Stress kann nach Jahren Demenz auslösen

Wer viel Stress in seinen mittleren Lebensjahren erfahren muß, hat ein höheres Risiko, später eine Demenzerkrankung zu erleiden, das trifft insbesondere auf Frauen zu.Dies lassen Ergebnisse einer Studie vermuten, die online im Journal BMJ Open veröffentlicht ist.
Die Ergebnisse basieren auf Daten von 800 schwedischen Frauen, deren psychische Gesundheit und Wohlbefinden über eine Periode von 38 Jahren aufgezeichnet wurden.
Die Frauen, deren Geburtsdatum in die Jahre1914, 1918, 1922 und 1930 fielen, hatten eine Reihe von Tests und Untersuchungen im Lebensalter von Ende dreißg, vierzig, fünfzig und anschließend jeweils in einem sechsjährigen Rhythmus unterzogen wurden.
Zudem gaben sie Auskünfte, ob sie solchen Stressoren wie Scheidung, Tod des Ehemanns, eines Kindes, schwere Erkrankungen eines nahen Angehörigen oder körperliche und psychische Erkrankungen, aber auch Arbeitslosigkeit ausgesetzt waren.

Im Verlauf der Erhebung starben 425 Teilnehmerinnen. 153 erkrankten an einer Demenz. Bei der Analyse der Belastungen der Frauen in der Mitte ihres Lebens wurde ein Zusammenhang zwischen Stress und dem Demenzrisiko erkennbar.Zu den Symptomen der zählten Ängste und Schlafstörungen.
Die Autoren der Studie unter der Studienleitung der Wissenschaftlerin Lena Johansson machen die Stresshormone für eine Demenz verantwortlich, denn diese führen zu schädlichen Veränderungen und Entzündungen im Gehirn der Frauen. Darüberhinaus ist auch das Herz-Kreislaufsystem betroffen.Dies kann noch Jahre nach der eigentlichen stressvollen Belastung auftreten, so die Wissenschaftler. Die Entwicklung einer Alzheimer-Erkrankung dauert im Durchschnitt 29 Jahre.
Weitere Studie sind notwendig, um diese Ergebnisse zu festigen. Zudem sollten Stressmanagement und Verhaltenstherapie als Maßnahmen geprüft werden, um solche Stressoren zu bewältigen. –Ingrid Mosblech-Kaltwasser

Originalbeitrag:
[Common psychosocial stressors in middle-aged women related to longstanding distress and increased risk of Alzheimer’s disease: a 38-year longitudinal population study doi 10.1136/bmjopen-2013-003142]

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