FBW verleiht MELANCHOLIA das Prädikat „besonders wertvoll“

Wiesbaden (ots) – Lange erwartet wurde der neue Film des dänischen Ausnahmeregisseurs Lars von Trier. In MELANCHOLIA (Start: 6. Oktober), der poetisch-elegischen Inszenierung des Weltuntergangs begegnen zwei grundverschiedene Schwestern auf ihre eigene Weise dem gemeinsamen Schicksal. Die Welt wird untergehen, denn der Planet Melancholia befindet sich auf direktem Kollisionskurs mit der Erde. Großartige Schauspieler, fantastische Bilder, die in ihrer erzählerischen Langsamkeit an Gemälde erinnern, und eine musikalische Untermalung voller Pathos schaffen ein überwältigendes Gesamtkunstwerk. Die FBW vergab das höchste Prädikat „besonders wertvoll“ und schreibt in ihrem Gutachten: „Lars von Trier ist mit MELANCHOLIA ein unbarmherziges, kaum vollständig zu erfassendes, atmosphärisch einzigartiges Werk gelungen“.

WUNDERKINDER (Start: 6. Oktober) handelt von einem anderen schwer erfassbaren Thema. Der Film erzählt die Geschichte einer Freundschaft zwischen den musikalischen Wunderkindern Abrascha und Larissa und der deutschen Unternehmerstochter Hanna in der Ukraine im Jahr 1941. Die kindlich unschuldige Zuneigung über Rassen- und Klassengrenzen hinweg wird jäh zerstört, als die Nazis die Sowjetunion überfallen. Marcus O. Rosenmüller erzählt diese Geschichte konsequent aus der Kinder-Perspektive. So wirkt das Grauen der NS-Zeit und die Folge für damalige und folgende Generationen noch drastischer. Die FBW-Jury hob den wichtigen thematischen Ansatz hervor. In ihrem Gutachten beschrieb sie den Film als „spannend und überzeugend, mit hoher Emotionalität“ und verlieh das Prädikat „wertvoll“.

Es hat acht Jahre gedauert, doch nun treibt er endlich wieder im Kino sein lustiges Unwesen: JOHNNY ENGLISH – JETZT ERST RECHT (Start: 6. Oktober) ist die Fortsetzung der erfolgreichen Bond-Persiflage des britischen Starkomikers Rowan Atkinson. Und wieder zieht Atkinson alle Register und begibt sich als Geheimagent Johnny English mit einer Mischung aus Trotteligkeit und snobistischer Arroganz auf den Weg, um die Welt zu retten. Köstliche Einfälle am laufenden Band, Slapstick und rasant inszenierte Action machen diese Komödie aus. Diesem „amüsanten und professionell inszenierten Kinovergnügen“ verlieh die FBW daher das Prädikat „besonders wertvoll“.

Prädikatsfilme vom 06. Oktober 2011

Melancholia

Spielfilm, Drama. Deutschland, Frankreich, Schweden, Dänemark 2011. Filmstart: 06.10.2011

Auf der Hochzeitsfeier der erfolgreichen und selbstbewussten Justine im Landhaus ihrer Schwester Claire herrscht zunächst eitel Sonnenschein. Doch das Glück ist nur Fassade. Justine versinkt bereits auf dem Fest in tiefe Depressionen. Kurze Zeit später kehrt Justine zu Claire zurück, völlig ihrer seelischen Krankheit ergeben und überzeugt vom Untergang der Welt. Und über allem schwebt der Planet Melancholia, dessen Umlaufbahn der Erde gefährlich nahe kommt. Lars von Trier hat mit MELANCHOLIA ein apokalyptisches Meisterwerk geschaffen, voller Traurigkeit, poetischen Bildern und der absoluten Hinwendung zu tiefen Gefühlen. Die Darsteller, allen voran die in Cannes ausgezeichnete Kirsten Dunst und Charlotte Gainsbourg, liefern eine wahre Tour de Force ihres Spiels ab, die Kamera erschafft starke Bilder, die den Zuschauer gebannt durch die Handlung führen. Die Magie der Bildkomposition und das unausweichliche Ende der Erzählung halten dem Betrachter die eigene Vergänglichkeit vor Augen und berühren zutiefst, wozu auch die musikalische Untermalung durch Wagners „Tristan und Isolde“ ihren großen Anteil beiträgt. Ein Meilenstein der modernen Kinogeschichte.

Wunderkinder

Spielfilm, Drama. Deutschland 2011. Filmstart: 06.10.2011

Ukraine, 1942. Larissa und Abrascha sind zwei musikalische Wunderkinder, denen selbst Stalin bei ihren Vorführungen zujubelt. Als das deutsche Mädchen Hanna sich wünscht, mit beiden musizieren zu können, wird aus ihr und den beiden jüdischen Kindern bald ein eingeschworenes Kleeblatt. Doch dann marschieren die Deutschen in Russland ein und der Krieg reißt die drei Freunde brutal auseinander. Die Geschichte um eine intensive und doch viel zu kurze Freundschaft steht stellvertretend für das Schicksal 1,5 Millionen jüdischer Kinder, die während der Nazi-Zeit ihren Familien entrissen wurden und ums Leben kamen. Regisseur Marcus O. Rosenmüller erzählt diese interessante und wichtige Geschichte als berührendes Melodram mit hochkarätiger Besetzung. Allen voran überzeugt Konstantin Wecker, der als grausamer und manipulativer Nazi-Kommandant brilliert. Doch auch die Kinder spielen ihre Rollen glaubhaft und stimmig. Mit der detailgetreuen, oft opulenten Ausstattung entsteht so ein überzeugendes Zeitkolorit. Seine Emotionalität bezieht der Film darüber hinaus auch aus der Dramatik des unausweichlichen Schicksals, das dem Zuschauer stets im Bewusstsein ist.

Johnny English – Jetzt erst recht

Spielfilm, Komödie. Großbritannien 2011. Filmstart: 06.10.2011

Johnny English, Topspion des britischen Geheimdienstes MI7, hat sich nach einem desaströs gescheiterten Einsatz in ein tibetanisches Kloster zurückgezogen. Doch bald ist es mit der meditativen Ruhe vorbei. Der chinesische Premierminister soll ermordet werden, der Welt droht ein nuklearer Krieg. Und dies soll und kann natürlich nur einer verhindern: Johnny English, die geheimste Geheimwaffe Ihrer Majestät. Acht Jahre ist es her, dass der britische Komiker Rowan Atkinson seine Figur Johnny English als Farce auf die Bond-Filme auf die Leinwand brachte. Und erneut entsteht durch die Vielzahl an Genre-Zitaten im Rahmen einer rasant erzählten Geschichte und vieler amüsanter Einfälle perfekt gemachte Kino-Unterhaltung. Rowan Atkinson glänzt als Johnny English in einem komisch-genialen Mix aus Slapstick, chaotischen Aktionen und distinguiertem britischen Snobismus. Mission geglückt!

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