Luftqualität in Deutschland weiter ein gravierendes Problem

Mit diesem Fahrrad kommt niemand weit – doch wenn man da ist, wo man hinwollte, ist es egal. Nicht gleichgültig ist, wie es mit der Luftqualität in Deutschland aussieht. Verbesserungen sind zwar da, aber reichen sie aus? Die heute durch das Bundesumweltministerium vorgestellten Daten zur Luftqualität in Deutschland kommentiert Arne Fellermann, Verkehrsexperte des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND):

„Die Luftqualität ist weiter ein gravierendes Problem. Trotz eines Rückgangs der Belastung, besteht in Deutschland noch immer ein erhebliches Gesundheitsrisiko durch Stickoxid und Feinstaub. Der Hauptgrund sind die verschleppte Aufarbeitung des Diesel-Abgasskandals und die Weigerung von Konzernen und Bundespolitik, NOx-Hardwarenachrüstungen vorzunehmen.

Autokonzerne und Politik haben Profitinteressen über die Gesundheit der Bevölkerung gestellt.

Positiv ist, dass die aktuellen Daten des Umweltbundesamtes für das Jahr 2019 eine Entspannung andeuten. Dass die Flottenmodernisierung insbesondere durch sauberere Euro-6d-temp-Diesel endlich Wirkung zeigt. Zudem tragen auch verkehrliche Maßnahmen, wie die lokal angeordneten Geschwindigkeitsreduzierungen oder Fahrverbote, zur Verringerung lokaler Emissionen bei.

Diese positiven Entwicklungen dürfen jedoch nicht darüber hinweg täuschen: Von Stickstoffdioxid geht weiter ein Gesundheitsrisiko aus. Auch eine regelmäßigere Einhaltung der Grenzwerte heißt nicht, dass keine nennenswerten Belastungen mehr vorliegen.

Der größere Risikofaktor für unsere Gesundheit ist dabei die Feinstaubbelastung. Vor allem Ultra-Feinstaub, also besonders kleine Partikel, ist höchst schädlich. An 13 Prozent aller Feinstaub-Messstationen in Deutschland, die den Richtwert für die Feinstaubbelastung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) messen, werden diese Werte noch nicht eingehalten.

Verschärfend kommt hinzu, dass die aktuell geltenden Grenzwerte mittlerweile mehr als 20 Jahre alt sind. Sie müssen als Teil des europäischen Green Deals dringend verschärft werden. Ihre Anpassung an die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der WHO ist absolut nötig.“

Foto: Magalie De Preux

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