Von wegen Schlafmütze – vom Nutzen des Schlafs

Nicht nur unser Körper profitiert vom Schlaf, sondern auch unser Gehirn, so eine Studie der Universität Berkley. Matthew Walker und sein Team teilten für ihre Untersuchung 39 junge Erwachsene in zwei Gruppen ein. Danach nahmen beide Teilnehmergruppen um 12 Uhr an einer Gedächtnisübung teil, die darin bestand, sich Namen und das dazugehörige Gesicht zu merken. Eine weitere Übung folgte um 18 Uhr, mit der Besonderheit, dass 20 der Teilnehmer zuvor ein 100-minütiges Schläfchen gehalten hatten.

Dabei zeigte sich, dass die Teilnehmer ohne Nachmittagsschlaf um 10 Prozent schlechter abgeschnitten hatten als die „Schlafgruppe“. Schlafen spielt also eine entscheidende Rolle beim Erinnerungs- und Lernprozess. Wichtig, so die Forscher, ist insbesondere, dass der Schlaf lange genug andauert, damit das Gehirn die verschiedenen Schlafzyklen durchlaufen kann.
Die Forscher hatten mit Hilfe eines EKG die elektrischen Aktivitäten des Gehirns gemessen, um die Gedächtnis-auffrischende Phase des Schlafs bestimmen zu können, die zwischen dem Tiefschlaf und der Traumphase (REM-Schlaf) liegt.

Psst – bitte nicht wecken!
Auch der kindliche Organismus braucht, um sich richtig entwickeln zu können, tagsüber ausreichend Schlaf. Jeder kennt die mahnenden, geflüsterten Hinweise aus der eigenen Kindheit oder Familie, „psst, weck das Baby nicht auf!!“
Psychologen der Universität Arizona in Tucson haben herausgefunden, dass neben der körperlichen, auch die geistigen Fähigkeiten des Kindes davon profitieren. Insbesondere die Abstraktionsfähigkeit wird durch regelmäßige Schlummerzeiten tagsüber gefördert.
Nachweisen konnten die Psychologen diesen Zusammenhang an 15 Monate alte Babys, denen in einem zweimaligen Durchgang dreisilbige Kunstphrasen vorgespielt wurden. Dazwischen lag bei einer Gruppe Babys der gewohnte Schlaf. Die anderen testete man zu einer Tageszeit, in der sie nie schliefen. Die Forscher konnten aus der Blickreaktion der kleinen Testpersonen, die sie sehr genau studiert hatten, schließen, dass die Babys , die vor dem Test geschlafen hatten zur Verallgemeinerung fähig waren. Sie erkannten das Muster der Phrasen und konnten sie auf die neuen Phrasen übertragen. Die Wissenschaftler sahen darin eine Verbesserung des abstrakten Denkens, die auf den Schlaf zurück zu führen war.
-IMK-

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