Rote Karte für den Schmerz

Viele Kinder leiden unter unerklärlichen Schmerzen, sie haben manchmal jeden Tag Bauch-, Kopf- oder Rückenschmerzen und keiner weiß genau warum. Mediziner nennen diesen Schmerz “idiopathisch”, ein medizinischer Begriff für den Umstand, dass es keine Hinweise auf ein organisches Geschehen gibt.

Diesen Kindern und ihren Eltern will der Ratgeber “Rote Karte für den Schmerz” helfen, aus dem Teufelskreis chronischer Schmerzen heraus zu kommen.

Doch ohne Wissen kann dies nicht gelingen. Deshalb steht am Anfang des Buches auch eine genaue Definition des Begriffs Schmerz. Der Leser lernt, wie es zur Enstehung chronischer Schmerzen kommt, wie sich ein Schmerzgedächtnis bildet und schließlich, wie Schmerz wieder verlernt werden kann.

Ein wichtiges Kapitel ist der Familie gewidmet. Wie trägt sie dazu bei, dass sich kindliche Schmerzen manifestieren und wie können Familienangehörige dabei helfen, sie zu mindern?

Und was ist mit den Ärzten? “Der hat mir einfach nicht geglaubt” ist ein Zitat eines jungen Mädchens, denn manchmal reagieren Ärzte mit Pauschalkommentaren, wenn sie kindliche Schmerzpatienten behandeln sollen. Die Autoren, selbst Mediziner, haben daher einen Gesprächsleitfaden und hierzu – wie auch zu anderen wichtigen Punkten – einen Maßnahmenkatalog entwickelt.

Die verständliche Sprache und die einfach umzusetzenden Verhaltenstipps machen den Ratgeber zu einem wirklich hilfreichen Buch. So können kindliche Schmerzpatienten bald wieder schmerzfrei und positiv in die Zukunft blicken.

Autoren: Michael Dobe
Boris Zernikow
Mit einem Geleitwort von Marianne Koch
188 Seiten, Kt, 2009
€ 16,95
ISBN 978-3-89670-688-1
Verlag: Carl-Auer

Die Autoren:

Michael Dobe
Michael Dobe ist Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik in Datteln. Er arbeitet dort auf der psychosomatischen Station “Leuchtturm” mit Schwerpunkt Kinderschmerztherapie sowie am Vodafone Stiftungsinstitut für Kinderschmerztherapie und pädiatrische Palliativmedizin. Michael Dobe ist ausgebildeter Familien- sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut.

2006 erhielt er den Stefan-Engel-Wissenschaftspreis der Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin. Seit 2007 ist er Dozent der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT).

Boris Zernikow
Boris Zernikow, Dr. med. habil., ist Chefarzt der Abteilung für Schmerztherapie, Palliativmedizin und Psychosomatik der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln – Universität Witten/Herdecke. 2008 erhielt er einen Ruf auf den Vodafone Stiftungslehrstuhl der Universität Witten/Herdecke für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin. Boris Zernikow ist Konsiliararzt für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin am Universitätsklinikum Münster, Abteilung für Pädiatrische Hämatologie/Onkologie sowie Konsiliararzt für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin am Kinderhospiz “Balthasar” in Olpe. Daneben hat er die wissenschaftliche Leitung der Dattelner Kin derschmerztage – Kongress für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin, die alle zwei Jahre stattfinden.

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