Schnelles Laserlicht gegen trübe Augenlinsen

Erstmals in Deutschland hat die Universitäts-Augenklinik Heidelberg eine neue Methode zur Operation des Grauen Stars eingesetzt Der sogenannte Femtosekundenlaser sorgt jetzt an der Universitäts-Augenklinik Heidelberg dafür, dass bei der Operation des Grauen Stars wichtige Schritte präziser und sicherer gemacht werden können – wie etwa die Eröffnung der Linsenkapsel und die Zerkleinerung des Linsenkerns. Zudem schont das Gerät das Augengewebe, da beim Schneiden keine Wärme erzeugt wird. Der Laserpuls bearbeitet die getrübte Linse rasend schnell im Bereich von Femtosekunden: Das entspricht 0,000000000000001 Sekunden, also zehn Billiardstel Sekunden. Ende Mai wurde der erste Patient an der Universitäts-Augenklinik Heidelberg mit dieser neuen Methode erfolgreich behandelt.

Operationen des Grauen Stars sind die weltweit häufigsten, in Deutschland sind es jährlich mehr als 600.000. Bislang kommt beim „Katarakt“ für gewöhnlich Ultraschall zum Einsatz, mit dem die getrübte Linse zerstäubt und entfernt wird. Versuche, Laserstrahlen zu benutzen, schlugen in der Vergangenheit meist fehl. Die Augenärzte des Universitätsklinikums Heidelberg erwarten, dass die präzise Maßarbeit des Lasers insbesondere bei schwierigen Ausgangsituationen von Vorteil für die Patienten ist.

Umfangreiche Laborstudien

„Der Femtosekunden-Laser ist seit mehreren Jahren bereits zur Hornhauttransplantation und zur Behandlung der Alterssichtigkeit an unserer Klinik im Einsatz“, berichtet Professor Dr. Gerd Auffarth, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Augenklinik in Heidelberg. Der neuen Methode zur Kataraktoperation gingen umfangreiche Laborstudien und Untersuchungen zusammen mit der deutschen Firma Technolas Perfect Vision voraus, die den Laser entwickelte und schon seit längerer Zeit mit den Heidelberger Wissenschaftlern zusammenarbeitet.

Dass der Laser genauer schneidet als jegliches mikrochirurgische OP-Messer, wurde bereits in Studien nachgewiesen. Die Linsenkapsel kann mit einer Genauigkeit von 10 bis 15 Mikrometern (tausendstel Millimeter) geschnitten werden. Sie bleibt dadurch reißfester als bei herkömmlichen Techniken und ist damit auch besser zum Einsetzen von Speziallinsen geeignet. Nun untersuchen die Heidelberger Wissenschaftler, welche weiteren Vorteile der Einsatz des Femtosekundenlasers bringen kann.

Bild: Der Femtosekundenlaser kann die Linsenkapsel mit einer Genauigkeit von 0,010 bis 0,015 Millimetern öffnen. Foto: Universitätsklinikum Heidelberg

Information zur Universitäts-Augenklinik Heidelberg:

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