Vladimir Nabokov – Das Modell für Laura

Anders als sein Roman „Lolita“, der wie eine Montage aus Fragmenten der Medienwelt die Vielfalt des sprachlichen Universums spiegelt, ist „das Modell für Laura“ wirklich fragmentarisch: 138 Karteikarten erzählen eine, wenn auch unfertige Geschichte. Und sie erinnern durch ähnliche Elemente an sein erfolgreichstes Buch „Lolita“. Auch hier erhält der Charmeur einen Doppelnamen, nicht Humbert Humbert, sondern Hubert H. Hubert und auch hier montiert Nabokov das Hohe und Niedrige, Tragische und Komische mit schriftstellerischer Leichtigkeit.

Als der Autor das Buch auf Karteikarten skizzierte war er alt und krank, vielleicht Gründe dafür, warum er sich für Meditation und Buddhismus interessierte und die körperliche Verletzlichkeit und Vergänglichkeit thematisierte.
Bevor er sein Buch vollenden konnte, starb er und verfügte die Vernichtung des Textes. Diesem Wunsch ist weder Véra, Vladimir Nabokovs Frau, noch der Sohn Dmitri nachgekommen, der sich nach langer Zeit schließlich entschloß, das unfertige Manuskript zu veröffentlichen.
Eine lesenswerte Aufzeichnung, die viel über den Menschen Nabokov und seine Arbeitsweise als Schriftsteller verrät.
Vladimir Nabokov – Das Modell für Laura
(Sterben macht Spaß).
Ein Roman aus Fragmenten
rowohlt
Hardcover, 320 S.

19,90 €
978-3-498-04691-0

ÜBER DEN AUTOR
Vladimir Nabokov wird am 22. April 1899 in St. Petersburg geboren. Nach der Oktoberrevolution flieht die Familie 1919 nach Westeuropa. 1919 –1922 in Cambridge Studium der russischen und französischen Literatur. 1922 – 1937 in Berlin, erste Veröffentlichungen unter dem Pseudonym W. Sirin. 1937–1940 nach der Flucht aus Nazideutschland in Südfrankreich und Paris, seit 1940 in den USA. 1961–1977 wohnte Nabokov im Palace Hotel in Montreux. Er starb am 2. Juli 1977.

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