Neue Orte und andersartige Erfahrungen machen glücklich

Erfahrungen

Es gibt viele Wege zum Ziel, also nicht immer denselben Weg zum Supermarkt gehen und endlich einen Spaziergang in einer unbekannten Parkanlage machen, denn solche neuen und vielfältigen Erfahrungen steigern das Glücksgefühl. Eine Studie hat diesen Zusammenhang herausgefunden, deren Ergebnisse in der Zeitschrift „Nature Neuroscience“ erschienen ist. Sie zeigen einen bisher unbekannten Zusammenhang zwischen unserer physischen Umgebung und unserem Wohlbefinden.

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Menschen sich glücklicher fühlen, wenn sie mehr Abwechslung in ihren täglichen Routinen haben – wenn sie sich an neuartige Orte begeben und ein breiteres Spektrum an Erfahrungen machen“, erklärt Catherine Hartley, Assistenzprofessorin im Fachbereich Psychologie der New York University und eine der Co-Autorinnen. „Wahrscheinlich ist auch das Gegenteil der Fall: Positive Gefühle können Menschen dazu bringen, diese lohnenden Erfahrungen häufiger zu suchen.

Frühere Studien mit Tierversuchen hatten ähnliche Ergebnisse gezeigt

Die Forscher, die die Studie vor dem Ausbruch der Coronavirus Epidemie durchgeführt haben, sind sich der momentanen Lage bewusst, die mit einer Vielzahl von Einschränkungen der Bewegungsfreiheit einhergeht. Sie stellen jedoch fest, dass selbst kleine Veränderungen, die eine größere Variabilität in die körperliche oder geistige Routine bringen – wie z. B. Bewegung zu Hause, ein Spaziergang um den Block und ein anderer Weg zum Lebensmittelgeschäft oder zur Apotheke – möglicherweise ähnliche positive Auswirkungen haben können.

Ist Vielfalt in den täglichen Erfahrungen der Menschen mit positiveren emotionalen Zuständen verbunden?

Diese Frage leitete die Wissenschaftler an. Dazu führten sie drei bis vier Monate lang eine GPS-Ortung der Teilnehmer in New York und Miami durch und baten die Probanden per SMS, über ihren positiven und negativen emotionalen Zustand in diesem Zeitraum zu berichten.

Die Ergebnisse zeigten, dass an Tagen, an denen die Menschen eine größere Variation ihres physischen Aufenthaltsortes aufwiesen – sie besuchten mehr Orte an einem Tag und verbrachten proportional mehr Zeit an diesen Orten – berichteten, dass sie sich positiver fühlten: „glücklich“, „aufgeregt“, „stark“, „entspannt“ und/oder „aufmerksam“.

Die Wissenschaftler versuchten, dann festzustellen, ob diese Verbindung zwischen Exploration und positiver Emotion einen Zusammenhang mit der Gehirnaktivität hatte. Dazu kehrte etwa die Hälfte der Versuchspersonen in ein Labor zurück und unterzog sich einer MRT-Untersuchung.

Die MRT-Ergebnisse zeigten, dass Personen, bei denen dieser Effekt am stärksten war – bei denen die Exposition gegenüber verschiedenen Erfahrungen stärker mit positiven Gefühlen („Affekt“) verbunden war – eine größere Korrelation zwischen der Hirnaktivität im Hippocampus und im Striatum aufwiesen. Dies sind Hirnregionen, die jeweils mit der Verarbeitung von Neuem und unbekannten sowie Belohnung – positiven oder subjektiv positiven Erfahrungen – assoziiert sind.

Es gibt also eine wechselseitige Verbindung zwischen neuen, ganz verschiedenen Erfahrungen, die wir bei der Erforschung unserer Umgebung machen können und unserem subjektiven Wohlbefinden. Glücklich zu sein, kann mit einfachen Mitteln erreicht werden. -IMK-

Quelle: DOI: 10.1038/s41593-020-0636-4

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