Slow Food fordert gute, saubere und faire Lebensmittel

Foto Slow Food

Zum Weltverbrauchertag am 15. März fordert Slow Food das Recht eines jeden Menschen auf gute, saubere und faire Lebensmittel. Doch ist es um unseren Lebensmitteleinkauf inzwischen sehr komplex bestellt. Unser industrielles Lebensmittelsystem hat zur Überproduktion und zum Überangebot von zumeist nährstoffarmen und hochverarbeiteten Nahrungsmitteln geführt.

Das wirkt sich negativ auf die Qualität und den wahren Preis von Nahrungsmitteln, auf die Gesundheit aller Lebewesen sowie den Schutz von Umwelt und Klima aus. Auf der Suche nach dem ‚guten Lebensmittel‘ bewegen sich Verbraucherinnen und Verbraucher in einem Dschungel aus Gütesiegeln, denen verschiedene Kriterien und Anforderungen zugrunde liegen. Über die wahre Qualität eines Lebensmittels im umfassenden Sinne informiert aus Slow-Food-Sicht keines davon.

Auch eine Nährwertkennzeichnung nach dem Raster Fett, Kohlehydrate, Salz und Zucker greift zu kurz. Wichtige Erkennungsmerkmale für Qualität wie Angaben zu Lieferketten, Verarbeitungsprozessen und Herkunft der Inhaltsstoffe lassen sich für die meisten industriellen Lebensmittel jedoch kaum abbilden.

„Es fehlt an einer einheitlichen und glaubwürdigen Grundlage, auf der Verbraucherinnen und Verbraucher sozial- und umweltverträgliche und damit auch genussvolle Kaufentscheidungen treffen können. Dafür müssen sie selber unendlich gut Bescheid wissen. Und, dass inzwischen wie bei der Tierhaltung Kennzeichnungen von Staat und Handel miteinander konkurrieren, ist völlig kontraproduktiv. Eine sinnvolle, belastbare, verständliche und rechtlich verbindliche Lebensmittelkennzeichnung ist ein längst überfälliger Schritt im aktuellen System und muss beim Staat anstatt bei einzelnen Handelsketten liegen“, kritisiert Ursula Hudson.

Sie wünscht sich von der Politik auch, den Verbraucherinnen und Verbrauchern Hilfestellung dabei zu geben, ihre Lippenbekenntnisse in verlässliches Handeln zu transformieren.

„Die vermeintliche Bereitschaft, für ökologisch und regional hergestellte Lebensmittel und tierische Produkte mehr zu bezahlen, spiegelt sich nicht ausreichend in den Verkaufszahlen wieder“, erklärt Hudson.

Langfristig helfe nur eine ganzheitliche Verbraucherbildung sowie die Umstellung unseres Lebensmittelsystems hin zu einer ökologischen Landwirtschaft und Fischerei, mit der wir im Rahmen der Grenzen unseres Planeten wirtschaften und ethisch korrekt handeln. Damit stünden etwa Billigfleisch aus Massentierhaltung sowie Fisch aus überfischten Beständen und illegalen Fangnetzen erst gar nicht mehr zur Wahl.

Titelfoto: Slow Food

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