Nachhaltiger Lebensstil schützt das Klima

Derzeit beansprucht ein Deutscher jährlich durchschnittlich 1562 m² Ackerfläche für seine Ernährung. Ein Großteil davon liegt im Ausland, verwendet vor allem für den Anbau von Soja. Laut einer neuen WWF-Studie „Das große Fressen“ wird sich die weltweit pro Person verfügbare Ackerfläche jedoch bis 2050 auf 1166 m² pro Person und Jahr verringern.
Es ist auch unser Lebensstil und hier insbesondere unsere Ernährungsweise, die zum Klimawandel und zur Umweltzerstörung beiträgt. Nicht jedem ist bewusst, dass mehr als 30 Prozent der importierten Lebens- und Futtermittel mit Waldzerstörung – etwa in Südamerika – im Zusammenhang stehen. Der hohe Fleischkonsum, so der WWF wirkt „wie ein „Brandbeschleuniger“ für die globale Klimaveränderung.
Genau an dieser Stelle kann jedoch jeder Verbraucher tätig werden, indem er seinen Ernährungsstil ändert. Hier gibt es einige nützliche Hintergrundinformationen, die dazu beitragen, zu einer gesunden und klimaverträglichen Ernährung zu finden.

Hintergrundinformation der DGE

Innerhalb der Lebensmittelgruppe Fleisch bestehen Unterschiede hinsichtlich der Klimarelevanz. So verursacht die Produktion von Fleisch von Wiederkäuern wie Rind, Schaf und Ziege deutlich höhere Emissionen als Geflügel- und Schweinefleisch. Weißes Fleisch wie Geflügel ist auch unter gesundheitlichen Gesichtspunkten günstiger zu bewerten als rotes Fleisch von Rind, Schaf, Ziege oder Schwein. Denn mit erhöhtem Verzehr von rotem Fleisch und Fleischerzeugnisse steigt das Risiko für Darmkrebs. Geflügelfleisch, insbesondere aus ökologischer Erzeugung, ist daher nicht nur unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit, sondern auch aus gesundheitlicher Sicht zu bevorzugen.

Eine der Bedenken bei der Einschränkung von Fleisch lautet: Bekommen wir genügend Protein (Eiweiß), wenn wir den Fleischverzehr verringern? „Ja“, so die Antwort von Dr. Helmut Oberritter, Geschäftsführer der DGE. „Eine abwechslungsreiche Ernährung mit maximal 300 bis 600 g Fleisch und Wurst pro Woche liefert Protein sowie Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe in ausreichender Menge.“

Pflanzliche Proteine besitzen zwar eine geringere Konzentration an unentbehrlichen Aminosäuren, den Bausteinen, aus denen Proteine aufgebaut sind. Doch eine Kombination verschiedener Lebensmittelgruppen, wie Milch mit Getreide, Getreide mit Hülsenfrüchten, Milch mit Kartoffeln oder Ei mit Getreide kann die biologische Wertigkeit von pflanzlichen Lebensmitteln aufwerten. Insbesondere Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen und Linsen sind reich an hochwertigem pflanzlichen Protein. Sie lassen sich vielfältig in Mahlzeiten integrieren, nicht nur als Eintopf, sondern auch als Beilage, Salat, Suppe, Curry oder Auflauf. Werden Hülsenfrüchte über Nacht eingeweicht oder im Schnellkochtopf gegart, verringert sich die Garzeit. Mit weißen Bohnen, Kidneybohnen und Kichererbsen aus Konserven oder geschälten Linsen lassen sich im Nu wohlschmeckende und abwechslungsreiche Gerichte zubereiten.

Die DGE spricht sich in ihren 10 Regeln für eine nachhaltige Ernährung aus. Diese beinhaltet nicht nur die Verringerung des Fleischkonsums zugunsten einer pflanzenbetonten Ernährung. Gemüse und Obst entsprechend ihrer Saison zu kaufen, ist in der Regel klimafreundlich. Zudem sind während der Saison gekaufte Früchte häufig preiswerter und aromatischer. Auch ein geringer Energieaufwand in der Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln wirkt sich positiv auf die Klimabilanz aus. Daher sind nach Möglichkeit frische Lebensmittel bzw. Lebensmittel mit geringem Verarbeitungsgrad zu verwenden.

Und letztendlich hat die zunehmende Mobilität, z. B. Autofahrten zur Einkaufsstätte, einen entscheidenden Einfluss auf das Klima. Deshalb ist es wünschenswert, den Einkauf nach Möglichkeit öfter zu Fuß, mit dem Fahrrad oder wenn mit dem Auto auf Wegen, die ohnehin zurückgelegt werden, zu erledigen oder große Einkäufe zu realisieren, um die Anzahl der Einkaufsfahrten mit dem Auto zu verringern.

Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE

1. Die Lebensmittelvielfalt genießen

  • Vollwertiges Essen und Trinken beinhaltet eine abwechslungsreiche Auswahl, angemessene Menge und Kombination nährstoffreicher und energiearmer Lebensmittel. Wählen Sie überwiegend pflanzliche Lebensmittel. Diese haben eine gesundheitsfördernde Wirkung und unterstützen eine nachhaltige Ernährungsweise.

2. Reichlich Getreideprodukte sowie Kartoffeln

  • Brot, Getreideflocken, Nudeln, Reis, am besten aus Vollkorn, sowie Kartoffeln enthalten reichlich Vitamine, Mineralstoffe sowie Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Verzehren Sie diese Lebensmittel mit möglichst fettarmen Zutaten. Mindestens 30 Gramm Ballaststoffe, vor allem aus Vollkornprodukten, sollten es täglich sein. Eine hohe Zufuhr senkt die Risiken für verschiedene ernährungsmitbedingte Krankheiten.

3. Gemüse und Obst – Nimm „5 am Tag“

  • Genießen Sie 5 Portionen Gemüse und Obst am Tag, möglichst frisch, nur kurz gegart oder gelegentlich auch als Saft oder Smoothie – zu jeder Hauptmahlzeit und als Zwischenmahlzeit: Damit werden Sie reichlich mit Vitaminen, Mineralstoffen sowie Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen versorgt und verringern das Risiko für ernährungsmitbedingte Krankheiten. Bevorzugen Sie saisonale Produkte.

4. Milch und Milchprodukte täglich, Fisch ein- bis zweimal in der Woche, Fleisch, Wurstwaren sowie Eier in Maßen

  • Diese Lebensmittel enthalten wertvolle Nährstoffe, wie z. B. Calcium in Milch, Jod, Selen und n-3 Fettsäuren in Seefisch. Entscheiden Sie sich bei Fisch für Produkte mit anerkannt nachhaltiger Herkunft. Im Rahmen einer vollwertigen Ernährung sollten Sie nicht mehr als 300 – 600 g Fleisch und Wurst pro Woche essen. Fleisch ist Lieferant von Mineralstoffen und Vitaminen (B1, B6 und B12). Weißes Fleisch (Geflügel) ist unter gesundheitlichen Gesichtspunkten günstiger zu bewerten als rotes Fleisch (Rind, Schwein). Bevorzugen Sie fettarme Produkte, vor allem bei Fleischerzeugnissen und Milchprodukten.
    Wenig Fett und fettreiche Lebensmittel

5.Fett liefert lebensnotwendige (essenzielle) Fettsäuren und fetthaltige Lebensmittel enthalten auch fettlösliche Vitamine.

  • Da es besonders energiereich ist, kann die gesteigerte Zufuhr von Nahrungsfett die Entstehung von Übergewicht fördern. Zu viele gesättigte Fettsäuren erhöhen das Risiko für Fettstoffwechselstörungen, mit der möglichen Folge von Herz-Kreislauf-Krankheiten. Bevorzugen Sie pflanzliche Öle und Fette (z. B. Raps- und Sojaöl und daraus hergestellte Streichfette). Achten Sie auf unsichtbares Fett, das in Fleischerzeugnissen, Milchprodukten, Gebäck und Süßwaren sowie in Fast-Food und Fertigprodukten meist enthalten ist. Insgesamt 60 – 80 Gramm Fett pro Tag reichen aus.

6. Zucker und Salz in Maßen

  • Verzehren Sie Zucker und Lebensmittel bzw. Getränke, die mit verschiedenen Zuckerarten (z. B. Glucosesirup) hergestellt wurden, nur gelegentlich. Würzen Sie kreativ mit Kräutern und Gewürzen und wenig Salz. Wenn Sie Salz verwenden, dann angereichert mit Jod und Fluorid.
    Reichlich Flüssigkeit

7. Wasser ist lebensnotwendig.

  • Trinken Sie rund 1,5 Liter Flüssigkeit jeden Tag. Bevorzugen Sie Wasser – ohne oder mit Kohlensäure – und energiearme Getränke. Trinken Sie zuckergesüßte Getränke nur selten. Diese sind energiereich und können bei gesteigerter Zufuhr die Entstehung von Übergewicht fördern. Alkoholische Getränke sollten wegen der damit verbundenen gesundheitlichen Risiken nur gelegentlich und nur in kleinen Mengen konsumiert werden.

8. Schonend zubereiten

  • Garen Sie die Lebensmittel bei möglichst niedrigen Temperaturen, soweit es geht kurz, mit wenig Wasser und wenig Fett – das erhält den natürlichen Geschmack, schont die Nährstoffe und verhindert die Bildung schädlicher Verbindungen. Verwenden Sie möglichst frische Zutaten. So reduzieren Sie überflüssige Verpackungsabfälle.

9. Sich Zeit nehmen und genießen

  • Gönnen Sie sich eine Pause für Ihre Mahlzeiten und essen Sie nicht nebenbei. Lassen Sie sich Zeit, das fördert Ihr Sättigungsempfinden.

10. Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben

  • Vollwertige Ernährung, viel körperliche Bewegung und Sport (30 – 60 Minuten pro Tag) gehören zusammen und helfen Ihnen dabei, Ihr Gewicht zu regulieren. Gehen Sie zum Beispiel öfter einmal zu Fuß oder fahren Sie mit dem Fahrrad. Das schont auch die Umwelt und fördert Ihre Gesundheit.

Quelle DGE

Zusätzlich sollten Verbraucher auf nachhaltig produzierte Lebensmittel zugreifen, die nach ökologischen Prinzipien hergestellt werden und aus biologisch-dynamischer Landwirtschaft stammen.

Leckere Bio-Rezepte gibt es auf dem Ökoportal

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