Ordner ausmisten und Wichtiges behalten – warum wir gerne Ordnung schaffen

Ausmisten

Ja, das Ausmisten ist für viele ein Muss, denn Ordnung ist das halbe Leben. Aber was kann weg und was muss bleiben? Experten geben in der Februar-Ausgabe von Finanztest Tipps und erklären, wie es geht und wie sich notfalls Ersatz für bereits Entledigtes beschaffen lässt. Sie geben 21 weit verbreiteten Dokumenten nach dem Ampelsystem Punkte. Grünes Licht heißt, kann ins Altpapier, Gelb: kann weg, sobald erledigt, und Rot: unbedingt aufheben – mitunter lebenslang. Dabei muss man nicht alles im Original bunkern, manchmal reicht eine Kopie oder ein PDF.

Dürfen alte Unterlagen einfach in den Schredder? Teils ja, teils nein. Finanztest-Redakteurin Renate Daum:

„Aufheben sollte jeder unbedingt Dokumente mit aktuellem Bezug, also den laufenden Miet- oder Arbeitsvertrag. Alte Rechnungen längst entsorgter Elektrogeräte können weg.“

Sterbeurkunden sollten unbedingt als Original vorliegen, auch bei Versicherungspolicen empfiehlt sich das. Sind einige der jährlichen Meldebescheinigungen zur Sozialversicherung verschwunden, sollten sie so schnell wie möglich wieder beschafft werden, denn die sind wichtig für die Rente, genau wie die Unterlagen zur betrieblichen Altersvorsorge.

Belege für die Steuererklärung sind auf jeden Fall Kandidaten fürs Altpapier und müssen nur maximal bis zum Ablauf eines Jahres nach Erhalt des Steuerbescheids behalten werden. Finanztest listet nicht nur für 21 Dokumente auf, ob sie aufbewahrt werden sollten, sondern zeigt auch an Beispielen von acht Lesern, wie man seine Unterlagen sammeln und verwalten kann – vom Einscannen mit nächtlicher Doppelsicherung auf zwei externen Festplatten plus Dokumentenkassette bis zu fünf Ordnern für eine fünfköpfige Familie. Sie zeigen, dass Aufbewahrung auch eine Charakterfrage ist. So hortet mancher die Bauzeichnungen vom elterlichen Haus, und andere schmeißen jede Woche alles Alte in den Papierkorb.

Der Artikel Dokumente aufbewahren findet sich in der
Februar-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und ist online unter
www.test.de/dokumente-aufbewahren abrufbar.

Platz für Neues schaffen

Fast jeder Deutsche (96 Prozent) gibt an, irgendwann einmal auszumisten, das heißt, die Wohnung aufzuräumen und sich dabei von nicht mehr benötigten Gegenständen zu trennen. Dabei misten die Deutschen durchaus mit einer bestimmten Regelmäßigkeit aus: 9 Prozent der Befragten geben an, sich häufiger im Monat von nicht mehr benötigten Gegenständen zu trennen.

Fast jeder Achte (13 Prozent) sortiert monatlich aus und mehr als ein Viertel (27 Prozent) habjährlich. 17 Prozent greifen einmal im Jahr zu dieser Maßnahme, 9 Prozent seltener als einmal im Jahr. Jeder fünfte Befragte (21 Prozent) mistet in unregelmäßigen Abständen aus. Nur 1 Prozent geben an, nie auszumisten.

Dies ist das Ergebnis einer Studie des internationalen Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov in Zusammenarbeit mit Statista, für die 2.053 Personen ab 18 Jahren vom 21.-23. Januar 2019 mittels standardisierter Online-Interviews repräsentativ befragt wurden.

Gründe fürs Ausmisten: Ordnung, Platzmangel und Lust auf Neues

Auf die Frage, warum Sie ausmisten, geben zwei von fünf Befragten (43 Prozent) an, dass ihnen Ordnung einfach wichtig ist. Fast ebenso viele geben an, dass ihnen der Platz fehlt, alles aufzubewahren (41 Prozent). 37 Prozent fühlen sich danach befreit. Auch ein wichtiger Grund: 41 Prozent wollen Platz für neue Sachen und Gegenstände schaffen.

Ein beliebter Anlass ist für ein Viertel (24 Prozent) der berühmte Frühjahrsputz. Einen Umzug nutzen 14 Prozent, um Ordnung zu schaffen und sich von Dingen zu trennen. Auch Weihnachten (9 Prozent), private Veränderungen wie Trennungen oder Geburten (8 Prozent) oder Urlaub (7 Prozent) sind weitere Anlässe, die zum Reinemachen genutzt wurden. Jedoch ist für viele kein spezieller Anlass vonnöten, um auszumisten (61 Prozent).

Foto/Quelle: YouGov – internationale Data and Analytics Group

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