Nahrung für mein Essen – Die richtige Düngung für Gemüse

Schlaganfall

Der Start in die Gemüsegartensaison ist geglückt. Nun wollen wir dem Gemüse die besten Wachstumsbedingungen bieten. Die Düngung spielt dabei eine wichtige Rolle. Markus vom meine ernte Team fasst zusammen, wie man sein Gemüse mit Nährstoffen versorgt und dabei auch noch die Umwelt schützt.

Warum ist Düngen notwendig?

Pflanzen benötigen neben Licht und Wasser auch Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium zum Wachsen. Mit jeder Ernte, die wir aus unserem Gemüsegarten holen, entnehmen wir dem Boden die Nährstoffe, die nun in der Ernte sind. Aus diesem Grund muss ein gärtnerisch oder landwirtschaftlich genutzter Boden gedüngt werden.

Welches Gemüse hat den meisten Hunger?

Gemüse lässt sich nach dem Nährstoffbedarf in Schwach-, Mittel- und Starkzehrer unterscheiden. Schwachzehrer wie verschiedene Kräuter, Feldsalat oder Radieschen kommen in der Regel mit dem aus, was an Nährstoffen im Boden ist. Erbsen und Bohnen reichern den wichtigen Stickstoff sogar im Boden an.

Die Mittelzehrer sind zum Beispiel Möhren, Mangold, Salat, Fenchel oder Kohlrabi.

Starkzehrer haben den größten Nährstoffbedarf. Zu ihnen zählen Tomaten, Kürbis, Zucchini, Kohl und Kartoffeln. Dies bedeutet für die Gartenplanung, dass sich die Düngung auf die Beete mit den Starkzehrern konzentriert, bevor im Folgejahr Mittel- und das Jahr darauf dann Schwachzehrer dort gut wachsen können.

Organischer oder mineralischer Dünger?

Düngemittel lassen sich in organische und mineralische Dünger unterscheiden. Bei Letzteren liegen die Nährstoffe als Salze vor, so dass sie sehr schnell von den Pflanzen aufgenommen werden können. Allerdings sind mineralische Dünger nicht unproblematisch für die Umwelt, so dass wir uns hier nur mit organischem Dünger beschäftigen. Hierbei handelt es sich um Produkte tierischen oder pflanzlichen Ursprungs. Beispiele hierfür sind Wirtschaftsdünger, also in der Landwirtschaft anfallende Substanzen wie Mist, Gülle oder Futterreste, aber auch Pflanzenreste, Kompost, Hornspäne, Kaffeesatz oder Pflanzenjauchen.

So wirkt organische Düngung

Organischer Dünger muss erst von den Mikroorganismen im Boden umgesetzt werden, die die enthaltenen Nährstoffe aufschließen und für die Pflanzen verfügbar machen. Daher ist die Wirkung nicht unmittelbar, sondern erst nach einer gewissen Zeit spürbar. Das Ergebnis ist dafür langfristiger und die Nährstoffe können nicht so leicht durch Regenwasser ausgewaschen werden. So ist es fast unmöglich, sein Gemüse zu überdüngen.
Zudem sind die meisten organischen Dünger wichtig für die Humusbildung. Auch die Einarbeitung von Ernteresten ist eine organische Düngung. Die abgestorbenen Pflanzenteile werden von den Bodenlebewesen, wie etwa dem Regenwurm, umgesetzt, die Nährstoffe für die Pflanze verfügbar gemacht und es bildet sich Humus.

Fotoquelle: meine ernte

Hausmittel für den Garten

Im Handel ist eine Reihe organischer Dünger zu kaufen. Am bekanntesten sind Hornspäne, Knochenmehl oder Guano. Doch auch der Garten selbst liefert schon eine Reihe organischer Dünger! Beiträge zum Mulchen und zum Kompost finden sich auf der meine ernte Homepage:
https://www.meine-ernte.de/rund-um-den-gemuesegarten/mulchen/
https://www.meine-ernte.de/kompost/

In fester Form sollten organische Dünger leicht in die obere Erdschicht eingearbeitet werden. Benötigt man eine schnelle Nährstoffzufuhr, bieten sich organische Dünger in flüssiger Form an. Daher sind sie als Jauche, Tee, Sud, Brühe oder Kaltwasserauszug aus verschiedenen Pflanzen gute Mittel, um das Gemüse rasch mit Nährstoffen zu beliefern. Großer Beliebtheit erfreut sich inzwischen die Brennnesseljauche – sie lässt sich einfach selbst herstellen.

Tipp So einfach lässt sich eine Brennnesseljauche herstellen

Fülle hierfür eine Tonne oder ein Fass zu etwa zwei Dritteln mit den grob zerkleinerten Pflanzen. Gieße Deine Tonne mit Regenwasser auf bis ca. eine Handbreit unter dem Rand der Tonne. Decke das Gefäß mit einem Drahtgitter ab, damit keine Vögel hineinfallen können. Schon nach wenigen Tagen beginnt der Gärungsprozess, der leider mit einer erheblichen Geruchsentwicklung einhergeht. Wenn Du die Möglichkeit dazu hast, solltest Du das Gefäß also abseits aufstellen. Die Zugabe einer Handvoll Gesteinsmehl kann die Geruchsentwicklung etwas binden. Rühre die Jauche alle zwei bis drei Tage um. Wenn sich die Flüssigkeit nach etwa zwei Wochen dunkel verfärbt hat und beim Rühren nicht mehr schäumt, ist Deine Jauche fertig.

Verdünne die Jauche im Verhältnis 1:10 mit Wasser und gieße das Gemüse damit. Neben Brennnesseln eignen sich z. B. Beinwell, Ackerschachtelhalm, Rainfarn oder aus dem Gemüsegarten Zwiebeln, Knoblauch oder Kapuzinerkresse für das Ansetzen einer Jauche.
Übrigens: Verdünnte Brennnesseljauche ist zudem ein gutes Mittel gegen Blattläuse, wenn die Tierchen damit besprüht werden!

Erholung für den Boden – Gründüngung

Schließlich bleibt noch die Gründüngung zu erwähnen, also der Anbau bestimmter Pflanzen, die nicht zur Ernte gedacht sind. Phacelia, Buchweizen, Lupine & Co. lockern tiefe Bodenschichten auf, halten Nährstoffe und schützen den Boden vor Erosion. Die Pflanzen frieren im Winter ab oder werden vorher abgemäht und als Mulch genutzt oder leicht in den Boden eingearbeitet. So leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Bodenverbesserung, Humusbildung – und zur Düngung.

Organische Düngung hat also eine Reihe von Vorteilen. Mit ein wenig Planung ist auch Dein hungriges Gemüse gut mit Nährstoffen versorgt, ohne dass die Umwelt belastet wird – richtige organische Düngung wirkt sich sogar positiv auf Flora und Fauna aus!

Seit inzwischen zehn Jahren bauen Wanda und Natalie von meine ernte nun schon ihr eigenes Gemüse an. Ungefähr genauso lange gibt es ihre Gemüsegärten zum Mieten mit denen sich Städter den Traum vom eigenen Stück Land an deutschlandweit über 20 Standorten erfüllen können: https://www.meine-ernte.de/garten-mieten/

Titelfoto: Sharon Pittaway

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