Fakten über den Schlaf

Der menschliche Körper verfügt über einen Sensor für das Tageslicht und stellt seinen Rhythmus, den sogenannten Tag-Nacht-Zyklus, oder die innere Uhr darauf ein. Müdigkeit und Hungergefühle werden stark durch diese innere Uhr beeinflusst. Studien haben herausgefunden, dass Menschen, die Nachtschichten leisten, eher Gesundheitsprobleme bekommen können, da dieser Zyklus gestört wird. Aber auch wer zu viel schläft, kann seiner Gesundheit schaden.

Schlechter Schlaf

Schläft man schlecht und hat nachts keine ausreichenden Erholungsphasen, führt das nicht nur zu Tagesmüdigkeit und einem Absinken der Leistungsfähigkeit, sondern auch zu Gesundheitsproblemen. Gleichzeitig steigt die Unfallgefahr, beispielsweise durch Sekundenschlaf am Steuer.

Schlaf und Gedächtnis

Es ist allgemein bekannt, dass Schlaf eine wichtige Rolle für das Gedächtnis und Lernen spielt. Während wir schlafen, ist zwar das Bewusstsein ausgeschaltet, aber das Gehirn ist alles andere als faul. Sobald wir einschlafen, beginnt es, die Ereignisse des Tages – Dinge, die wir erlebt und gelernt haben – zu verarbeiten. Neue Lernerfahrungen werden im Schlaf noch einmal abgespielt, sortiert, geordnet und schließlich fest im Langzeitgedächtnis gespeichert.

Kinder brauchen genügend Schlaf

Ausreichend Schlaf für Kinder zahlt sich aus: Ihr Gehirn wandelt während der Nachtruhe unbewusst Gelerntes in aktives Wissen um – sogar noch effektiver als bei Erwachsenen, wie Dr. Ines Wilhelm vom Institut für Medizinische Psychologie der Universität Tübingen in einer Studie feststellt. Gemeinsam mit Kollegen aus Deutschland und der Schweiz veröffentlichte sie die Ergebnisse im Fachmagazin „Nature Neuroscience“

Das “Journal of the American Geriatrics Society” hat herausgefunden, dass Menschen, die zu viel – d.h. mehr als 9 Stunden pro Nacht – schlafen, im Durchschnitt geistig zwei Jahre älter sind als diejenigen, die sieben bis acht Stunden schlafen. Ihr Gedächtnis lässt nach.

Schlaganfälle

Vielschläfer haben auch ein höheres Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, hat eine Studie an der Cambridge University herausgefunden.

Depressionen

Die “Centres for Disease Control” konnten zeigen, dass Langschläfer eine höhere Wahrscheinlichkeit für psychische Störungen haben und stressanfälliger sind. Zudem fühlen sich Menschen, die zu viel geschlafen haben, häufig über den Tag schlecht gelaunt und groggy. Sie neigen eher zu Depressionen.

Diabetes

Wer regelmäßig länger als acht Stunden nachts schläft, verbringt auch einen längeren Zeitraum inaktiv. Das führt dazu, dass sich der Blutzuckerspiegel erhöht und damit auch das Risiko für Diabetes steigt.

Kopfschmerzen

Zu viel Schlaf kann bei manchen Menschen zu Kopfschmerzen und Migräne führen. Neurotransmitter im Gehirn wie Serotonin können diese Kopfschmerzen verursachen.

Empfohlene Schlafdauer pro Nacht

Neugeborenes

  • Neugeborene (0-3 Monate): Zumeist schlafen Babys dieses Alters zwischen 14-17 Stunden täglich
  • Kinder (4-11 Monate): zwischen 12-15 Stunden täglich
  • Kinder (1-2 Jahre): sollten mindestens noch 11-14 Stunden Schlaf bekommen
  • Vorschulkinder (3-5 Jahre): Hier beträgt die empfohlene Schlafenszeit 10-13 Stunden
  • Schulkinder (6-13 Jahre): 9-11 Stunden
  • Teenager (14-17 Jahre): 8-10 Stunden
  • Junge Erwachsene (18-25 Jahre): 7- 9 Stunden
  • Erwachsene (26-64 Jahre): 7- 9 Stunden
  • Ältere (65+): 7- 8 Stunden

Quelle: American National Sleep Foundation

Schlaf_Ingo-FietzeÜber guten und schlechten Schlaf

Ein sehr lesenswertes Buch zum Thema Schlaf hat Prof. Dr. Ingo Fietze geschrieben. Vermisst man Schlaf Nacht um Nacht, so macht sich das bemerkbar, nicht nur offensichtlich durch Müdigkeit, sondern auch unser Gedächtnis. Das Gehirn und unser Immunsystem leiden unter fehlendem Schlaf.  Dennoch gibt es heutzutage viele Menschen, die Schlafdefizite haben. Der Autor und Schlafexperte beschreibt die gesundheitlichen Risiken, die durch Schlafmangel entstehen. Doch zuvor gibt er uns Einblick in die Kultur und Rituale, die vor dem Schlaf Bedeutung haben und uns helfen sollen, in den Schlaf zu finden. Als Kinder haben wir zahlreiche Schlafgeschichten und -lieder gehört, damit wir sanft ins Reich der Träume fallen. Denn auch die Träume sind wichtiger Bestandteil des Schlafs – der Autor widmet ihnen ein ganzes Kapitel in seinem Buch. Er weist auch daraufhin, dass gelegentliche Schlafstörungen kein Grund sind, gleich zur Schlaftablette zu greifen, und thematisiert die Folgen eines Schlafmittelmissbrauchs.
Welche Nutzen hat der Schlaf zudem noch? Prof. Dr. Ingo Fietze erklärt die wissenschaftlichen Fakten ausführlich und auf anschauliche Weise.  Aus seiner Arbeit mit Patienten im Schlaflabor kann er  seltene und skurrile Fälle schildern, deren Ursachen verschiedene Schlaferkrankungen und -störungen wie Schlafwandel, Tagesschläfrigkeit und Schlafapnoe sind.
Einen wesentlichen und wichtigen Teil des Buches machen natürlich die Behandlungsmöglichkeiten aus. Dabei muss zuvor geklärt werden, was die Ursachen für Schlafstörungen sind. Erst wenn nach gründlicher Suche diese gefunden wurden, geht es an die Behandlung.

Fazit: Wie wichtig der gesunde Schlaf für uns ist, wird einmal mehr nach der Lektüre dieses Buchs deutlich. Ein unterhaltsames  und kluges Sachbuch, mit dem  der Weg zum gesunden Schlaf nicht mehr allzu weit ist.

Ingo Fietze – Über guten und schlechten Schlaf
Sachbuch

ISBN: 978-3-0369-5716-6

Verlag: Kein & Aber

Prof. Dr. Ingo Fietze, geboren 1960, ist Oberarzt für Innere Medizin an der Berliner Charité, wo er das Interdisziplinäre Schlafmedizinische Zentrum leitet. Er gehörte viele Jahre zum Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin und ist jetzt Vorsitzender der Deutschen Stiftung Schlaf.

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