Junges Aussehen

Menschen, die jünger aussehen als sie sind, kommen wahrscheinlich in den Genuss eines langen Lebens, glaubt man einer dänischen Kohortenstudie.
Mediziner nutzen oftmals das äußerlich wahrnehmbare Alter als Anzeichen allgemeiner Gesundheit eines Menschen. Forschungen, die dies auch wissenschaftlich belegen, sind jedoch Mangelware.

Ein Forscherteam um Prof. Kaare Christensen von der Universität Süd-Dänemark überprüfte nun diesen möglichen Zusammenhang zwischen Langlebigkeit und wichtigen altersbedingten Merkmalen, wie körperliche und kognitive Funktionen und einem molekularen Biomarker des Alterns, der Länge der Telomere von Leukozyten.

Die Länge der Telomere ist ein Indikator für die Fähigkeit der Zellen, sich selbst zu reparieren. Kurze Längen stehen im Zusammenhang mit einer Vielzahl altersbedingter Krankheiten, Lebensstilfaktoren und Tod.
Im Frühling 2001 unterzogen sich 1826 dänische Zwillinge im Alter von 70 Jahren körperlichen und kognitiven Leistungstests. Zudem wurde ihr Gesicht fotografiert. Die Fotos bildeten die Grundlage für die anschließende Altersbestimmung der Zwillinge durch drei Personengruppen verschiedenen Alters. Wobei jeder Zwilling anhand seines Fotos an unterschiedlichen Tagen begutachtet wurde . Die Daten aufgezeichneter Todesfälle dienten schließlich zur Überprüfung, welche der Zwillinge nach einer „Sieben- Jahres- Periode“ noch lebte.

Das optisch wahrgenommene Alter erwies sich als zuverlässiger Indikator. Auch nach statistischer Bereinigung des wirklichen Alters, Geschlechts und der Lebensbedingungen, unter denen die Zwillinge aufwuchsen, stand es in einem signifikanten Zusammenhang mit dem Überleben.

Es korrelierte auch mit der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit sowie der Länge der Telomere. Je größer der Unterschied des wahrnehmbaren Alters war, desto wahrscheinlicher war es, dass der älter aussehende Zwilling früher verstarb.

Die Studie erscheint in der Dezember-Ausgabe des „British Medical Journal“. -IMK-
Quelle: BMJ
Fotoquelle: pixelio.de

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