Konrad Mühe: Fragen an meinen Vater

Im Rahmen von „12 x 12. Die IBB-Videolounge in der Berlinischen Galerie“ zeigt das Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur die Videoarbeit „Fragen an meinen Vater“ von Konrad Mühe. Als sein Vater Ulrich Mühe, einer der prominentesten deutschen Schauspieler, am 22.07.2007 überraschend jung verstarb, setzte in der Presse eine Flut von Nachrufen ein. Besonders die Tagezeitung „Die Welt“ war in ihrem Text darum bemüht, herauszustellen, auf welche Weise – auch im Hinblick auf den Film „Das Leben der Anderen“ – Mühes Leben mit seinen Filmrollen verwoben war.

2011 veröffentlichte sein Sohn Konrad die Arbeit „Fragen an meinen Vater“. Darin findet ein Gespräch zwischen Vater und Sohn statt, bei dem Konrad Mühe die Rollen des Vaters als Basis eines Dialogs nutzt und dadurch die Grenze zwischen privater und öffentlicher Person weitestgehend aufzuheben vermag. Der Zuschauer spürt, wie wichtig dieses fiktive Gespräch für das Selbstverständnis und die Positionierung des Sohnes ist. Drei Jahre lang hat Konrad Mühe sämtliches Filmmaterial, das im Verlauf der schauspielerischen Karriere seines Vaters entstanden war, sondiert, um „Antworten“ auf jene intimen und persönlichen Fragen zu finden, für die nach dessen Tod Klärungsbedarf bestand. Statt eigene Filmaufnahmen zu verwenden und den Dialog zu personalisieren, schuf er mithilfe von found footage, das heißt nicht selbst gedrehtem Material, ein sehr persönliches, jedoch gänzlich unsentimentales Porträt seines Vaters.

04.05. – 28.05.2012 IBB-Videolounge der Berlinischen Galerie
Foto: © Konrad Mühe

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