Sonnenschutz wird nicht so ernst genommen, wie er sollte

Sonnenschutz

Die gute Nachricht vorneweg: Die überwiegende Mehrheit der Deutschen hält Sonnenschutz für wichtig. In einer vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage gaben nur 18 Prozent der Befragten an, dass sie Sonnenschutzmittel für überflüssig halten. Die Information, dass die UV-Strahlen der Sonne gefährlich sind, scheint bei vielen also zumindest angekommen zu sein.

Bei Fragen zur regelmäßigen Anwendung und dem richtigen Umgang mit Sonnencreme, Sonnenspray oder Sonnenlotion gibt es aber noch Nachholbedarf. Viele unterschätzen immer noch, dass die tägliche UV-Strahlenbelastung auch in unseren Breitengraden hoch sein kann und selbst bei einem bewölkten Himmel noch ein Großteil der Strahlung durchkommt. So vergessen fast 50 Prozent der Deutschen häufig das Auftragen eines Sonnenschutzmittels. Und nur knapp die Hälfte der Befragten benutzt bei längeren Aufenthalten im Freien, zum Beispiel beim Sport, ein Sonnenschutzmittel.

  • Die Jüngeren sind hierbei noch sorgloser als die Älteren. 36 Prozent der 18- bis 24-Jährigen und sogar 44 Prozent der 25- bis 34-Jährigen geben an, dass sie im Sommer häufiger einen Sonnenbrand haben. In der Altersgruppe der über 55-Jährigen sind es nur etwas über 10 Prozent.
  • Und auch im Verlauf eines Tages scheint das Erneuern des Sonnenschutzes von den Jüngeren oftmals nicht bedacht zu werden. 62 Prozent der 18- bis 24-Jährigen geben zu, dass sie nach dem Schwimmen oder Schwitzen nicht konsequent nachcremen.
  • Die Älteren sind da deutlich weniger vergesslich. Hier sind es nur ca. 35 Prozent.

Die Umfrageergebnisse zeigen: Bei der regelmäßigen Anwendung von Sonnenschutzmitteln gibt es noch deutlich Luft nach oben. Denn nur, wer regelmäßig cremt, gelt oder sprüht und seine Haut gleichzeitig durch Bekleidung schützt, kann etwas gegen ernsthafte Hauterkrankungen oder eine frühzeitige Hautalterung tun. Wichtige Informationen zum Thema Sonnenschutz hat der IKW neben weiteren interessanten Themen im Bereich Schönheitspflege zusammengefasst.

Quelle: Repräsentative Online-Umfrage mit 1.000 Teilnehmer aus Deutschland, durchgeführt vom 24. bis zum 28. April 2020 von Statista im Auftrag des Industrieverbandes Körperpflege- und Waschmittel e. V.

Sonnenschutz bei Kindern – Die besten Mittel kosten wenig

Wie sieht es mit den Sonnenschutzmittel aus, die speziell Kinder nutzen sollen? Stiftung Warentest hat 17 Cremes, Lotionen sowie Sprays für Kinder mit Sonnen­schutz­faktor 30, 50 und 50+ geprüft und herausgefunden, fast alle geprüften Sonnenschutzmittel für Kinder schützen die Haut zuver­lässig vor UV-Strahlen. Am besten sind vier güns­tige Produkte. Sie kosten zwischen 2 und 2,50 Euro pro 100 Milliliter. Das teuerste für 44 Euro pro 100 Milliliter fällt dagegen durch.

Die teuerste Sonnencreme im Test, ein Naturprodukt, kostet rund 20 Mal mehr als die Testsieger, schützt aber unzu­reichend vor den langwelligen UVA-Strahlen. Deshalb lautet das test-Qualitäts­urteil Mangelhaft. Der Sonnen­schutz­faktor bezieht sich auf kurz­wellige UVB-Strahlen, die für den Sonnenbrand verantwortlich sind. Krebs können beide verursachen. Dank einer neuen Prüf­methode können die Tester den UV-Schutz prüfen, ohne bei den Probanden leichte Hautrötungen zu erzeugen. Die mangelhafte Creme prüften die Tester mit alter und neuer Methode: Sie fiel bei beiden im UVA-Schutz durch.

Kinderhaut ist besonders schutzbedürftig. Also gilt es, sie konsequent zu schützen, am besten mit Kleidung – und unbedeckte Hautstellen mit einem guten Sonnenschutzmittel. Babys bleiben im ersten Jahr lieber im Schatten. Kleinkinder unter drei Jahren sollten nur kurz und gut geschützt in die Sonne, doch nicht in der Zeit zwischen 11 und 15 Uhr.

Fragen zum Thema Sonnenschutz beantworten die Experten der Stiftung Warentest auch auf www.test.de/faq-sonnenschutzmittel. Der Test Sonnen­schutz­mittel für Kinder findet sich in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift test und ist online unter www.test.de/kindersonnenschutz abrufbar.

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