Stop Mom-Shaming – Miteinander statt gegeneinander

Mom Shaming

Das Kind ist da und die Freude ist groß. Bei einigen Mamas ist es überdeutlich zu sehen, andere sind vielleicht etwas zurückhaltender in ihren Reaktionen. Jede Mama ist anders. Doch wir alle haben (Rollen)Bilder im Kopf, wenn wir das Wort „Mutter“ hören. Sie sind geformt von unseren eigenen Erfahrungen mit ihr, während unserer Kindheit. In den meisten Fällen sind diese Bilder sicherlich positiv. Was ändert sich aber, wenn wir selbst Mutter werden? Vielleicht ist der Grad der Veränderung unterschiedlich, je nachdem, wie gut frau sich auf diese Rolle vorbereiten und auseinandersetzen konnte. Doch Mama sein ist mehr, als der Begriff Rolle beinhaltet. Wie die Autorin Katharina Pommer in ihrem sehr lesenswerten und für junge Mütter wichtigen Buch „Stop Mom Shaming“ beschreibt.

„Mamas sind wie Rockstars. Sie machen die ganze Nacht durch, ihre Fans krabbeln nacht zu ihr ins Bett,…“S.14
Das ist eine der guten Seiten des Mamaseins, wenn auch sehr anstrengend.

Doch was ist Mom-Shaming?

Jede Mama hat es sicher schon feststellen können, auf dem Spielplatz, im Beruf bei der Arbeit, in Social-Media-Foren, in Mütterrunden, durch Verwandte oder im gesellschaftlichen Zusammenhang: Mütter werden von allen Seiten wegen ihren erzieherischen Entscheidungen oder ihren Umgang mit ihren Kindern kritisiert. Und ich muss zugeben, dass ich zuweilen selbst einen sehr kritischen Blick auf andere Mamas habe. Ich war als Pädagogin und Mutter aber auch oft solchen kritischen Kommentaren ausgesetzt. Denn als Pädagogin soll man ja alles besser machen.

Ohne Perfektionismus und Mom-Shaming geht es besser

Mama zu sein ist eine individuelle Angelegenheit und hat doch gesellschaftliche Relevanz. Nicht wenige Mütter entschließen sich heute, ihren gesetzlichen Anspruch auf einen Kitaplatz schon für ihre einjährigen Kinder in Anspruch zu nehmen. Andere wiederum bekommen drei oder vier Kinder und möchten sich sehr lange täglich selbst um die Betreuung ihrer Kinder kümmern. Die Gründe dafür sind ebenfalls sehr individuell, doch Frauen werden deswegen oftmals herabgewürdigt oder sogar massiv angegriffen. Viele Mütter stehen unter großem innerlichen Druck, der sich auf ihren Gesundheitszustand, ihre Psyche und ihren Selbstwert auswirkt.

Intuition als Wegweiser für Mamas

Weder die Pädagogik noch ihre Bezugswissenschaften bieten konkrete Bedienungsanleitungen an, wie eine Mutter zu sein hat. Sie erforschen Bildungs- und Erziehungszusammenhänge und können als Handlungswissenschaft auch Vorschläge machen, etwa für Bildung und Erziehung, wie diese gestaltet und verbessert werden können. Doch an erster Stelle bedeutet Mama zu sein, seiner Intuition zu folgen, wie die Autorin ausführt, das heißt auch, sich selbst zu vertrauen. Selbstvertrauen schützt davor, sich von der Meinung anderer hinunterziehen zu lassen.

Mit vielen, auch persönlichen Beispielen gelingt es der Autorin, die als Familientherapeutin vielseitige Erfahrungen und Einblicke in das Leben von Mamas erhalten hat, Empathie und Solidarität zu erzeugen. Zudem entlarvt sie Selbstvorwürfe und deren Ursprünge und erklärt, warum sogenannte Helikopter- oder Hexenmamas und andere Stereotypen besonders gerne andere Mütter mobben.
Letztlich aber geht es der Autorin darum, dass Frauen ihren eigenen Weg gehen, sich nicht von Trends überrennen lassen und letztlich solidarisch sind. Ein sehr hilfreiches Buch für Mamas und Frauen, die es werden wollen.

Katharina Pommer
Stop MomShaming

Miteinander statt gegeneinander
Verlag: Goldegg

Katharina Pommer ist Familientherapeutin mit Schwerpunkt Bindungstherapie, erfolgreiche Vortragende und Podcasterin. Sie zeigt als Therapeutin, mit welchen Gedankenlosigkeiten und Gemeinheiten Mütter täglich fertigwerden müssen. Als Mutter von fünf Kindern gibt sie einen sehr offenen Einblick in persönliche Erfahrungen.

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