Fasten, hungern, ernähren – individuell und global

ernähren - Foto Taylor Kiser

Fasten ist gerade zu Anfang des Jahres angesagt. Zusätzliche Pfunde sollen abgebaut werden, um gesund und körperlich fit, das noch junge Jahr zu beginnen. Doch was passiert im Körper, wenn wir uns zeitweise nur wenig oder gar nicht ernähren?

Fasten beeinflusst die „Innere Uhr“, so Ergebnisse einer Studie der Universität von Kalifornien, Irvine. Während dies bereits für die Nahrungsaufnahme bekannt war, fehlten Erkenntnisse darüber, wie sich das Fehlen von Nahrung auf die Funktionen der inneren Uhr auswirkt. Die Studie ist in Cell Reports veröffentlicht.*

“Wir haben entdeckt, so die Wissenschaftler, dass das Fasten Zellprozesse antreibt, die zeitweise eine spezifische Genregulation hervorruft. Die Skelettmuskeln beispielsweise reagieren doppelt so stark aufs Fasten wie die Leber“. Durch das Fasten wird die Genregulation neu organisiert und das Genom in einen Zustand versetzt, der es erlaubt, sich der bevorstehenden Nahrungsaufnahme anzupassen und damit einen neuen rhythmischen Zyklus der Genexpression voranzutreiben. Eine Vielzahl von zellulären Reaktionen werden grundlegend umprogrammiert.

Ein zeitoptimales Fasten beeinflusst die Zellfunktionen positiv, hilft letztendlich der Gesundheit und schützt vor altersbedingten Krankheiten, so die Wissenschaftler.

Je individueller auf die Bedürfnisse eines Menschen im Fasten eingegangen wird, desto eher diese Erfahrung als ein Highlight für Körper, Geist und Seele wahrgenommen und so zu einem festen Bestandteil der eigenen Gesundheitsvorsorge. Weitere Informationen zum Fasten, kompetente FastenleiterInnen in ganz Deutschland und geeignete Fastenkliniken gibt es auf www.ugb.de/fasten

Verzicht vs. Hunger

Während wir in der angenehmen Lage sind, zeitweise freiwillig auf Nahrung zu verzichten, gibt es immer noch zu viele Menschen weltweit, die hungern müssen. Anlässlich des Weltwirtschaftsforums in Davos fordert deshalb die Welthungerhilfe, die weltweite Ungleichheit deutlich stärker zu bekämpfen.

„Wir müssen sicherstellen, dass die nächste Phase der Globalisierung zu einer nachhaltigen Verbesserung der Lebensbedingungen aller Menschen führt. Die Staatengemeinschaft muss dringend Rahmenbedingungen schaffen, damit der Zusammenhalt der Welt nicht durch Konflikte, Hunger und Elend gesprengt wird. Insbesondere für die Bekämpfung von Hunger und Armut muss mehr für die Überwindung massiver Ungleichheiten getan werden. (Derzeit hungern 800 Millionen Menschen, 2 Milliarden leiden an Mangelernährung)“

Ernährung als globale Aufgabe

Wissenschaftler haben kürzlich errechnet, welche Ernährungsumstellungen eines jeden Einzelnen geeignet sind, um Leben zu retten und die ständig steigende Weltbevölkerung künftig zu ernähren.

Die Antwort liegt in einer planetarischen gesunden Ernährung, die Fleisch und Milchprodukte nicht gänzlich verbannt. Empfohlen wird jedoch, vorwiegend Gemüse und Nüsse als Proteinquelle zu nutzen.

Für einige vielleicht ein ungewöhnlicher Anblick auf dem Teller, wenn sich dort schwarze Bohnen breit machen, dekoriert mit Grünzeug. Aber das ist individuell gesund und global eine Perspektive, um alle Menschen satt zu bekommen.

Hier die Vorschläge im Detail

  • Nüsse – 50g täglich
  • Bohnen, Kichererbsen und andere Hülsenfrüchte – 75g täglich
  • Fisch – 28g täglich
  • Eier – 13g – etwa ein oder zwei pro Woche
  • Fleisch – 14g täglich (rotes Fleisch) 29g Hähnchenfleisch
  • Kohlehydrate – Brot, Getreide, Reis etc. 232g täglich and 50g stärkehaltiges Gemüse wie Kartoffeln, Süßkartoffeln, Yam und Cassava   
  • Milchprodukte- 250g (ca. ein Glas Milch) täglich
  • Gemüse (300g) Obst (200g) täglich

Zusätzlich dürfen 50g wertvolles Öl wie Olivenöl oder Rapsöl verzehrt werden und 25 – 31g Zucker.

https://www.thelancet.com/commissions/EAT ,
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Planetare Ernährung schlägt auch der berühmteste Musiker der Welt, Paul McCartney vor. Sein kleines Buch deutet im Titel bereits darauf hin, worauf es ankommt „Less Meat – Less Heat“. Paul McCartney ist seit vierzig Jahren Vegetarier und damit glücklich und gesund.

Seine Kampagne, wenigsten einen Tag in der Woche kein Fleisch zu essen, die er gemeinsam mit seinen Töchtern Mary und Stella 2009 ins Leben gerufen hat, hatte Erfolg. Und damit reduziert jeder die Emissionen, als würde er 1.500 Kilometer weniger Auto fahren. Die Kampagne wurde in vielen Ländern umgesetzt.

Fleisch wenig oder gar nicht zu essen, ist deswegen bedeutsam, da die weltweite Tierproduktion die größte Menge der Treibhausgase verursacht. Allein die Bereitstellung von Flächen für den Anbau von Tierfutter vernichtet Wald, der für die Erhaltung des Weltklimas unbedingt notwendig ist.

Das Buch erklärt in einfachen Worten, worauf es dem Musiker ankommt: Wie weit die Konsequenzen unseres Konsumverhaltens reichen und was jeder tun kann, um unseren Kinder und Kindeskindern einen Planeten zu hinterlassen, der weiterhin bewohnbar bleibt und den Menschen ausreichend Nahrung zur Verfügung stellt.

Paul McCartney
Less Meat, Less Heat
Ein Rezept für unseren Planeten

ISBN 978-3-532-62832-4

Verlag: Claudius


*Journal Reference:

  1. Kenichiro Kinouchi, Christophe Magnan, Nicholas Ceglia, Yu Liu, Marlene Cervantes, Nunzia Pastore, Tuong Huynh, Andrea Ballabio, Pierre Baldi, Selma Masri, Paolo Sassone-Corsi. Fasting Imparts a Switch to Alternative Daily Pathways in Liver and Muscle. Cell Reports, 2018; 25 (12): 3299 DOI: 10.1016/j.celrep.2018.11.077


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