Wissenschaftler am Bristol-Myers Squibb Children’s Hospital (BMSCH) der Robert Wood Johnson University haben eine Studie zur Sauberkeitserziehung abgeschlossen und herausgefunden, dass es ein optimales Zeitfenster für den Beginn dieses wichtigen Ziels in der Kindererziehung gibt.
Schon Sigmund Freud erkannte das konfliktträchtige Potenzial dieser für die weitere Entwicklung des Kindes wichtigen Phase. Aber auch Entwicklungspsychologen und Pädagogen wissen, wie prägend eine zu frühe Reichlichkeitserziehung für die Persönlichkeit des Menschen ist.
Von wissenschaftlichen Ergebnissen unberührt sind dabei manchmal elterliche Bemühungen, ihr Kind schnell auf das Töpfchen bzw. die Toilette zu bekommen. Noch vor fünfzig Jahren gab es die uns bekannten Wegwerfwindeln nicht und es war schlicht mühsam, Stoffwindeln zu waschen und trocken zu bekommen. Reinlichkeitserziehung gehorchte also manchmal anderen Gesetzen als pädo-psychologischen.
Wollen Eltern, den richtigen Zeitpunkt wählen, so versorgt diese Studie sie mit einem spezifischen Zeitfenster für die Sauberkeitserziehung. Eltern müssen sich nicht unter Druck gesetzt fühlen. Ideal ist das Alter von 24 bis 32 Monate des Kindes.
Werden Kinder später ans Töpfchen gewöhnt, erhöht sich das Risiko für Bettnässen oder tagsüber einnässen, so die Wissenschaftler. Dies aber löst bei Kindern erhebliche emotionale Probleme aus und kann die Beziehung zu Gleichaltrigen stören. Aber auch die Eltern fühlen sich schnell inkompetent und schuldbewusst.
Zu frühe Sauberkeitserziehung muss immer als Drill betrachtet werden, da die körperliche und seelische Entwicklungsphase noch nicht erreicht ist. Die sogenannte Sphinkterkontrolle ist noch nicht ausgebildet.
Blase und Darm können vom Kind noch nicht kontrolliert werden.
Gut zu wissen für Eltern ist die Tatsache, dass die Reinlichkeitserziehung in eine Entwicklungsphase fällt, in der motorische Aktivität, Durchsetzung und Selbstbehauptung eine zentrale Rolle spielen. Körperausscheidungen sind deshalb im Sinne der „Eigenproduktion“, aber auch des Hergebens, und des Eigenmachtgefühls und der Beherrschung besonders wesentlich für das Kind. Dass es hier zu Trotzreaktionen kommt, ist unvermeidbar. Also gelassen bleiben! -IMK-
Quelle: newswise.com












