TOMORROW – Filmtipp

Umweltverbände, engagierte Bürger und Wissenschaftler wissen es schon lange, unsere Erde, unser Leben wird beeinträchtigt durch Umweltverschmutzung, Klimawandel, Bevölkerungswachstum, Ressourcenknappheit. Die Welt hat viele Probleme und die meisten sind allen bekannt. Viel wird darüber gesprochen, wenig jedoch über mögliche Lösungsansätze, die vor Ort weitreichende Veränderungen anstoßen und ermöglichen. Es gibt viele Initiativen, die schon Lösungen umgesetzt haben. Um diese Vielfalt genauer zu erforschen, haben sich die französische Schauspielerin Mélanie Laurent und der NGO-Aktivist Cyril Dion auf den Weg gemacht und solche Initiativen aufgespürt. Was ist es, dass uns vor dem Zu­sammenbruch der Ökosysteme wirklich retten kann? Eine einzelne Antwort gibt es darauf nicht. Ein globales Problem braucht das Zusammenspiel glo­baler Lösungen und vor allem: eine verständliche Vision davon für alle von uns.

Die Regisseure Cyril Dion und Mélanie Laurent

Die Regisseure Cyril Dion und Mélanie Laurent

Als die Schauspielerin Mélanie Laurent („Inglourious Basterds“, „Beginners“) und der französische Aktivist Cyril Dion in der Zeitschrift „Nature“ eine Studie lesen, die den wahrscheinlichen Zusammenbruch unserer Zivilisation in den nächsten 40 Jahren voraussagt, wollen sie sich mit diesem Horror-Szenario nicht abfinden. Schnell ist ihnen jedoch klar, dass die bestehenden Ansätze nicht ausreichen, um einen breiten Teil der Bevölkerung zu inspirieren und zum Handeln zu bewegen. Also machen sich die beiden auf den Weg. Sie sprechen mit Experten und besuchen weltweit Projekte und Initiativen, die alternative ökologische, wirtschaftliche und demokratische Ideen verfolgen. Was sie finden, sind Antworten auf die dringendsten Fragen unserer Zeit. Und die Gewissheit, dass es eine andere Geschichte für unsere Zukunft geben kann.

Am ersten Punkt ihrer Reise entdecken die beiden, dass es möglich ist, ohne Düngemittel oder Pestizide und mit wenig Technik mehr Nahrung zu produzieren, als in der industriellen Landwirtschaft. Einfach, indem man die Erde von der Natur „reparieren“ lässt, anstatt sie zu zerstören.

Sie werden Zeuge, wie man mit 1.000 m2 Anbaufläche mehr als 54.000 Euro im Jahr erwirtschaften kann, wie Städte wieder Landwirtschaft betreiben und ländliche Gebiete wieder besiedelt werden können. Internationale Experten bestätigen ihnen, dass der Westen und die Länder Afrikas, Lateinamerikas und Asiens ohne Öl versorgt und dabei sogar – dank der Agrarökologie – unzählige Jobs geschaffen werden können. Das erste Puzzlestück ist gefunden. Doch das würde massiv gegen die Interessen der Öl- und Nahrungsmittelindustrie verstoßen. Um das zu ändern, braucht es eine neue Form der Energiegewinnung und -übertragung. Die Lösung dafür könnte bei einer kleinen Gruppe von Experten liegen, die Städte und Länder reorganisieren – nicht nur ohne Öl, sondern auch völlig ohne fossile Brennstoffe und Kern-Energie. Cyril und Mélanie zeigen, wie eine solche Energiegewinnung zukünftig aussehen könnte: Millionen von Gebäuden, die als unzählige kleine Solarkraftwerke wirken, die intelligente Nutzung aller erneuerbaren Ressourcen wie Wasser, Luft, Holz und Abfall; Energie, die in einem Smart Grid gespeichert und neu verteilt wird, eine netzbasierte Informationsverteilung und vor allem – massive Energieeinsparungen.
Diese Revolution könnte nicht nur unsere Häuser und Städte verwandeln, sondern auch die Art, wie wir uns fortbewegen. Und an einigen Orten hat sie bereits begonnen. Die Experten, die die beiden treffen, haben bereits die Pläne in der Tasche, wie sich diese Revolution bis 2050 auf der ganzen Welt ausbreiten könnte.

 

Thema Bildung

Kari Louhivuori, Schulleiter

Kari Louhivuori, Schulleiter der Kirkkojarvi Gesamtschule in Espoo.

Finnland gilt als Ausnahme im Bildungsbereich, dessen Erfolge durch seine herausragenden Ergebnisse den pädagogischen Methoden Recht geben. Kari Louhivuori, Schulleiter der Kirkkojarvi Gesamtschule in Espoo, erklärt, warum das schulpädagogische Konzept Finnlands auch in Schulen funktioniert, die sich, wie seine, in sog. sozialen Brennpunkten befinden.
An der von Kari Louhivuori geführten Schule haben 43 % der Schüler einen Migrationshintergrund. Eine Vielzahl von ihnen spricht bei ihrer Ankunft in der Schule kein Wort Finnisch. Die Lehrer der Kirkkojarvi-Schule haben sich auf die besondere Herausforderung eingestellt. Sie schufen „Vorbereitungsklassen“, die es den Kindern ermöglichen in Kunst, Sport und praktischen Arbeiten ausgebildet zu werden, während sie gleichzeitig die finnische Sprache lernen. Sie erhalten erst dann Unterricht in anderen Fächern, wenn ihr Finnisch-Lehrer dem zustimmt. Außerdem werden diese Klassen von einem Lehrer unterstützt, der auf multikulturelles Lernen spezialisiert ist

TOMORROW trifft den Nerv der Zeit. Mit dem César als Bester Dokumentarfilm ausgezeichnet, avancierte der Film in den vergangenen Monaten in Frankreich zum Publikumsliebling und inspirierte dort schon mehr als eine Million Zuschauer. Für ihren mitreißenden Dokumentarfilm reisten Mélanie Laurent und Cyril Dion in zehn Länder. Wie bei einem Puzzle wird bald klar, dass erst die Summe der Lösungsansätze das Bild einer anderen Zukunft zeichnet. TOMORROW beweist, dass aus einem Traum die Realität von morgen werden kann, sobald Menschen aktiv werden.

Ab 2. Juni im Kino – unbedingt ansehen!

http://www.tomorrow-derfilm.de/

Die Filmmusik dazu schrieb Fredrika Stahl, schwedische Singer-Songwriterin mit einem Faible für das Französische. Das erste Stück „Step by Step“ eröffnet mit Klavierakkorden den Mix aus luftig-poetischem Pop und Jazz und greift damit den Optimismus des Films auf – unterstreicht dessen lebensbejahende Botschaft.
Bereits als 18-jährige nahm Fredrika Stahl in Eigenregie ihr erstes Album auf. Für ihr viertes Album „Off to Dance“ von 2013 arbeitete sie mit dem Produzenten Rob Ellis zusammen und erinnerte schon hier an Kate Bush, Joni Mitchell, Fiona Apple, Feist und Lykke Li.

Stahl, Fredrika
Tomorrow (Original Motion Picture Soundtrack)
VÖ: 03.06.2016
Format: CD
Label: Sony Classical

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