chris Curling ergänzt: „Tolstoi und Sofia haben zusammen gearbeitet und ein unglaubliches Leben geteilt. Dennoch haben sie an dessen sich näherndem Ende so unterschiedliche Ansichten, dass sie trotz magnetischer Anziehung einfach nicht mehr miteinander leben können.“ Sofia und Tolstoi ziehen sich erotisch immer noch an, aber genau so sind sie auch ein altes Ehepaar. Sie lieben und hassen sich gleichzeitig. Durch Walentin, der sich zum ersten Mal verliebt, erleben wir die Fallstricke einer Beziehung und den Schmerz der beiden Älteren mit.


Kinostart: 28. Januar 2010
Regie und Drehbuch
Michael Hoffman
VERLEIH
Warner Bros. Pictures Germany
PRÄDIKAT: BESONDERS WERTVOLL

Trailer

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