Unter Stress bevorzugen Männer mollige Frauen

Wenn Männer sich in stressigen Situationen befinden, erleben sie mollige Frauen als attraktiver, so Ergebnisse einer Studie, die im Journal PLoS ONE erschienen sind. Demnach sind solche Präferenzen nicht festgelegt, sondern flexibel, fanden die Wissenschaftler der Universitäten Newcastle und Westminster heraus.
Die Forscher vermuten, dass biologische Mechanismen wie Blutzucker- und Hormonspiegel eine wichtige Rolle dabei spielen, wie wir unsere Umgebung wahrnehmen. Dies konnten die Wissenschaftler insbesondere in Ländern wie Afrika und Asien mit ihren Ergebnissen deutlich machen: In Ländern, wo Hunger noch häufiger vorkommt präferieren Menschen dickere Körper bei ihren möglichen Partnern. Wenn Nahrung nicht im Überfluss vorhanden ist, bedeutet dick zu sein und Fettpolster zu haben, eine Reserve für hungrigere Tage. Nicht verwunderlich, dass Dickleibigkeit dann auch ein Zeichen für Wohlstand ist.

Diese These auf reiche Wohlstandsländer zu übertragen, ist nicht ohne weiteres möglich. Die Forscher ersetzten den Hunger durch andere Stessoren, indem sie 81 heterosexuelle Männer einem improvisierten Interview aussetzten. Währenddessen mußten die Teilnehmer sich in einem Bewerbungsgespräch mit vier Interviewern in fünf Minuten als Mitarbeiter präsentieren. Die Hälfte der Probanden hatte sich dem „Trier Social Stress Test“, einem standardisierten Verfahren, mit dem sich Angst und Stress unter Laborbedingungen erfassen lassen, unterziehen müssen. Alle Studienteilnehmer bekamen anschließen Fotos von Frauen gezeigt, die unterschiedlich schlank bzw. dick waren (Nr. 1 sehr dünn, 2 schlank usw. bis 10 fettleibig).
Die Teilnehmer, die den höchsten Stresswert erreicht hatten, wählten Frauenfiguren von 7,17 (übergewichtig) als attraktiv aus. Allgemein zeigte sich, dass die gestressten Männer dickere Frauen bevorzugten.

Der Stress ändert die Sichtweise, was als attraktiv gilt. Dass Männer kein feststehendes weibliches Körperideal haben, sondern dass es von den Umständen abhängig ist, wirft auch ein anderes Licht auf die Entwicklung verzerrter Körperbilder. Denn Menschen, die an einer Essstörung leiden wie Anorexia nervosa, haben ebenfalls ein gestörtes Körperbild. Es ist wichtig, dass die Wissenschaft sich auf die Mechanismen konzentriert, die der Wahrnehmung des Körperbildes unterliegen und die sie beeinflussen. Davon könnten zukünftig auch Menschen mit Essstörungen profitieren.
-I. Mosblech-Kaltwasser
Quelle: Universität Newcastle

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