Gefahren im Sommer – Kinder davor schützen

Der Sommer ist auch bei uns angekommen: Baden im Baggersee, Grillen im Garten und ausgedehnte Fahrradtouren stehen in den Sommerferien bei Kindern hoch im Kurs. Die Sommerlaune verfliegt aber ganz schnell, wenn den Jüngsten etwas passiert. Die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie e.V. (DGKCH) rät daher besonders beim Grillen und Baden zur Vorsicht.

Brandbeschleuniger wie Spiritus verursachen nach wie vor die meisten Grillunfälle in Deutschland – rund 400 Unfälle enden pro Jahr mit schwersten Brandverletzungen. Durch die Verwendung von Brandbeschleunigern kann es beim Grillen zu hohen Stichflammen kommen. Kinder sind oft besonders schwer betroffen, da sie auf Augenhöhe mit dem Grill stehen.

Kinder befinden sich genau auf Augenhöhe

Kinder sind oft besonders gefährdet, da sie auf Augenhöhe mit dem Grill stehen.

„Wer auf Spiritus beim Grillen verzichtet, schützt gleichzeitig seine Kinder vor Verletzungen“, erklärt Dr. med. Tobias Schuster, Pressesprecher der DGKCH. Prinzipiell sollten Kinder beim Grillen nicht unbeaufsichtigt bleiben und einen Sicherheitsabstand einhalten. Wenn trotz aller Vorsicht doch etwas passiert, raten Kinderchirurgen dazu, kleinere Verbrennungen innerhalb der ersten 30 Minuten mit handwarmem Wasser vor Ort lokal zu kühlen. Verbrennungs-Gel-Kompressen und Kühlpacks bieten bei kleineren Verbrennungen zwar eine Alternative, aber keine Vorteile.

„Bei großflächigeren Verbrennungen und auch bei Verbrühungen erhöhen Kühlpacks aber das Risiko einer Unterkühlung des Kindes“, so Schuster. Wenn möglich, sollte man Brandwunden mit sterilem Verbandmaterial abdecken. „Auf das Auftragen von Hausmitteln wie Joghurt, Mehl oder Butter auf Brandwunden sollte unbedingt verzichtet werden. Damit wird eher Schaden angerichtet.“

Genau wie für Grillunfälle beginnt jetzt auch die Saison für Badeunfälle. „Kleinkinder sollten nur in Begleitung ans Wasser – am besten sollten sie in Griffnähe beaufsichtigt werden“, so Prof. Dr. med. Peter Schmittenbecher, Präsident der DGKCH. Oft birgt das Springen in trübe oder unbekannte Gewässer eine große Gefahr und ist häufige Ursache von Badeunfällen bei Kindern und Jugendlichen. „Neben dem klassischen Ertrinkungsunfall sind es die Schädelverletzungen bzw. Gehirnerschütterungen, die dann z. B. eine Computertomographie des Kopfes erforderlich machen“, so Schmittenbecher.
Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie e.V.

Die hellen, warmen Sommertage machen viele Stunden im Freien möglich. Hitze aber erschöpft auch. Schlau und erholsam ist es, die heißen Mittagsstunden im Schatten zu verbringen. Und auch Haut und Augen brauchen Schutz vor den energiereichen UV-Strahlen. Mit den folgenden Tipps der VERBRAUCHER INITIATIVE lässt sich die Sommersonne schadlos genießen.

Mittags besser im Schatten verbringen, wenn die Sonne im Sommer scheint.

  • Luftige, lässig geschnittene Kleidung mit langen Ärmeln und Beinen schützt und kühlt. Für Kinder ist sie besonders wichtig.
  • Ein Hut mit breiter Krempe sowie eine Sonnenbrille mit UV-Filter sind eine unverzichtbare Ergänzung.
  • Wählen Sie Sonnenschutzprodukte mit Lichtschutzfaktor, der zu Ihrem Hauttyp passt. Kinder brauchen mindestens LSF 30.
  • Verwenden Sie Sonnencreme stets reichlich. Der angegebene UV-Schutz wird nur erreicht, wenn genug Creme auf der Haut ist.
  • Denken Sie an die „Sonnenterrassen“: Ohren, Nasenrücken, Schultern, Wangen, Nacken, Hand- und Fußrücken.
  • Durch Schwitzen geht ein Teil der Sonnencreme verloren, nachcremen ist daher immer nötig. Kleine Sonnencreme-Fläschchen können auch in der Handtasche immer dabei sein.
  • Wenn die Haut rot wird und spannt, ist sofort Schatten angesagt. Bis der Sonnenbrand abgeklungen ist, schützen Sie Ihre Haut durch Kleidung.

Ob Gel, Spray, Lotion oder Creme – moderne Sonnenschutzmittel schützen auch empfindliche Kinderhaut wirksam vor UVA- und UVB-Strahlung. Das ist wichtig, denn Sonnenlicht ruft schnell ernste und langfristige Hautverletzungen hervor. Zu den wichtigsten Aufgaben der Erwachsenen gehört es daher, mit gutem Vorbild voranzugehen und Kinder konsequent zu schützen.

Wer mehr über Sonnencremes, Lichtschutzfaktoren und die Qualitätsmerkmale von Sonnenbrillen erfahren will, wird in der Broschüre „Sonnenschutz“ fündig. Das 24-seitige Heft informiert über die Wirkungen von UV-Strahlung und erläutert die wichtigsten Schutzmaßnahmen. Tipps zum verantwortungsvollen Sonnengenuss runden das Angebot ab. Unter www.verbraucher.com können Sie das Heft gratis herunterladen oder gegen Versandkosten bestellen.

Sonnenschutzmittel: Gut geschützt ab 1,20 Euro

Vor ultravioletter Sonnenstrahlung schützen alle geprüften Produkte, die Unterschiede liegen vor allem im Preis. Schon für 1,20 Euro pro 100 ml gibt es eine gute Sonnencreme vom Discounter. Die guten Markenprodukte verlangen rund 10-mal so viel. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest in ihrer aktuellen Untersuchung Sonnenschutzmittel.

Untersucht wurden 19 Sprays und Lotionen mit hohem Sonnenschutzfaktor (30 und 50). Fast alle bewahren die Haut optimal vor schädigender UV-Strahlung. „Die Unterschiede liegen vor allem im Preis – und der sagt nichts über die Qualität der geprüften Mittel aus“, so Isabella Eigner, Expertin der Stiftung Warentest. Die teuersten Lotionen von Biotherm, Vichy, Daylong oder Lavera zu Preisen zwischen 10 und 20 Euro pro 100 ml schützen genauso zuverlässig wie die günstigen Produkte von Aldi, Real und Rossmann für 1,20 Euro bis 1,75 Euro für die gleiche Menge.

Hohe Lichtschutzfaktoren eignen sich für die ganze Familie. Sie bieten auch Kindern angemessenen Schutz. Generell gilt: eine ausreichende Menge des Sonnenschutzmittels großflächig auftragen und regelmäßig nachcremen. Für die Angabe „Wasserfest“ gab es Punktabzug. Der Begriff ist irreführend. Wer mit Wasser in Kontakt kommt, muss nachcremen.

Der ausführliche Test erscheint in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift test (ab 29.07.2017 am Kiosk) und ist bereits unter www.test.de/sonnenschutz abrufbar.

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