KRIEGERIN startet mit Prädikat „besonders wertvoll“ in den Kinos/ Goldene FBW-Gütesiegel auch für die neuen Filme von Clint Eastwood und Alexander Sokurow

Wiesbaden (ots) – Die Brisanz eines Films zeigt sich oft über seine erschreckende Realitätsnähe. So auch in KRIEGERIN (Start: 19. Januar), dem beeindruckenden Debütfilm von Nachwuchsregisseur David Wnendt, Gewinner des Förderpreises Deutscher Film. Im Zentrum der Handlung steht Marisa, Mitglied einer Neonazi-Clique, verblendet von Hass und eigener Hilflosigkeit. Fast dokumentarisch und authentisch zeichnet Wnendt die inneren Vorgänge einer Gruppe von Rechtsradikalen auf. Der schonungslose Film regt Diskussionen an und erhält aktuellen Zündstoff über jüngste gesellschaftliche Entwicklungen. Die FBW-Jury vergab das höchste Prädikat „besonders wertvoll“ und schreibt in ihrem Gutachten: „Es ist schwer, nicht hingezogen zu werden in diesen Film!“

Er hat mehrere Präsidenten kommen und gehen sehen und das Kriminalermittlungsverfahren in den USA völlig neu definiert: J. Edgar Hoover. Kein geringerer als Meisterregisseur Clint Eastwood hat sich nun in J. EDGAR (Start: 19. Januar) dieser umstrittenen historischen Persönlichkeit angenommen. Dabei gelingt ihm das Kunststück, hinter die Fassade des Machtmenschen zu blicken. Leonardo DiCaprio liefert eine erstklassige Darstellung als Hoover. „Eine handwerkliche Meisterleistung“, lobte die FBW und vergab das Prädikat „besonders wertvoll“.

Ebenfalls einem Machtmenschen, wenn auch fiktiv, widmet sich der neue Film des russischen Regisseurs Alexander Sokurow: Seine Neu-Interpretation von FAUST (Start: 19. Januar) brachte ihm in Venedig den Goldenen Löwen und startet nun in den deutschen Kinos. Goethes Text frei und modern interpretiert und die Konzentration auf Faust als machtbesessener Wissenschaftler – so bewegt sich Sokurow in dem 200 Jahre alten Stoff. Für die fünfköpfige Gutachterjury, die den Film mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ auszeichnete, „auch formal ein grandioser Gegenentwurf zu der klassischen Vorlage.“

Prädikatsfilme vom 19. Januar 2012

Kriegerin

Kriegerin - FilmposterSpielfilm, Drama. Deutschland 2011. Filmstart: 19.01.2012

Die 20jährige Marisa gehört zu einer rechtsradikalen Jugendclique in einer ostdeutschen Kleinstadt. Ihr Leben ist geprägt von Orientierungslosigkeit. Nur zu ihrem kranken Opa hat sie noch wirklich Vertrauen. Als die Gewalt ihrer Clique gegen Unschuldige immer stärker eskaliert, beginnt Marisa ihre bisherigen Überzeugungen zu hinterfragen. Der Abschlussfilm von David Wnendt beeindruckt vor allem durch seine starken weiblichen Protagonistinnen. Alina Levshin als Marisa und Jella Haase als Svenja liefern eine grandiose darstellerische Leistung, die den inneren Kampf zwischen Hass, Hilflosigkeit und der Suche nach Halt reflektiert. Die Inszenierung ist beängstigend authentisch, vor allem durch die Fokussierung auf die Dynamik innerhalb der Clique, die politikentleert ihren Zusammenhalt durch rechtsradikale Symbole sucht. Viele subtile Andeutungen lassen Raum für eigene Schlüsse. Kraftvoll und beängstigend nah – ein wichtiger deutscher Film.

J. Edgar

Spielfilm, Drama. USA 2011. Filmstart: 19.01.2012

J. Edgar FilmposterEr war 50 Jahre lang der Kopf des FBI und einer der mächtigsten und einflussreichsten Männer der USA: John Edgar Hoover, kurz J. Edgar. Er arbeitete präzise wie ein Uhrwerk, verlangte von sich und seinen Mitarbeitern Disziplin bis zur Selbstaufgabe und vertraute niemandem wirklich. Wie Hoover allerdings als Mensch fernab der Pflichterfüllung war, ist bis heute Spekulation. Meisterregisseur Clint Eastwood setzt sich mit dem Konflikt des öffentlichen und privaten Hoover auseinander, zeigt den Menschen in seiner moralischen und emotionalen Zerrissenheit. Dabei liefert Leonardo DiCaprio ein ungeheuer eindrucksvolles Portrait dieses mächtigen Mannes. Eastwood gelingt das Kunststück, mithilfe einer Erzählung über mehrere Zeitebenen hinweg und ausgewählten Schlüsselmomenten nicht nur die Biographie einer historischen Figur zu beschreiben, sondern zeichnet auch ein Stück US-Geschichte nach. Eine ergreifende und brillante filmische Annäherung an einen Mythos.

Faust

Spielfilm, Drama, Literaturverfilmung. Russland 2011. Filmstart: 19.01.2012

Was die Naturwissenschaften angeht, ist Faust Universalgelehrter. Sein Wissensdurst scheint unstillbar, doch sind ihm die Erkenntnisse nie gut genug. In seiner unerschöpflichen Neugier und der umtriebigen Suche nach dem Sinn des Lebens schließt er einen Pakt mit dem „Wucherer“, der ihn auf einen Pfad der Unmoral und Rücksichtslosigkeit führt. Die Geschichte des Faust ist bekannt, doch der russische Meisterregisseur Alexander Sokurow schafft es, der legendären Figur neues dramatisches Leben einzuhauchen. Eingebettet in monumentale Landschaften und ein aufwändiges Setting lässt Sokurow seine Darsteller in Goethes Drama eintauchen, ohne sich sklavisch nah an die Vorlage zu halten. Die Bildkomposition wirkt fast wie Malerei, die Musik ist opernhaft gewaltig und das Spiel der internationalen Theatergrößen, die hier versammelt sind, ist expressiv und kraftvoll. Eine vor Energie überbordende Literaturverfilmung mit hohem Anspruch, die Goethes Werk in ein neues Licht taucht.

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