Wissenschaftler wollten es genau wissen: Was steckt dahinter, dass Männer und Frauen, unabhängig von Bildung, Einkommen, Wochenarbeitszeit, ob verheiratet oder nicht, sich von Freitagabend bis zum Sonntagnachmittag emotional und körperlich besser fühlen? Die Studie ist im „Journal of Social and Clinical Psychology” veröffentlicht.
Zwei Faktoren kommen dafür in Frage: Autonomie und Bezogenheit, sagt Mitautor Richard Ryan, Psychologe an der Universität Rochester in New York. Am Wochende gibt es mehr Kontakte mit anderen Menschen und mehr Selbstbestimmung. Erlebt man mehr Entfremdung und wenig Bezug zu anderen Menschen, fühlt man sich unwohl. Und dies ist vermehrt bei der Arbeit der Fall, so der Wissenschaftler.
74 Testteilnehmer im Alter zwischen 18 und 62 Jahren wurden innerhalb von drei Wochen zufällig dreimal pro Tag nach ihrem Gefühlszustand und ihren Tätigkeiten befragt. Zudem sollten sie die Nähe zu anderen sowie Autonomie und Kompetenz einschätzen. Sich autonom, mit anderen “verwandt” und kompetent fühlen, sind psychologische Bedürfnisse und Schlüssel zur Zufriedenheit.
Die Forscher fanden, dass die Testteilnehmer sich an Wochenenden komptenter fühlten. Das macht auch Sinn, denn selbst wenn Arbeit am Wochende zuhause ansteht und als unangenehm erlebt wird, so überwiegt dennoch das Gefühl der Kompetenz und Zufriedenheit. Denn sie wird als autonom und in einem sinnvollen Zusammenhang stehend empfunden.
Menschen, die an Wochenenden arbeiten müssen, erleben diese Wirkung natürlich an ihren freien Tagen in der Woche. Die meisten Menschen sind jedoch glücklicher ohne Arbeit, betont Ryan.
Zu diesem Schluss kommen auch kanadische und US-amerikanische Forscher in der Zeitschrift „American Sociological Review“. Sie erhoben unter 1.800 Berufstätigen, wie oft sich die Arbeit störend auf das Familien – und Sozialleben auswirkt und wie häufig quälende Gedanken an die Arbeit während der Freizeit auftauchen. “Dies ist bei fast der Hälfte der Bevölkerung nahezu regelmäßig der Fall. Ein bedenklicher Zustand, der die Gesundheit nachweislich schädigen kann”, so Studienleiter Scott Schieman.
Faktoren, die dies fördern sind einmal höhere Qualifikation, interpersonelle Konflikte im Job, Arbeitsdruck, zu viele Arbeitsstunden und unsichere Beschäftigunslage.
Balance zwischen Belastung und Erholung
Stress kommt dann auf, wenn das Gleichgewicht zwischen Belastung und Erholung nicht mehr stimmt. Sind zuwenig Möglichkeit des Auftankens und der Ruhe gegeben, kommt es zu Stress und in der Folge zu Schlafproblemen und anderen gesundheitlichen Störungen.
-IMK-
Quelle: newswise.com
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