Natürliche Zahnpflegetrends Nachhaltige Mundpflege auf dem Vormarsch

Zahnpflegetrends

Zum Jahreswechsel fassen die meisten Menschen gute Vorsätze. In Anbetracht des Klimawandels wollen viele 2020 auf einen nachhaltigeren Lebensstil umsteigen. Auch in der Zahnpflege setzen sich entsprechende Trends vermehrt durch. Doch ob Ölziehen, Bürsten aus Holz oder selbstgemachte Zahnpasta: Nur manche Methoden eignen sich auch wirklich für eine optimale Mundhygiene. Drei Experten erklären, welche Zahnpflegetrends sinnvoll und ökologisch sind oder ob sie den Zähnen schaden.

Zahnpflege aus der Natur

Dr. Christoph Sliwowski, Leiter der Zahnimplantat-Klinik Düsseldorf im St. Vinzenz-Krankenhaus

„Mittlerweile stellt Nachhaltigkeit auch in der Zahnpflege einen wichtigen Trend dar. Biologisch abbaubare Zahnbürsten aus Holz mit recycelbaren Nylonborsten sowie natürliche Zahnseide aus Maisfasern erfreuen sich großer Beliebtheit.

Um lange Transportwege und hohe Kosten zu vermeiden, greifen Hersteller immer häufiger auf heimische Buche als auf Bambus zurück. Verbraucher schützen mit dieser nachhaltigen Mundhygiene nicht nur die Umwelt, sondern auch ihre eigene Gesundheit, denn viele herkömmliche Plastikzahnbürsten enthalten oftmals Weichmacher, die seit geraumer Zeit unter Verdacht stehen, Krebs zu erregen.

Nachhaltige Alternativen sind dagegen in der Regel voll kompostierbar, weswegen Verbraucher sie im herkömmlichen Biomüll entsorgen können. Beim Kauf fairer Artikel überprüfen Konsumenten die Produkte am besten auf Öko- und Fair-Trade-Siegel.“

Gesund im Mund durch Ölziehen

Zahnärztin und Spezialistin für Zahnästhetik Dr. Mirela-Oana Nilius aus der Praxisklinik Nilius in Dortmund

„Um Zähne und Zahnfleisch gesund zu halten sowie nachhaltig zu pflegen, eignet sich tägliches Ölziehen mit kaltgepresstem Sonnenblumen-, Kokos-, oder Olivenöl in Bio-Qualität. Mit ihrer antibakteriellen Wirkung reduzieren sie Zahnbeläge und zerstören zeitgleich Keime, die Karies, Zahnfleischentzündungen oder Mundgeruch auslösen. Dabei empfiehlt es sich, jeden Morgen vor dem Frühstück einen Esslöffel Öl für circa 10 Minuten in der Mundhöhle hin und her zu bewegen. Diese Spüldauer benötigt das Öl, um auch bis in die letzten Winkel der Zahnfleischtaschen zu gelangen und dort schädliche Bakterien und Giftstoffe aufzunehmen. Die Zeit währenddessen lässt sich optimal nutzen, denn Ölziehen geht auch ganz einfach nebenher – zum Beispiel unter der Dusche, beim Anziehen oder beim Haarestylen.

Gegen Ende nimmt das Öl eine wässrige Konsistenz an. Dann gilt es die Flüssigkeit wieder auszuspucken und den Mund anschließend mit warmem Wasser zu spülen. Wer daraufhin noch gründlich die Zähne putzt, trägt effektiv zu einer gesunden Mundflora bei.

Tipp: Als unterstützende Maßnahme, zum Beispiel nach einer Operation im Mundbereich, eignet sich Weizenkeimöl besonders gut. Dieses fördert die Wundheilung, indem es die Zellerneuerung aktiviert und den Stoffwechsel des Bindegewebes verbessert.“

Gefährliche Zahnpflegetrends

Schwarze Zahnpasta sollte nicht verwendet werden. Photo by Chris Slupski

Dr. Lutz Spanka, Master of Science für Implantologie und Dentalchirurgie sowie Kieferorthopädie im ZahnZentrum NordWest in Hude

„Im Internet kursieren oftmals bedenkliche Trends, von denen Zahnärzte ihren Patienten nur abraten können. Insbesondere schwarze Zahnpasta mit Aktivkohle gehört online zu den beliebtesten Zahnpflegeprodukten. Sie soll die Zähne aufhellen − allerdings ließ sich eine positive Wirkung bisher nicht durch Studien belegen.

Stattdessen schleifen die enthaltenen Kohlepartikel den harten Zahnschmelz regelrecht ab und machen den einstigen Schutzmantel somit anfälliger für Schmerzen und Krankheiten. Doch auch andere Stoffe wie Schlämmkreide oder Natron, die in Rezepten für selbstgemachte Zahnpasta oftmals in zu großen Mengen vorkommen, gefährden den Schmelz auf dieselbe Weise.

Nebenbei fehlt diesen selbst hergestellten Produkten meist der wichtigste Bestandteil: Fluorid. Dieser essenzielle Inhaltsstoff härtet den Zahnschmelz und schützt ihn vor Karies. Zum Wohle der Zähne sollten Verbraucher deshalb nicht jeden Trend mitmachen und besser herkömmliche Zahnpasta verwenden, die Fluorid enthält und mit einem sogenannten RDA-Wert zwischen 30 und 70 keinen zu hohen Abrieb aufweist.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.