Krebs und Konsum ultrahoch verarbeiteter Nahrung

Eine aktuelle Studie, die in The BMJ veröffentlicht ist, stellt einen möglichen Zusammenhang zwischen einem hohen Konsum verarbeiteter Lebensmittel und Krebs her. Damit sind Lebensmittel wie verpacktes Gebäck, Snacks, zuckerhaltige Cerealien, Fertigmahlzeiten und Formfleisch gemeint, die zu viel Zucker, Salz und Fett, dafür aber wenig Vitamine und Ballaststoffe enthalten. Sie decken bei vielen Bewohnern der Industrieländer mittlerweile 50 % der täglichen Energiezufuhr.

Es gibt bereits eine Reihe von Untersuchungen, die ultrahoch verarbeitete Lebensmittel für Bluthochdruck, Fettleibigkeit und hohem Cholesterinlevel verantwortlich machen. Nun sieht ein Wissenschaftlerteam aus Frankreich und Brasilien einen Zusammenhang zwischen diesen Lebensmitteln und verschiedenen Krebserkrankungen durch ihre Studien bestätigt. Ihre Ergebnisse basieren auf Daten von insgesamt 104,980 gesunden französischen Erwachsenen (22% Männer; 78% Frauen) im Durchschnittsalter von 43 Jahren, die einen 24 Stunden-online-Fragebogen beantworteten, der mit seinen insgesamt 3 300 verschiedene Ernährungsthemen, Aufschluss darüber gab, was die Befragten zu sich nahmen (NutriNet-Santé cohort study).

Die konsumierte Nahrung wurde nach dem Grad der Verarbeitung klassifiziert und die Krebsfälle anhand medizinischer Fallberichte der Teilnehmer identifiziert, die aus der nationalen Medizindatenbank der letzten fünf Jahre vorlagen.

Bei der Studie handelte es sich jedoch um eine Beobachtungsstudie, die keine dezidierte Schlussfolgerung über Ursache und Wirkung erlaubt, und die Wissenschaftler führten einige Punkte an, die die Aussagekraft dieser Ergebnisse begrenzen: Es können keine Falschklassifikationen der Nahrungsmittel ausgeschlossen werden und es gibt keine Garantie, dass künftig nicht neue Krebsfälle entdeckt werden.

Trotzdem untersuchen und beleuchten die Studien erstmals einen Zusammenhang zwischen ultrahoch verarbeitetem Lebensmittelkonsum und spezifischen (Brustkrebs) und allgemeinen Krebserkrankungen, so die Wissenschaftler.
Es müsse jedoch noch ein langer Weg zurückgelegt werden, um präzise verstehen zu können, welches die einzelnen Elemente der hoch verarbeiteten Lebensmittel sind, die zu Krebs führen sowie welche Bedeutsamkeit anderen Variablen dabei eingeräumt werden müssen.

Wenn auch keine hundertprozentigen Aussagen über Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge gemacht werden können, so ist es dennoch wichtig, sich gesund zu ernähren und so viel wie möglich frische Lebensmittel selbst zuzubereiten und auf wenig Fertignahrung zurückzugreifen. –IMK-

Research: Consumption of ultra-processed foods and cancer risk: results from NutriNet-Santé prospective cohort

Editorial: Ultra-processed foods and cancer

Journal: The BMJ 

BMJ 2018;360:k322 | doi: 10.1136/bmj.k322

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.