Herzinsuffizienz: Depressive Patienten haben höheres Sterblichkeitsrisiko

Mannheim, Freitag, 25. April 2014 – Erhöhte Werte auf einer Depressions-Skala ermöglichen die Vorhersage („Prädiktion“) eines erhöhten Sterblichkeitsrisikos bei Patienten mit Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz), berichtete Dr. Julia Wallenborn (Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz, Universitätsklinikum Würzburg) auf der 80. Jahrestagung der deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim.

Die Forschergruppe hatte 864 Patienten, die mit „dekompensierter Herzinsuffizienz“ – wenn also Wasseransammlungen oder Luftnot bereits in Ruhe auftreten – in ein Krankenhaus aufgenommen wurden, mit einem speziellen Fragebogen (PHQ-9) auf eine depressive Stimmungslage hin untersucht. Bei 29 Prozent aller Patienten wurde eine depressive Stimmungslage festgestellt. 28 Prozent dieser Untergruppe hatten eine vorbekannte Depression, wovon nur 50 Prozent antidepressiv behandelt wurden. In der als depressiv diagnostizierten Gruppe waren nach 18 Monaten 27 Prozent der Patienten verstorben, in der als nichtdepressiv klassifizierten Gruppe 14 Prozent.

Frühere depressive Episoden waren, unabhängig vom aktuellen PHQ-Score, mit einer schlechteren Prognose verbunden als die erstmalige Feststellung depressiver Symptome. Die schlechteste Prognose wiesen Patienten mit erhöhtem PHQ-Score trotz antidepressiver Therapie und Patienten mit vorbekannter, aktuell erfolgreich behandelter Depression auf.

„Das Screening nach depressiven Symptomen bzw. einer depressiven Vorgeschichte liefert somit wichtige prognostische Information bei Patienten mit Herzinsuffizienz und sollte als Routinemaßnahme in die Versorgung aufgenommen werden“, folgern die Studienautoren.

Quelle: DGK Abstract V1597: J. Wallenborn et al, Prevalence of depression, frequency of antidepressant pharmacotherapy and mortality in systolic heart failure patients Clin Res Cardiol 103, Suppl 1, April 2014

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