Lippenstifte und wie sie im ÖKO-Test Magazin abgeschnitten haben

ÖKO-TEST hat in der aktuellen März-Ausgabe 22 klassische rote Lippenstifte untersucht. Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur Naturkosmetik ist guten Gewissens zu empfehlen. Für fast alle konventionellen Lippenstifte heißt es: Setzen, sechs!

Immerhin sieben Lippenstifte kann ÖKO-TEST empfehlen. Sie schneiden mit „sehr gut“ ab. Andere Produkte enttäuschen im Test auf ganzer Linie. Die Hauptprobleme der meisten konventionellen Lippenstifte: problematische Mineralölbestandteile und bedenkliche Farbstoffe. In einem Stift hat das Labor sogar erhöhte Gehalte des Schwermetalls Blei nachgewiesen.

Viele konventionelle Lippenstifte bestehen nach wie vor zu einem großen Teil aus erdölbasierten Inhaltsstoffen. Und die wiederum können bedenkliche Mineralölbestandteile enthalten – darunter auch solche, die bereits in kleinsten Mengen krebserregend sein können. Und weil die Lippen nicht nur da sind, um schön auszusehen, sondern auch zum Essen, Sprechen und Küssen, schlucken Verbraucherinnen im Laufe der Zeit eine ganze Menge davon versehentlich herunter.

ÖKO-TEST hat 22 Lippenstifte ins Labor geschickt und dort umfangreich untersuchen lassen. Die gesättigten Kohlenwasserstoffe MOSH/POSH stecken in 14 Produkten. MOSH reichern sich im Körper an und haben im Tierversuch die Leber geschädigt. Weil MOSH sich anreichern, sind sie mittlerweile die größte Verunreinigung im menschlichen Körper. Aber auch Verunreinigungen mit sogenannten MOAH, aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen, hat das Labor in zwölf der Lippenstifte nachgewiesen. Sie können Bestandteile enthalten, die schon in kleinsten Mengen krebserregend sein können.

In 13 der Lippenstifte setzen die Hersteller mindestens eines der Färbemittel Tartrazin, Gelborange Soder Allurarot AC ein, um verschiedene Rotnuancen zu erzeugen. Diese können allerdings zu allergischen und Überempfindlichkeitsreaktionen führen. Auf Lebensmitteln mit diesen Farbstoffen ist der Hinweis verpflichtend, dass sie die Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen können.

Im H&M Cream Lip Colour, Mauveine Queen hat das Labor erhöhte Werte des Schwermetalls Blei gemessen. Behörden akzeptieren Verunreinigungen nur, wenn sie technisch nicht zu vermeiden sind. Der Grenzwert für die Vermeidbarkeit von Blei liegt aktuell bei 2 Milligramm pro Kilogramm – den überschreitet der H&M-Lippenstift deutlich.Gesamturteil: ungenügend.

In einem Lippenstift hat das Labor sogar erhöhte Mengen des Schwermetalls Blei gefunden. Blei kann sich im Körper anreichern und gilt als nervengiftig. Schon geringe Mengen können zu Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen führen. Schwermetalle können zum Beispiel über Farbpigmente ins Produkt gelangen.

Der L‘Oréal Color Riche Intense, Sparkling Amethyst 287 sammelt insgesamt die meisten verschiedenen Problemstoffe an. Neben mehreren allergisierenden Duftstoffen enthält er die problematischen Mineralölbestandteile MOSH/POSH und MOAH, halogenorganische Verbindungen, den bedenklichen Farbstoff Tartrazin und Silikonverbindungen.
Gesamturteil: ungenügend.

Welche Lippenstifte Verbraucherinnen gerne mehrmals täglich auftragen können und von welchen sie besser die Finger lassen, lesen Sie unter https://www.oekotest.de/kosmetik-wellness/22-Lippenstifteim-Test_110766_1.html.
Das ÖKO-TEST-Magazin März 2018 gibt es seit dem 22. Februar 2018 im Zeitschriftenhandel.

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