Empathie ist die Fähigkeit, sich in einen anderen Menschen einzufühlen, sie ist ein lebensnotwendiger Bestandteil unserer zivilen Gesellschaft. Fehlt diese Eigenschaft, so handelt derjenige nur nach seinem Selbstinteresse, ohne Rücksicht auf das Wohlergehen oder die Gefühle anderer. Diese Abwesenheit von Empathie fördert antisoziales Verhalten, kaltblütigen Mord und Völkermord.
Die Fähigkeit zur Empathie scheint angeboren zu sein und ist auch bei Tieren zu beobachten. Manifestationen dieser Fähigkeit sind schon bei Kleinkinder beobachtbar, etwa wenn das Kind ein geliebtes Spielzeug einem anderen Kind als Trost überlässt oder kleine Babys weinen, sobald sie ein anderes schreien hören.
Wahrscheinlich betreten wir die Welt mit unterschiedlicher Ausprägung dieser Fähigkeit, sie ist das Resultat neuronaler Vernetzung im Gehirn. Die Aktivität der Spiegelneuronen spielt hier die wesentliche Rolle. Autismus und Schizophrenie sind Erkrankungen, die auf ein partielles oder gänzliches Fehlen dieser Fähigkeit hinweisen. Aber selbst bei gesunden Kindern macht die Umwelt, in der sie aufwachsen, den entscheidenden Unterschied aus.
Dass Babys sich in andere hineinversetzen können, haben auch Wissenschaftler der Universität York in einem Experiment zeigen können. Die Psychologen um Heidi Marsh untersuchten 40 Babys im Alter von sechs und neun Monaten. Auf dem Schoß der Mutter sitzend, erhielten die Kinder ein Spielzeug entgegengestreckt. Die Babys bemerkten jedoch, ob es ihnen wirklich gegönnt war oder nicht. Sobald die Forscher das Spielzeug herunterfallen ließen oder es aus technischen Gründen nicht an sie weitergegeben konnten, erkannten die Babys, erst neun Monate alt, schnell die hinter der Handlung stehende Absicht.
Spiegelneurone sind die unabdingbare Voraussetzung, um empathisch handeln zu können, doch wie gut wir uns letztlich in die Gefühle anderer hinein versetzen können, entscheidet die folgende und notwendige „Feinarbeit“.
Eltern und Lehrer können hier ein gutes Rollenmodell sein, indem sie Kindern dieses Verhalten vorleben. Es genügt nicht, darüber nur zu reden. Kinder müssen es erleben können. Ein Beispiel für eine solche Hilfestellung: Ihr Kind ist frustriert darüber, dass sein Spielzeugauto nicht funktioniert und wirft es deshalb durchs Kinderzimmer. Helfen Sie Ihrem Kind , seine Gefühle zu deuten, indem Sie beispielsweise sagen: „Du bist so richtig sauer, weil dein Spielzeugauto nicht mehr rollt. Du magst es nicht, wenn Spielzeug kaputt geht“. Die Emotionen des Kindes werden so auf ruhige Art „gespiegelt“ . Es fühlt sich verstanden und kann lernen, eigene Emotionen besser zu regulieren.
Reagieren Eltern und Erzieher einfühlend auf die Gefühle anderer Personen und berücksichtigen sie deren Befürfnisse nicht nur aus eigenem Interesse, so lehrt dies die Kinder, ebenso zu handeln. –IMK-
Weitere Informationen zum Thema im Internet unter :
http://www.das-empathische-gehirn.de/blog
Foto: Andy G./ http://www.piqs.de
Titel: Kinderfrühstück über New York












