Tag der Rückengesundheit – Alles eine Frage des Alters?

Rückenschmerzen treten entgegen verbreiteter Meinung nicht nur in späteren Lebensjahren auf. Aus diesem Grund steht der diesjährige Tag der Rückengesundheit am 15. März unter dem Motto „Rückengesund – in jedem Alter!“. Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde aus München und Präsident der Deutschen Wirbelsäulenliga erklärt, welche Einflüsse im Laufe des Lebens auf Knochen und Rücken wirken und wie Betroffene das Risiko für Schmerzen in diesem Bereich vermindern.

Aktivität in den ersten Lebensjahren
Da sich Menschen bis zum zwanzigsten Lebensjahr in der Wachstumsphase befinden, bedarf der Rücken in dieser Zeit besonders viel Beachtung. Innerhalb kürzester Zeit entwickelt sich der Körper, legt an Gewicht zu und die Wirbelsäule trägt mehr Last. Um daraus resultierenden Beschwerden vorzubeugen, gilt es, gerade in den ersten Lebensjahren das Rückgrat ausreichend zu bewegen. „Durch vielseitige Aktivitäten wie beispielsweise in der Krabbelgruppe und später beim Sport im Verein bereiten Kinder und Jugendliche ihren Wirbelapparat auf Belastungen vor“, weiß Dr. Schneiderhan. So vermindert sich das Risiko, im Alter an Haltungsschäden zu leiden. „Eltern rate ich daher immer, ihre Kinder von Beginn an zum aktiven Spielen zu motivieren und gleichzeitig rückenfreundliches Sitzen, Tragen und Liegen vorzuleben“, betont der Experte.

Rückenschonende Kräftigung
Mit steigendem Alter kommen Verschleißerscheinungen der Knochen und Bandscheiben hinzu. „Damit daraus resultierende Schmerzen gar nicht erst auftreten, sollten Erwachsene im täglichen Leben darauf achten, ihren Rücken einerseits zu kräftigen und andererseits nicht zu stark zu belasten“, sagt Dr. Schneiderhan. Ob während der Arbeit, in der Freizeit oder im Schlaf: Einseitiger Druck auf Bandscheibe und Wirbelkörper schwächt den Rücken. Während langer Sitzzeiten im Büro daher immer mal wieder die Position verändern. Nachts entlasten Kissen unter den Knien oder direkt an der Lendenwirbelsäule den Rücken. „Auch hier gilt Bewegung als A und O. Betroffene kräftigen aktiv ihren Rücken durch schonende Sportarten wie Schwimmen oder Gymnastik“, erklärt der Wirbelsäulenspezialist.

Schwimmen ist gut für die Rückengesundheit

Bewegung kräftigt aktiv den Rücken und gehört zu den schonende Sportarten


Bewusste Ernährung
Im Seniorenalter verändert sich die Knochenstruktur zunehmend, daher bleibt es besonders für Ältere unabdinglich, durch gesunde Ernährung abbauenden Prozessen entgegenzuwirken. Kalziumhaltige Kost mit Milch und Joghurtprodukten sowie ausreichend Gemüse und Vitamin K unterstützen den Körper beim Aufbau von Knochenmaterial. Umso besser, wenn bereits in jungen Jahren eine ausgewogene Ernährung auf dem Programm steht. Überdies setzen sich Verschleißerscheinungen wie Arthrose im Alter weiter fort. „Zusätzlicher Muskelaufbau durch physiotherapeutische Maßnahmen sowie leichtes Gerätetraining nimmt die Last von den Wirbeln“, erklärt Dr. Schneiderhan. In jedem Fall lohnt es sich, das eigene Leben von der Kindheit bis ins hohe Alter rückenfreundlich und gleichzeitig aktiv zu gestalten.
Weitere Informationen unter www.orthopaede.com

Alterungsprozessen entgegenwirken

Im Verlauf des Lebens jedoch hinterlassen verschiedene Einflüsse Spuren in der Wirbelsäule, sodass bei jedem Menschen altersbedingte Verschleißerscheinungen auftreten. Dr. Munther Sabarini, Neurochirurg und Gründer der Avicenna Klinik Berlin, betont „Probleme müssen damit nicht verbunden sein. Kommen jedoch übermäßige Belastungen hinzu, steigt mit fortschreitendem Alter das Risiko für schmerzhafte Schäden am Rückgrat.“ So verlieren beispielsweise Bandscheiben, die im gesunden Zustand als kleine Puffer zwischen den Wirbeln dienen, durch anhaltenden Druck oder mangelnde Bewegung an Flüssigkeit und damit an Höhe. In der Folge fangen sie Lasten nicht mehr auf gewohnte Weise ab. Tritt die Bandscheibe im weiteren Verlauf nach außen und drückt auf umliegende Nerven, sprechen Mediziner von einer Bandscheibenvorwölbung. Reißt zusätzlich der äußere Faserring, handelt es sich um einen typischen Bandscheibenvorfall. Gegen entstehende Schmerzen helfen im Anfangsstadium oft schon konservative Maßnahmen. Zum Beispiel lassen sich mit Physiotherapie Verspannungen lösen und die Muskulatur stärken. Zeigen diese Behandlungen keine Wirkung mehr, greifen Wirbelsäulenspezialisten meist auf minimalinvasive Verfahren zurück, welche die Ursache schonend beheben. So entfernen Ärzte etwa bei der Perkutanen Nukleotomie überschüssiges Bandscheibengewebe mithilfe einer feinen, sich drehenden Spiralnadel.

Avicenna-Klinik Dr.Sabarini erklärt einer Patientin die Laserbehandlung am Modell


„Unabhängig vom Alter gilt es, Rückenschmerzen frühzeitig entgegenzuwirken, bevor sich Schäden weiterentwickeln“, ergänzt Dr. Sabarini abschließend. „Auf diese Weise lassen sich aufwendige Therapien in vielen Fällen vermeiden.“
Weitere Informationen unter www.avicenna-klinik.de.

Frontfoto:© lily – Fotolia.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.