LANG LANG feierte seinen 30. Geburtstag in der Berliner O2 Halle

Die Besucher, die am gestrigen Freitag in die O2 World-Halle in Berlin strömten, hatten keine Geschenke dabei. Trotzdem konnten sie sich auf ein ganz besonderes Geburtstagsevent freuen. Lang Lang war einen Tag zuvor 30 Jahre alt geworden und hatte Gäste der Weltklasse eingeladen.

Und den Besuchern wurde ein musikalisches Programm geboten, das unter die Haut ging. Unter der Leitung des Dirigenten Jahja Ling spielte das Schleswig-Holstein Festival Orchester eine Komposition des Gründers Leonard Bernstein – am Flügel Lang Lang, den das Publikum zuvor mit tosendem Beifall begrüßt hatte.
Die Overtüre zu „Candide“, einem Musical, das auf dem gleichnamigen satirischen Roman von Voltaire basiert. Als Musical von Bernstein vertont, könnte es als unwiderstehliches Beispiel für die Entsorgung der Begriffe U- und E-Musik herhalten.
Ein passender Einstieg in den Abend, dem das Klavierkonzert Nr. 1 von Tschaikowsky folgte. Eine Komposition, die sehr schwierig zu spielen ist. Doch leicht und mühelos flogen Lang Langs Finger über die Tasten: Hier zeigte sich einmal mehr, dass er wirklich zur Weltklasse gehört.

Auch visuell wurde gestern jeder Musikton präsentiert. Psychodelische Formen, Farben und Muster visualisierten die Musik auf der hinter dem Orchester plazierten Videoinstallation.

Psychodelische Formen, Farben und Muster visualisierten die Musik

Jung und unerfahren vs. erfahren und Weltspitze
Nach der 10-minütigen Pause erschien Lang Lang gemeinsam mit Herbie Hancock auf der Bühne, dem Künstler, der mit vielen Musikstilen experimentiert und wichtigen Musikern wie Miles Davis zusammen gespielt hat. Für seine Musik zum Film „Round Midnight“ erhielt er einen Oscar und seine Grammy-Award Sammlung weist die beträchtliche Zahl von 14 auf.

Herbie Hancock und Lang Lang bei den Proben Fotograf: Felix Steck


Den Stoff für die musikalische Kommunikation der beiden Klaviergenies bot Leonard Bernsteins „Tonight“ aus „Westside Story“. Im Jazz liefert das Zwiegespräch zwischen verschiedenen Instrumente oftmals den „Kick“, er unterbricht den Flow. Gestern, mit gleichen Instrumenten, waren es die individuelle Interpretation des Tastenspiels, Blicke, Augenzwinkern, Erstaunen oder spitzbübisches Lächeln.

Doch es blieb nicht bei diesem Highlight, denn plötzlich standen nicht nur zwei, sondern gleich 25 Klaviere auf der Bühne, bevölkert mit den ausgewählten 50 jungen Nachwuchstalenten, die bei dem Wettbewerb des Young Scholar Programms der Lang Lang International Music Foundation gewonnen hatten und nun gemeinsam mit dem Meister spielen durften.

LangLang mit Nachwuchstalenten im Gespräch Foto: ®-Hans-Scherhaufer

Ein beeindruckender und unvergesslicher Abend, der mit einem Geburtstagsständchen des Publikums für LangLang endete.

Frontfoto: Hans Scherhaufer

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