Frauen sollten nicht nur beim Sport einen stützenden Büstenhalter (BH) tragen, um die Belastung des Brustgewebes zu verringern. „Bei Tätigkeiten mit starken, ruckartigen Bewegungsabläufen – wie z.B. beim Joggen oder bei Ballsportarten – kann ein gut sitzender BH Überdehnungen und Schmerzen des Brustgewebes vorbeugen”, rät Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF). „Durch ein ungehindertes Auf und Ab der Brüste kann es sonst zu einer dauerhaften Überdehnung des Bindegewebes, der so genannten Cooper-Ligamente, kommen und eine Absenkung der Brust nach sich ziehen. Diese Bindegewebsstrukturen verankern das Drüsengewebe an der Brustmuskulatur und am Unterhautfettgewebe und sind für die Formstabilität der Brust von Bedeutung.
Mit zunehmendem Alter und damit nachlassender Elastizität des Bindegewebes hängen insbesondere größere Brüste natürlicherweise mehr. Die Meinung, dass ein solcher Effekt gar durch ständiges Tragen eines BHs durch die permanente Entlastung der Bindehaut verstärkt werden könnte, ist wissenschaftlich nicht belegt. „Unseren Beobachtungen zur Folge ist das Tragen eines stützenden BHs nicht nur beim Sport, sondern allgemein für die Formstabilität und den Erhalt der Schönheit der Brüste vorteilhaft. Schon junge Mädchen sollten ab dem Beginn des Brustwachstums mit dem Tragen von BHs oder Bustiers beginnen. Hinzu kommt, dass bei großen Brüsten ein Büstenhalter den Rücken entlasten kann”, ergänzt der Präsident des BVF.
Damit der Büstenhalter seine Funktion gut erfüllen kann, sollte man immer auf den richtigen Sitz und die richtige Größe achten. Wenn ein BH zwickt und kneift, hoch rutscht oder die Träger in die Schultern schmerzhaft einschneiden, dann ist das Modell ungeeignet. „Ein optimaler BH sollte am Brustkorb gut anliegen und am Rücken waagerecht sitzen. Sitzt er höher, dann ist er entweder zu weit oder die Körbchengröße zu klein. Am Ausschnitt und unter den Armen sollte nichts herausquellen – sonst ist das Körbchen zu klein. Das Unterbrustband sollte nicht zu stramm sein: Zwei Finger sollten noch bequem darunter passen. Beim Wippen auf den Zehenspitzen sollten die Brüste nicht schaukeln. Bei einem großen, schweren Busen verhindert ein BH mit breiten Trägern und breiterem Unterbrustband, dass die Schulterträger einschneiden.”
Quelle: Berufverband der Frauenärzte e.V.












